Ford Sierra RS Cosworth: Fahrbericht

Ford Sierra RS Cosworth: Turbo-Power, Heckflügel

Ford Sierra Cosworth: Klassiker des Tages

Die Sport-Legende Ford Sierra Cosworth gehört zu den Königen der 80er. Besonders imposant: der gigantische Heckflügel, aber auch die Turbo-Power. Klassiker des Tages!
Er kämpfte in den 1980er-Jahren gegen BMW M3 (E30) und Mercedes 190 E 2.5-16 Evolution II – und machte dabei eine äußerst passable Figur: der Ford Sierra RS Cosworth. Ausgetragen wurde der Kampf sowohl in der damals noch spannenden DTM als auch auf der Straße. Entwickelt wurde der Cossie von der Ford-Sportschmiede Special Vehicle Operations, kurz SVO. Den Motor durfte Tuner Cosworth feinbearbeiten: Die Briten ließen von der Ursprungsmaschine kaum mehr übrig als den Grauguss-Motorblock und die Wasserpumpe. Und sie veredelten den Vierzylinder mit Aluminium-Zylinderkopf, Garrett-Lader samt Ladeluftkühler und glasfaserverstärktem Zahnriemen zum Sporttriebwerk. Heraus kam ein turbogeladener Zweiliter-DOHC-Motor mit sportlichen 204 PS, die für Tempo 240 gut waren.

Ungestümer Turbo, gigantische Heckklappe

Der Heckflügel des Sierra Cosworth ist ein Monster-Leitwerk, ganz und gar Ford-untypisch.

Im Test versägte er seine größten Kontrahenten M3 und 190 Evo sogar, allerdings nur in eine Richtung: geradeaus. Seine Kraft ist kein Turbohammer, der einen in den Nacken tritt, eher sanft kommt die Kraft auf und schwillt an wie eine enorme Welle. Auch heute gilt: Der Turbo will gedreht werden, die maximale Power liegt bei 6000 Umdrehungen an. Die kräftigen Scheibenbremsen rundum verzögern noch zeitgemäß. ABS erhöht die Fahrsicherheit. Der Turbo stürmt zwar ungestüm voran, weigert sich aber, flink um Ecken zu wetzen – trotz Breitreifen, Sportfahrwerk, Stabis und Visco-Differenzialsperre. Eine 80er-Jahre-Fließheckkarosserie bildet das Blechkleid des Ford-Sportlers, er hat zwei lange Türen und eine Riesen-Heckklappe, so wie zivile Ford Sierra (hier auf dem Klassik-Markt). Sein gigantischer Heckflügel ist legendär, er stützt sich mittig auf der Heckklappe ab – seine Fläche wäre sonst zu groß und der Abtrieb zu hoch. 20 Kilo sollen es bei Topspeed sein. Ein Frontspoiler, handbreite Kotflügelverbreiterungen über Speichen-Alus und dicke Seitenschweller kennzeichnen den Sport-Sierra: Er hockt breit auf der Straße, liegt aber höher als erwartet. Die 17-Zoll-Räder kommen aus dem Tuningregal. Serie waren mickrige 15-Zöller.

Sport-Coupé für vier

Den Ford Sierra Cosworth gibt's nur als Zweitürer, dennoch bekommt man eine ganze Familie darin unter. Die Rückbank lässt sich umklappen, der Kofferraum auf bis zu 1465 Liter erweitern. Wo der Cossie außen dick aufträgt, hält er sich innen zurück. Leider – die Sierra-Serie wirkt doch ein wenig schütter. Allerdings erinnern einen die festen Halbschalensitze, wie gut man doch auf Velours sitzt. Für ein Auto, das damals 48.420 Mark gekostet hat, eine Enttäuschung. Aber: Im Vergleich mit seinen mindestens 15.000 Mark teureren Mitbewerbern aus Stuttgart und München war der Sierra Cosworth dennoch ein Schnäppchen – was auch die Kunden so sahen. 5000 Stück des Homologationsmodells musste Ford bauen, verkauft haben sie 6000.

Ford Sierra RS Cosworth: Fahrbericht

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