Techno Classica Salon Dortmund 2026: Oldies zum Kaufen
Einmalige Gelegenheiten: jetzt oder nie!
Die findet man nicht noch mal: Auf dem Techno Classica Salon in Dortmund 2026 entdecken die Redakteure Frank B. Meyer und Matthias Brügge ganz spezielle Oldtimer.
Bild: Jürgen Kluth
Das hier, liebe Leser, wird keine Schnäppchengeschichte. Kein Stück darüber, wo man billig Oldtimer kaufen kann. Obwohl auch Autos mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis dabei sind.
Aber hier geht es um Autos, die echte Fans sich nicht entgehen lassen sollten. Weil sie in diesem Zustand, mit dieser Vorgeschichte oder in dieser Konfiguration nur sehr selten zum Kauf angeboten werden (wie aktuell auf dem Techno Classica Salon 2026 in Dortmund). Oder – in einem Fall – weil das Modell selten ist wie eine blaue Briefmarke aus einem Inselstaat im Indischen Ozean. Viel Spaß!
Citroën D Super für 26.800 Euro: ID/DS zum fairen Preis

Das Einstiegsmodell in die Welt der DS war zum Modellstart erst die ID, später die D Super. Zu dieser Modellreihe gehört dieses rundum technisch revidierte Fahrzeug. Es kam 2008 nach Deutschland und ist laut Verkäufer seit 1973 erst 82.000 km gelaufen.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
So auch dieses D Super-Modell von 1973. Es hat die gleichen mitlenkenden Scheinwerfer wie die DS und den gleichen 2,0-Liter-Motor mit 98 PS unter der Haube wie die DS 20.

Dieser Citroën D Super steht auf dem Techno Classica Salon in Dortmund zum Verkauf. Farbkombination: Karosserie in "Bleu Camargue" (AC635) und Dach im "Blanc Meije" (AC088).
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Vor allem aber hat diese schöne D Super in "Camargue-Blau" mit weißem Dach einen sorgsamen Vorbesitzer, der alle möglichen Baustellen bereits saniert hat. Von den Federkugeln der Hydropneumatik über Kraftstoff- und Wasserpumpe ist vieles neu, was dem Käufer Bauchschmerzen und Kosten verursachen könnte. Vom Kühler mit drei statt zwei Lagen bis zum Benzintank wurde vieles erneuert.
Im Innenraum nimmt man auf weichen, aber neuen Sitzen Platz und schaltet die vier Gänge mit der eleganten Lenkradschaltung. Die Feststellbremse bedient man mit einem Tritt auf ein viertes Pedal ganz links, ähnlich wie bei Mercedes. Anstelle des Gummipilzes wie in der DS bremst man mit einem konventionellen Pedal.

Die D Super Baujahr 1973 hat das letzte, abgepolsterte Armaturenbrett und eine Viergang-Lenkradschaltung. Der Rückspiegel sitzt weit unten, weil das Dach am hinteren Ende weit heruntergezogen ist.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Der Citroën D Super, die einfachere Version der DS, hat eben auch Vorteile – dieses Auto ist mit 26.800 Euro auch nicht übermäßig teuer.
Fiat 1600 S Coupé OSCA für 59.500 Euro: Pininfarina trifft Maserati-Technik
Auto-Fans kennen das übliche Verfahren: Aus einem Coupé wird ein Cabrio entwickelt, und das Cabrio wird teurer verkauft als das Coupé.
Bei diesem Modell war es umgekehrt: Pininfarina hatte 1963 erst das Fiat 1200 Cabriolet zum 1500 Spider weiterentwickelt, die stärkere Variante mit dem OSCA-Motor (dazu gleich mehr) hieß Fiat 1600 S Cabriolet. Erst danach nahm Pininfarina die selbst entwickelte Spider-Karosserie und formte auf dieser Basis ein Coupé!

Das sportliche Fiat 1600 S Coupé hat zeitgenössische Tiefbettfelgen, die Zusatzscheinwerfer sind in schwarze Kunstledertaschen verpackt.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Dazu schweißten sie einen anderen, niedrigeren Frontscheibenrahmen an und ein festes Stahldach auf. Die Heckscheibe lief flacher aus als das Stoffverdeck, also bekam das Coupé einen kürzeren Kofferraumdeckel. Hinzu kamen je nach Bauzeit und Ausführung Unterschiede an Front, Kühlergrill, Haube und Beleuchtung. Und: Das neue Coupé wurde 1963/64 rund 14 Prozent teurer verkauft als der offene Wagen.
Nur wenige Hundert solcher Coupés entstanden von 1963 bis 1966 bei Pininfarina. Oft genannt werden 814 Fahrzeuge des 1600 S. Entsprechend selten wird so ein Wagen zum Verkauf angeboten.

