Hamburg-Berlin-Klassik 2015: der dritte Rallyetag
Roter Teppich am Fischmarkt

Jubelnde Zuschauer mit vielen eigenen Oldies säumen die Strecke am Abschlusstag der Hamburg-Berlin-Klassik. Hamburg begrüßt das Feld am Fischmarkt.
- Matthias Brügge
- Christopher Clausen
Die gleißende Kolonne der 180 Oldies zieht am dritten Tag der Hamburg-Berlin-Klassik durchs sonnige Niedersachsen. Doch fast hat es den Anschein, als würden die Klassiker am Straßenrand ihnen den Rang ablaufen! Denn nach drei Tagen auf der Straße ist die Fahrt den Oldies anzusehen, während die aus der Garage gezogenen Blech-Schätze frisch gewaschen in der Sonne glänzen. Muscle-Cars wie Chevrolet Camaro und Dodge Charger parken an der Route, Opel vom Ascona B bis zum seltenen Senator B, frühe VW Golf, eine BMW Isetta und sogar ein sechsrädriger Mini Moke säumen die Strecke. Am elegantesten zeigt sich ein örtliche Klassiker-Klub, der südlich von Eschede das Feld mit drei Porsche 911 und einem Mercedes W 107 Coupé begrüßt – und Champagner aus einem Kübel mit mehreren Flaschen genießt.
Das sind die Champions: Gala-Abend am Fischmarkt
Auf schmalen Alleen nach Hamburg

Der Bentley 8 Litre LeMans Open Tourer startet in Wolfsburg.
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"Kopper" macht "Tatort"-Fans glücklich
Doch zurück in das Dörfchen Hohnhorst, wo das Feld über malerische Alleen ankommt. Dort machen die Insassen des schlichten beigefarbenen Audi L einige "Tatort"-Fans glücklich: Mit lauten "Kopper, Kopper"-Rufen begrüßen die Oldie-Fans Andreas Hoppe, als sie ihn erkennen – und Sabine Postel wird ebenso begeistert begrüßt. Die 15 Schauspieler, die die Autostadt in Wolfsburg anlässlich ihres 15-jährigen Bestehens auf die Klassik-Rallye schickt, kommen überall gut an. Nach einer Wertungsprüfung in Munster – schon die 15. bei dieser Rallye – bejubeln Gäste des Heideparks Soltau die ankommenden Oldies. Auch die Promis genießen die Fahrt: "Soviele schöne Orte, wie wunderbar, durch diese tolle Landschaft zu fahren", sagt die Schauspielerin Dennenesch Zoudé, die in einem roten Karmann Ghia Cabrio der Autostadt in Wolfsburg unterwegs ist. Sie lächelt: "Und erst das Auto, muss ich noch mehr sagen?"
Rennsport-Legende muss Lehrgeld zahlen
Da bremst schon ein gelber Opel GT beim grünen Baldachin der Durchfahrtskontrolle in Soltau. Welcher andere Oldie würde besser zu Opel-Konzernchef Karl-Thomas Neumann passen, der in seinem Privatwagen unterwegs ist? Wie war die Fahrt, Herr Neumann? "Großartig" sagt der stilsichere Opel-Chef und lacht. Ebenso guter Dinge ist Hilmar Bosse, der im weißen Rallye-Skoda 130 folgt, der Mann ist aus seiner Zeit als DDR-Rennsport-Legende bekannt. Überraschend: Es ist Bosses erste Klassiker-Rallye. "Wir haben Lehrgeld gezahlt", räumt der knorrige Mann grinsend ein. Nach der Mittagsrast, bei der die Teilnehmer das leckere Menü im Restaurant des Abenteuer-Hotels genießen, folgt die MINI-Prüfung auf dem Gelände des Freizeitparks – das Feld unterquert eine Achterbahn mit kreischenden Insassen.
Prüfung inmitten von Containerstapeln

Im Ponton-Benz tut Schatten gut.
Promi- und Oldie-Schau am Fischmarkt
Als erstes Auto kommt die Startnummer 13 um 15.13 Uhr ins Ziel bei der Fischauktionshalle direkt an der Elbe. Alle 180 Oldies erreichen den Kopfsteinpflaster-Platz, eine riesige Menschentraube bejubelt jeden eintreffenden Klassiker, ein Feeling wie auf dem Roten Teppich macht sich breit, denn die Promis geben Autogramm um Autogramm und führen jede Menge Interviews. Wie nun aber die Wertungsprüfungen ausgefallen sind und wer die Rallye gewonnen hat, das wird erst am Samstagabend bekannt gegeben. Dann feiern alle Rallyeteilnehmer den Ausklang der 8. Hamburg-Berlin-Klassik 2015 in einem Gala-Abend in der Fischauktionshalle.
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