Ford Sierra RS Cosworth mit Turbo-Power: Klassiker des Tages
Der Sierra mit Cosworth-Herz und dem mächtigsten Spoiler
Seit den 80er-Jahren gehört die Sport-Legende Ford Sierra Cosworth zu den Königen der Straße. Besonders imposant: der gigantische Heckflügel, aber auch die Turbo-Power des 204-PS-Motors. Klassiker des Tages!
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
In den 80er-Jahren war der Turbolader das Mittel der Wahl, um aus hubraumschwachen Motoren höhere Leistung rauszukitzeln. Eine der faszinierendsten Turbo-Varianten einer eher für Familien gedachten Fließhecklimousine war der Ford Sierra RS Cosworth, der nach Leistungssteigerung über 200 PS auf die Straße brachte – serienmäßig.
Als zweitüriges Sportcoupé brachte der Sport-Sierra einen Heckspoiler mit, der manchem Wassersäuger zur Ehre gereicht hätte. Zur Spitzenleistung aber verhalf ihm der Cosworth-Sportmotor mit Garrett-Turbolader, der den Cossie zum ebenbürtigen Gegner von BMW M3 (E30) und Mercedes 190 E 2.5-16 Evolution II machte.
Um den Fließheck-Sierra zu Spitzenleistungen anzuregen, hatte sich Ford in den frühen 80ern an die Sportschmiede Special Vehicle Operations, kurz SVO gewandt. Die überließen das Motortung den renommierten Leistungssteigerern von Cosworth. Die Briten ließen von der Ursprungsmaschine kaum mehr übrig als den Grauguss-Motorblock und die Wasserpumpe.
Und sie veredelten den Vierzylinder mit Aluminium-Zylinderkopf, Garrett-Lader samt Ladeluftkühler und glasfaserverstärktem Zahnriemen zum Sporttriebwerk. Heraus kam ein turbogeladener Zweiliter-DOHC-Motor mit sportlichen 204 PS, die für Tempo 240 gut waren.
Ein Frontspoiler, handbreite Kotflügelverbreiterungen über Speichen-Alus und dicke Seitenschweller kennzeichnen den Sport-Sierra: Er hockt breit auf der Straße, liegt aber höher als erwartet. Die 17-Zoll-Räder kommen aus dem Tuningregal. Serie waren mickrige 15-Zöller.
Heckspoiler mit 20 Kilo Abtrieb
Eine 80er-Jahre-Fließheckkarosserie bildet das Blechkleid des Ford-Sportlers, er hat zwei lange Türen und eine mit Riesenspoiler bewehrte Heckklappe.

Der Heckflügel des Sierra Cosworth ist ein Monster-Leitwerk, wegen des hohen Abtriebsdruck mit Mittelstütze.
Bild: Uli Sonntag / AUTO BILD
Sie braucht wegen des großen Abtriebs eine mittige Stütze, die Fläche wäre sonst zu groß, 20 Kilo Abtrieb sollen es bei Topspeed sein.
So stark war der Sierra Cosworth
Im Test versägte der Ford Sierra Cosworth seine größten Kontrahenten M3 und 190 Evo, allerdings nur in eine Richtung: geradeaus. Seine Kraft ist kein Turbohammer, der einen in den Nacken tritt. Eher sanft kommt seine Kraft auf, schwillt dann an wie eine enorme Welle. Auch heute gilt: Der Turbo will gedreht werden, die maximale Power liegt bei 6000 Umdrehungen an.
Die kräftigen Scheibenbremsen rundum verzögern auch heute noch akzeptabel. ABS erhöht die Fahrsicherheit. Der Turbo stürmt ungestüm voran, weigert sich aber, flink um Ecken zu wetzen – trotz Breitreifen, Sportfahrwerk, Stabis und Visco-Differenzialsperre.

Coupé oder doch nur eine zweitürige Limousine? Weniger Türen bedeuten mehr Sportlichkeit.
Bild: Uli Sonntag / AUTO BILD
Sport-Coupé für vier Personen
Den Ford Sierra Cosworth gibt's nur als Zweitürer, dennoch bekommt man eine ganze Familie darin unter. Die Rückbank lässt sich umklappen, der Kofferraum auf bis zu 1465 Liter erweitern. Wo der Cossie außen dick aufträgt, hält er sich innen zurück. Die festen Halbschalensitze erinnern daran, wie gut man auf Velours sitzt.
Günstig war er schon damals nicht: der Sport-Sierra kostete damals 48.420 Mark. Aber: Im Vergleich mit seinen mindestens 15.000 Mark teureren Mitbewerbern aus Stuttgart und München war der Sierra Cosworth fast ein Schnäppchen – was auch die Kunden so sahen. 5000 Stück des Homologationsmodells musste Ford bauen, verkauft haben die Kölner 6000.
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