Je höher der Aufstieg, des­to tiefer der Fall: Gilt das auch für Klassiker, deren Preise Mit­te des vergangenen Jahrzehnts durch die Decke gingen? "Bei teuren Sammlerstücken sehen wir teils deutliche Rückgänge", sagt Marius Brune vom Marktbeobachter Classic Data. "Aber nicht alle sind schon wieder so günstig wie vor dem Hype."

Urelfer und Jaguar E-Type preislich abgestürzt

Jaguar E-Type 3.8 OTS
Absteiger: Jaguar E-Type 3.8 Litre (1961-62). Die Preise sackten seit 2018 um 30 Prozent ein.
Wenig Freude blieb Porsche­-Spekulanten, die zu Boom­-Zeiten in der Hoffnung auf weitere Zu­wächse teuer eingekauft hatten. Ein Ende des Hypes um Porsche 911 der frühen Baujahre hatte sich schon 2016 angekündigt. Seither geht es für die Urversion von Deutschlands Sportwagen-Ikone Nummer eins kontinuierlich bergab. 911 der Baujahre 1965/66 zum Bei­spiel büßten gegenüber dem Spitzenjahr 2015 bis zu 90.000 Euro an Wert ein. Hart traf es auch den Jaguar E­-Type. Die Urmodel­le mit flachem Fahrzeugboden ("Flat Floor") hielten sich nur kurz über 200.000 Euro und sind nach 30 Prozent Preissturz heute wieder so teuer wie 2015. Der VW T1 kostet als Samba-Bus mit zweiflügliger Seitentür ("Barn Door") zwar in gutem Zustand nach wie vor sechsstellig. Mit rund 13 Prozent fiel der Preisrutsch daher seit dem Boomjahr 2017 eher moderat aus. Durchschnittsexemplare, die weniger stark gestiegen waren, haben dadurch aber fast wieder das Niveau von 2015 erreicht.

Audi Sport quattro zog preislich stark an

1986 Audi Sport quattro
Aufsteiger: Audi Sport quattro (1984-85): Der heutige Marktwert liegt bei 360.000 Euro im Zustand 2.
Aber es gab auch Gewinner, wie der Audi Sport quattro (1984-85) mit einem aktuellen Marktpreis laut Classic Data im Zustand 2 von 360.000 Euro. Der "Kurze", wie Audi-Fans die im Radstand um 32 Zentimeter gestauchte quattro-Variante nennen, erlitt zwar einen leichten Dämpfer, ist aber nach wie vor 130.000 Euro mehr wert als vor fünf Jahren. Mercedes-­Pagoden (W 113) zogen zuletzt gegen den Trend sogar wieder leicht an. Das liegt laut Brune aber vor allem daran, dass sich die teils extremen Messepreise bei der Aus­wertung tatsächlicher Verkäufe als unrealistisches Wunschdenken der Anbieter entpuppten. Große Ausschläge nach oben verhinderte nicht zuletzt das – auch dank US-Reimporten – üppige Angebot. Auf sehr hohem Niveau stabil blieben Mercedes 300 SL: Flügel­türer im Topzustand werden wei­terhin jenseits der Million Euro gehan­delt. Abwärts ging es dagegen mit dem "kleinen Bruder" 190 SL, der im Zustand 2 von 128.000 Euro (2016) auf 105.000 Euro abstürzte. Hier ist nicht auszuschließen, dass die Preise bald wieder fünfstellig werden. Hier sind weitere Gewinnner und Verlierer bei den Sammlerautos.

Bildergalerie

Porsche 911 T 2.4 Targa
Marktanalyse: Hot-Hatches
Jaguar E-Type 3.8 OTS
Kamera
Marktanalyse: Sammlerautos