Porsche 911 G-Modell mit Tuning: Gewinnerin hat Bammel
400-PS-Porsche gewonnen: "Den will ich nicht fahren"

Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Moni Staudter (52) war im Obergeschoss ihres Hauses in Heimbuchenthal (Spessart), als sie von unten ihren Mann hörte: "Was?! Das gibt's doch nicht!" War etwas Schlimmes passiert? Nein, im Gegenteil: Die beiden hatten Lose für die Oldtimerspendenaktion der Lebenshilfe Gießen gekauft.
Jetzt kam ein Brief: "Herzlichen Glückwunsch, Sie bekommen den Hauptgewinn." Einen Porsche, Baujahr 1982. Keinen 924 mit 125 PS, keinen normalen 911 SC mit 204 PS – sondern einen 911 SC, den die Firma SWS im Jahr 1990 auf 400 PS hochgetunt hat!
Der Porsche 911 sieht nur aus wie ein 964
Seit dem Tuning hat das Exemplar die runden Stoßfänger von der Baureihe 964, die 1989 erschien, sieht also jünger aus. Lackiert ist der Porsche in "Rosso mica", einem Ferrari-Farbton.
Die Firma SWS Sportwagenservice in Spiesen-Elversberg (Saarland) von Joachim Wagner hatte das Auto damals zum SWS Turbo 400 umgebaut. Heißt: 3,3 Liter, Turbolader, Fünfgang-Schaltgetriebe, Sperrdifferenzial, Bilstein-Fahrwerk und Bremsanlage aus dem Porsche 928 S.
Mit 400 PS auf 1120 Kilogramm ist dieser Porsche 911 tatsächlich eine Waffe. Letzter Vorbesitzer war Dieter Last (62) aus Lemförde bei Osnabrück (Niedersachsen), und er sagt: "In dem Auto kriegt man Angst. Junge, Junge, wie der auf Tempo 300 geht!" Last hatte den Porsche der Lebenshilfe Gießen für die Verlosung gespendet.

Gewinnerin Moni Staudter mit ihrem Mann, Achim, und dem Vorbesitzer, Dieter Last.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Aber in der Garage versauern muss der Tuning-Porsche zum Glück nicht: Achim Staudter (53), Monis Mann, traut sich durchaus, den Elfer zu fahren – einen Termin bei der Zulassungsstelle hat er schon.
Lust hat er sowieso: "Ich bin mit Luftgekühlten aufgewachsen, mit zwölf durfte ich schon Opas 1956er Ovali-Käfer über den Acker fahren." Das Lehrer-Ehepaar hat schon einen VW T2a von 1971 mit Stahlschiebedach und ein Karmann-Ghia 1600 Cabrio, ebenfalls aus Achims Geburtsjahr 1971.
Mitfahren will Moni schon: als Beifahrerin
Am 11. März 2025 hat die Lebenshilfe Gießen die Autos der Oldtimerspendenaktion 2024 im PS.Speicher in Einbeck an die Gewinner übergeben. Da konnten Moni und Achim Stauder zum ersten Mal in ihren Porsche 911 einsteigen: er links, sie rechts.

Hier fühlt sie sich wohl: auf dem Beifahrersitz des Porsche 911, neben ihrem Mann am Steuer.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Auch die anderen zwölf Autos und das Motorrad der Oldtimerspendenaktion trafen hier auf ihre Gewinner: der Citroën DS 21 (1971) von Günther Jauch, ein Oldsmobile 98 (1955), ein Opel Olympia (1951), ein MGB GT (1973), ein Jaguar XJS Cabrio (1989), ein Fiat Topolino Belvedere (1954), ein Fiat Neckar (1968) und ein VW Käfer (1971).
Gleich drei Mercedes waren in der Verlosung: ein 260 E 4Matic (W 124, 1987), ein Mercedes 300 D US-Modell (/8, 1976) und ein Mercedes SLK (R 170, 2003). Mit Abstand der größte Gewinn ist das 7,60 Meter lange Feuerwehrauto American LaFrance L 700 (1952). Das Motorrad, eine Moto Guzzi 1000 California II von 1986, gewann zum Glück jemand mit Motorradführerschein.

Alle Gewinner der Oldtimerspendenaktion 2024 bei der Preisübergabe im PS.Speicher in Einbeck.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Jedes Los kostet fünf Euro. 1,7 Millionen Euro hat die Oldtimerspendenaktion 2024 so der Gießener Lebenshilfe in die Kasse gespült. Sie nutzt das Geld für eine Beratungsstelle und Tagesstätte für Menschen mit Gehirnschädigungen.
Die nächste Oldtimerspendenaktion läuft schon – alle Infos auf oldtimerspendenaktion.de. 2025 gibt es unter anderem Mercedes 560 SEC, Porsche 944 S2 Cabrio, Citroën ID 19, Mercedes 220 S Cabrio und Chevy Corvette C3 zu gewinnen.
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