Die ra­sante, von manchen als unge­sund empfundene Preisrallye der vergangenen Jahre ist gestoppt, der Markt für teure Supersportler kippt. Allerdings platzt keine Blase wie beim ersten Boom der Supercars Anfang der 90er-Jahre: "Statt mit heftigem Knall entweicht die Luft eher lautlos und lang­sam", sagt Marius Brune von Classic Data in Bochum. Zwischen 2014 und 2016 hatte der Experte die Notierun­gen für manche Autos, etwa den Ferrari F40, zum Teil monatlich nach oben anpassen müssen, so schnell schossen die Preise durch die Decke. Jetzt ist Ruhe eingekehrt. Dennoch müssen Kauf­interessenten weiterhin gut bei Kasse sein, denn die meisten Autos lie­gen preislich im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich.

Nur bei wenigen Autos Luft nach oben

Marktanalyse klassische Supersportler
Der teuerste Supersportler: McLaren F1 (1993-97); 12,62 Millionen Euro (Auktionsergebnis 2017).
Für Spekulanten schwinden die Chancen auf den gro­ßen Reibach, denn statt Wertzuwachs findet verbreitet eher Wertminderung statt. Nur bei wenigen Autos ist noch Luft nach oben. Als Beispiel nennt Brune den seiner­zeit glücklosen Jaguar XJ220, der zum 30. Jahrestag seiner Vorstellung wieder verstärkt ins Blickfeld der internationalen Sammlerszene gerückt ist. Gute Exemplare haben binnen vier Jahren um 40 Prozent zu­gelegt. Mit 240.000 Euro ist die 342 km/h schnelle Superkatze, gemessen an Exklusivität und Leistung, aber nach wie vor relativ günstig.Auch beim BMW M1 könnte das Jubiläum eine Sonder­konjunktur einläuten und ent­gegen dem Markttrend eine neuerliche Aufwärtsentwick­lung anstoßen: Brune hält es für denkbar, dass bei guten Exemplaren die halbe Million kurzfristig wieder geknackt wird.