DKW F5K
"In diesem DKW begann unsere Liebe"

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AUTO BILD-Archiv-Artikel 9/1986: In einem DKW F5K Cabriolet eroberte Bundespräsident Richard von Weizäcker seine Frau. AUTO BILD hat dem ersten Mann im Staat sein erstes Auto vor die Tür gestellt!
Er stand draußen im Regen, und das Wasser perlte über den roten Lack. Bundespräsident Richard von Weizsäcker lächelte durchs Fenster der Villa Hammerschmidt in den Regen hinaus: "Ja, das ist er. Genau so einen habe ich vor 36 Jahren gefahren." Auto Bild hatte dem ersten Mann im Staat sein erstes Auto vor die Tür gestellt: Ein DKW-Cabrio vom Typ F5K, Baujahr 1935, mit knallroter Holzkarosserie und schwarzen Ledersitzen. Es wurde ein fröhliches Wiedersehen unter dunklen Wolken. "Das Auto hat mir damals gute Dienste geleistet", erzählte Richard von Weizsäcker. "Ich habe es kurz nach dem Krieg für ein paar hundert Mark gekauft. Als Referendar war ich viel damit unterwegs und bei meiner Braut konnte ich damit Eindruck schinden. Sie sehen, es hat geklappt. Sie ist seit 35 Jahren meine Frau."
Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download
Eine Besonderheit des Traumwagens von einst: Hatte der DKW eine Beule, musste er zum Tischler – wegen der Holzkarosserie. Trotz des strömenden Regens setzte sich der Bundespräsident in den feucht gewordenen Zweitakter und griff entschlossen zum Schaltknüppel. Mit einem Griff hatte er den Krummstock aus dem Armaturenbrett bis unter die Achsel gezogen. Kein Problem: Oldtimer-Besitzer Ferdinand Herbst zurrte die Motorhaube auf und hängte die ausgeleierte Schaltung wieder ein. Danach erklärte der Bundespräsident entschlossen: "Jetzt dreh' ich 'ne Runde." Gab Gas und knatterte davon.
Die letzten 20 Meter musste er zu Fuß in die Villa Hammerschmidt zurück, weil dem Veteranen bei der kleinen Steigung die Puste ausgegangen war. "Ich wäre gerne wieder vorgefahren", schmunzelte Richard von Weizsäcker, "aber der DKW ist eben nicht mehr der Jüngste." Kleine Macken hatte das eigene Cabrio (Neupreis 1935: 1850 Reichsmark) auch schon damals. Dann klemmte das Verdeck. Der Bundespräsident erzählt: "Einmal bin ich von Essen nach Düsseldorf gefahren. Immer Vollgas, so ungefähr 70 Stundenkilometer. Als ich ankam, ließ sich das Verdeck nicht mehr schließen, weil sich die Holzkarosserie bei dieser Fahrt verzogen hatte."
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