Pininfarina baute 814 Fiat 1500/1600 Spider zu Coupés um in den Jahren 1963 bis 1966.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Auf dem ersten Techno Classica Salon in Dortmund steht nun (2026) ein Fiat 1600 S Coupé OSCA: aus dem Baujahr 1965, schon mit Fünfganggetriebe.
Die elegante und seltene Karosserie allein wäre schon ein Grund, das Fiat 1600 S Pininfarina-Coupé zu kaufen. Aber die zweite Spezialität dieses Modells steckt unter der Motorhaube mit der Bügelfalte: Der Motor ist nicht von Fiat, sondern von den Maserati-Brüdern!

Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Ettore, Ernesto und Bindo Maserati hatten nach dem Verkauf der Automarke Maserati die Firma O.S.C.A. gegründet, Officine Specializzate Costruzione Automobili, und bauten erfolgreich Rennwagen. Aus einem 1,6-Liter-Rennmotor leiteten sie den Vierzylinder für den Fiat 1600 S ab. Der Motortyp 118 B.000 ist ein Schmuckstück mit doppelten oben liegenden Nockenwellen (DOHC) im Alu-Zylinderkopf und zwei Weber-Doppelvergasern. So leistete er offiziell 100 SAE-PS oder 90 PS nach DIN – statt bis zu 140 PS in der Rennversion.
Das Coupé auf der Messe in Dortmund wurde laut Verkäufer 2010 bis 2011 von einem Fiat-Meister in Deutschland restauriert. Wer 59.500 Euro, Geschmack, Platz, ein Herz für sportliche Motoren und ein Gespür für elegantes Design hat, hat jetzt die Möglichkeit, das Fiat 1600 S Coupé zu kaufen.
BMW 323i (E21) für 39.000 Euro: der frühe Reihensechser-Klassiker

Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Wer ein schnelles Auto mit vier Sitzen fahren möchte, das typisch für die 70er ist, kommt um einen BMW 3er der Baureihe E21 kaum herum. Dieser BMW 323i in "Opalgrün metallic" hat den großen Vorteil, die meiste Zeit seit der Erstzulassung 1980 in Portugal verbracht zu haben. Entsprechend gut, fast unberührt, sieht der Unterboden aus.

Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Vor allem aber sticht die geringe Laufleistung von erst 89.000 km hervor, die man nicht nur dem gesamten BMW E21, sondern insbesondere dem sehr sauberen Motor ansieht. Die Daten des 2,3-Liter-Reihensechsers mit 143 PS sprechen für sich.
Als weiterer Bonuspunkt gilt das Kreuz, das der Erstbesitzer beim Ordern der Sitze gemacht hat: Im Innenraum nehmen alle vier Insassen auf Recaros Platz, die vor allem vorn für guten Seitenhalt sorgen. Ein Stahlschiebedach und Alu-Räder im Alpina-Stil vervollständigen das Bild.

Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Entsprechend herausfordernd ist der geforderte Kaufpreis auf dem Techno Classica Salon 2026, doch für 39.000 Euro bekommt man einen sportlichen BMW E21 323i aus sonniger Heimat, wie er heute sehr selten zu finden sein dürfte.
BMW 320i Cabrio (E30) für 31.900 Euro: teuer, aber begehrenswert

Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Trotz großer Stückzahl: Ganz billig war das BMW E30 Cabrio nie, schon gar nicht mit Sechszylinder. Schließlich verbindet es einen großen Namen mit feinem Antrieb, schlicht-elegantem Design und jeder Menge 80er-Jahre-Glamour – und das bei Zuverlässigkeit, einfacher Wartung und guter Teileversorgung.

Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Aber bei diesem Preis muss man schon zweimal schlucken: 31.900 Euro ruft der Verkäufer für das BMW 320i Cabrio auf!

Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Sehr viel für die drehmomentsanfte Zweiliter-Variante. Aber der heftige Preis hat Gründe: Das BMW E30 Cabrio hat noch nicht mal 77.000 Kilometer runter, der Zustand ist schön (wenn auch nicht "1 bis 2", wie ein Gutachten suggerieren soll), der Wagen hat das begehrte Schaltgetriebe – und in einer Welt voller schwarzer Ledersitze macht der helle, karierte Polsterstoff einfach gute Laune.
Saab 900 Turbo Cabriolet für 24.900 Euro: Turbo für den Herbst
Sollte man im Herbst überhaupt ein Cabrio kaufen? Wenn ja, dann wäre dieser Saab 900 Turbo von 1990 vielleicht der richtige Kauf. Das Auto ist eine EU-Version, die aus Japan re-importiert wurde.

Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Ganze 127.000 km hat der Wagen runter und steht vom Blech und Lack in einem sehr schönen, von der Innenausstattung in einem zufriedenstellenden Zustand da.
Auf der Plus-Seite steht neben dem guten Gesamtzustand vor allem das neue, bordeauxrote Verdeck, das dem Saab 900 Turbo Cabrio mit 175 PS sehr gut steht.

Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Die Service-Historie des Autos ist komplett und macht die Laufleistung der 2.0-Liter-Maschine nachvollziehbar.

Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Die Sitze sind vorn patiniert, hinten sehr gut. Im Cockpit ist ein Navigationsgerät von Panasonic fest verbaut, dessen Funktion wir nicht prüfen konnten. Für 24.900 Euro stellt dieses Auto ein bedenkenswertes Angebot dar.
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