Cabrios für Einsteiger
Triumph für Peugeot

Am Ende des Klassik-Vergleichs geht es um Fakten und Messwerte. Peugeot, Triumph oder VW – welches der drei kleinen Cabriolets steht am Ende ganz oben auf dem Treppchen?
- Andreas Borchmann
Drei Cabriolets, drei Kapitel: Spaß-, Kuschel- und Neidfaktor. Und es ist an dieser Stelle sicher nicht zu viel verraten: Jedes Auto beherrscht ein Fach besonders gut. Der Spaßfaktor: Ein Triumph für den Triumph. Allein der satte Sound, der nach viel Kraft und großem Motor klingt, bringt ihn weit in Führung. Dabei rumoren nur 71 PS unter der vorderen Riesenhaube. Genug für flotte Sprints und viel Fahrspaß – zumindest wenn man ein Bruder Leichtfuß wie der Spitfire ist. Da hat es der Peugeot schon schwerer, seine 75 Pferdchen in Wallung zu bringen. Ein Blick auf die Fahrleistungen zeigt: Gar nicht mal so übel – aber unter ordentlichem Getöse erreicht. Er ist nicht sportlich, obwohl sein Fahrwerk hohe Sicherheitsreserven bietet, fühlt sich aber auch nicht nach Uralt-Auto an.
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Bild: Christian Bittmann
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Echter Platzmangel regiert im Triumph. Er ist schmal wie ein eleganter Damenhandschuh. Der Fahrer sitzt eingekeilt zwischen linker Tür und seinem Kopiloten. Gut so. Denn die dünn gepolsterten Sitze bringen nicht genug Seitenführung mit. Es gelingt ihnen übrigens auch nicht, die harten Stöße der Federung zu absorbieren, das muss die verwindungsfreudige Karosserie erledigen. Der Käfer ist kein Weichei, seine Hülle überraschend fest. Die Federung reagiert auf Unebenheiten allerdings knochig, fast staksig, wenig elegant. Seine größten Pluspunkte: Er bietet Raum für vier und darüber hinaus gleich zwei Kofferräume fürs Wochenendgepäck.
Der Neidfaktor: Volle Punktzahl für den Käfer. Weil er erzsolide ist, Sympathien sammelt und Bienen anzieht wie die Kirschblüte im Alten Land. Leider hat sich das auch auf den Preis für makellose Cabrios ausgewirkt: Volkstümlich ist anders. Hübsche, charaktervolle Autos sind Peugeot und Triumph auch. Nur mit der Verarbeitungsqualität ist es bei beiden nicht weit her. Sie sollten damals halt möglichst günstig sein – um mithalten zu können mit dem Käfer, der bis heute Jedermanns Liebling ist.
Fazit
Der Sieg geht nach Frankreich. Peugeot baute in den 70er-Jahren überraschend gute Autos, der 304 S ist eines davon. Komfortabel und fahrsicher sammelt er die meisten Punkte. Der Käfer rettet sich mit seiner soliden Machart und dem guten Platzangebot auf den zweiten Rang. Wer vom Autofahren dagegen nur drei Dinge verlangt – Fun, Fun, Fun –, der kommt am Triumph nicht vorbei. Ein nettes Spielzeug für erwachsene Jungs.
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