Lotus Omega (1993): kaufen, Preis, Gebrauchtwagen

Seltener Lotus Omega mit 377 PS als Projektauto zu verkaufen

Der Lotus Omega wurde nur 988 Mal gebaut. Bei eBay wird Nummer 472 mit einem komplett revidierten Motor verkauft – nur noch Restarbeiten sind zu erledigen!
Seltene Gelegenheit: Bei eBay Motors UK wird einer von nur 988 gebauten Lotus Omega verkauft. Schätzungen zufolge ist heute nur noch rund die Hälfte aller jemals ausgelieferten Lotus Omega erhalten! Das in Großbritannien angebotene Exemplar ist ein Linkslenker und lockt mit einem frisch revidierten Motor und einem vergleichsweise niedrigen Preis. Es müssen allerdings noch Restarbeiten ausgeführt werden.
Gut 51.000 Euro (45.000 Pfund) soll der seltene Omega mit Lotus-Technik kosten. Damit geht er fast schon als Schnäppchen durch. Top-Exemplare der bis zu 283 km/h schnellen Limousine werden inzwischen für 80.000 Euro und mehr gehandelt. Ebenfalls in Großbritannien wird aktuell ein jungfräulicher Lotus Omega mit nur gut 7000 Kilometern für umgerechnet über 135.000 Euro angeboten. Wieso ist die Nummer 472/988 also so günstig?

Auf den Bildern scheint der Lotus Omega in gutem Zustand zu sein.

©ebay/mgale303

Die Antwort: Es handelt sich um ein Projektfahrzeug, das noch nicht zu 100 Prozent fertiggestellt ist! Verkäufer Mark erklärt im Inserat ehrlich, der Omega sei zwar fahrbereit, aber maximal zu 90 Prozent fertig. Zusammen mit seinem Schwiegervater habe er den Omega 2013 unter einer dicken Staubschicht inmitten einer US-Car-Sammlung im britischen Bristol gefunden. Die beiden kauften den 377 PS starken Lotus und wollten ihn gemeinsam wieder herrichten. In den vergangenen sieben Jahren haben sie das zum Großteil geschafft, doch der letzte Schliff fehlt noch. Zuerst widmeten sie sich dem Herzstück: Der 3,6-Liter-Reihensechszylinder mit zwei parallel geschalteten T-25-Turboladern aus dem Hause Garrett wurde von Grund auf revidiert. Dabei wurden fast alle Teile getauscht oder erneuert. Hier nur ein kleiner Auszug: Zylinderkopfdichtung, Krümmerdichtung, Steuerketten-Kit, Thermostat, Ladeluftkühler, Benzinpumpe, Lichtmaschine und Injektoren sind neu, der Turbolader wurde revidiert und mit neuen Turbinenrädern versehen. Und das war längst nicht alles!

Komplett überholter Reihensechser im Lotus Omega

Damit ist eine der größten Problemquellen des Lotus Omega bereits behoben, denn der 3,6-Liter-Reihensechszylinder mit 377 PS und 557 Nm maximalem Drehmoment gilt als besonders anfällig. Motor und Fahrwerk wurden von Lotus entwickelt, das manuelle Sechsganggetriebe stammt von ZF und wurde auch in der Corvette C4 ZR-1 eingesetzt, das Sperrdifferenzial wurde dem Holden Commodore entliehen, die Bremse kommt von AP. Anfang der 90er-Jahre lieferte Opel 988 Omega 3000 24V nach Großbritannien, die anschließend bei Lotus umgebaut wurden. Alle Exemplare wurden in der Farbe "Imperialgrün" lackiert. Rund 250 Stück waren rechtsgelenkt und wurden in Großbritannien als Lotus Carlton vermarktet. Mit 283 km/h Topspeed war der Lotus Omega hinter dem Alpina B10 Biturbo die zweitschnellste Serien-Limousine der Welt. Für den Sprint auf Tempo 100 wurden offiziell 5,4 Sekunden angegeben, wobei der Omega sogar mehrfach unter fünf Sekunden gemessen wurde. Doch der einst 125.000 Mark teure Lotus hatte große Schwierigkeiten mit der Zuverlässigkeit. Neben dem hochgezüchteten Motor machten auch Getriebe und Elektronik oft Probleme.

Kupplung und Bremse neu, aufgearbeitete 17-Zoll-Felgen

Auch der Innenraum wirkt gepflegt – nur die Pralltopf-Abdeckung am Lenkrad fehlt.

©ebay/mgale303

Gut, dass der hier angebotene Lotus Carlton neben der Motorrevision auch schon eine neue Kupplung inklusive Kupplungsnehmer bekommen hat. Darüber hinaus wurde die Bremse mit neuen Scheiben und Belägen versehen, die originalen Bremssättel wurden professionell aufbereitet. Das passierte auch mit den originalen 17-Zoll-Felgen, sodass der Lotus auf den Bildern einen sehr guten Eindruck macht – er hat keinerlei Beschädigungen, und alle seltenen Karosserieteile sind vorhanden. Allerdings schreibt Verkäufer Mark, der Lack habe schon bessere Tage gesehen, und der Omega könne eine neue Lackierung vertragen.
Auch im Innenraum gibt es noch Handlungsbedarf. Auf dem einzigen Interieur-Bild ist zu erkennen, dass der Lenkrad-Pralltopf fehlt. Ansonsten scheint das Cockpit vollständig. Die Laufleistung des 93er Omega ist mit 59.000 Meilen angegeben, das entspricht knapp 95.000 Kilometern. Da der anfällige Motor jedoch komplett revidiert wurde, ist die Laufleistung eher zweitrangig – solange die Basis stimmt. Wer ernsthaftes Interesse hat, sollte sich den Lotus dennoch vor Ort anschauen. Mit ein wenig Geschick und den richtigen Kontakten könnten die Restarbeiten überschaubar sein – dann wäre dieser Omega ein Schnäppchen. Und wer weiß, womöglich geht ja auch noch etwas am Preis.

Autor:

Fotos: ebay/mgale303

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.