Mazda RX-7 gegen Porsche 924 S
Original und Fälschung

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AUTO BILD Archiv-Artikel 27/1986: Die Ähnlichkeit verblüfft: Stünden nicht Name und Typenbezeichnung unübersehbar an Bug und Heck, fast jeder würde den Mazda als ein Modell von Porsche identifizieren.
Der neue Mazda RX-7 ist stilistisch eine Mischung aus Porsche 928 und 924 – nicht ganz so aggressiv wie der 100.000-Mark-Supersportwagen, aber moderner gezeichnet als der schon zehn Jahre alte 924. Die Ähnlichkeit scheint gewollt. Der RX-7 soll genau jene Kunden locken, die sich bislang im Hause Porsche umsahen. Die Eckdaten beweisen das. Preis: 41.800 (Porsche 43.250 DM) D-Mark, Leistung 150 PS (Porsche 150 PS), Höchstgeschwindigkeit 216 km/h (Porsche 219 km/h). Doch trotz der gleichen Charakterzüge: Im Herzen sind der Mazda RX-7 und der Porsche 924 S grundverschiedene Sportwagen. Unter der Haube des 924 S sitzt der bekannte Vierzylinder-Reihenmotor, der in nahezu gleicher Form auch im 944er Dienst tut.
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Im Mazda aber arbeitet ein Triebwerk, das an Genialität prinzipiell nicht zu überbieten ist: Der von dem Deutschen Felix Wankel in den 50er-Jahren konzipierte Kreiskolbenmotor arbeitet ohne Kurbelwelle, Pleuel und Ventile. Anstelle von auf und ab gehenden Kolben verrichtet ein umlaufender Kreiskolben die kraftspendende Arbeit. Mazda ist übrigens der einzige Hersteller, der diese Antriebsart konstruktiv pflegt – mit unterschiedlichem Erfolg. Zuverlässigkeit ist mittlerweile kein Thema mehr, wohl aber der Verbrauch des Zweischeiben-Wankelmotors. Die Mazda-Techniker haben es immer noch nicht geschafft, den Durst auf ein Maß herunterzuschrauben, dass Porsche vorgegeben hat: Der mit Katalysator ausgerüstete 924 S verbrauchte durchschnittlich 11,8 Liter Normal-Bleifrei.
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Und auch bei Autobahn-Hetze flossen nie mehr als 13,5 Liter durch die Einspritzanlage. Die Vergleichswerte des RX-7 dagegen: 14,8 Liter und 17 Liter Normal-Bleifrei. Bei 63 Liter Tankinhalt heisst das auf der Autobahn, möglichst alle 350 Kilometer an die Zapfsäule. Das ist ärgerlich, denn der RX7 ist für hohe Reisegeschwindigkeiten gut. Die Motor- und Windgeräusche werden nie lästig. Nur, dem deutschen Konkurrenten auf der Autobahn auf den Fersen zu bleiben, das fällt dem MazdaPiloten schwer. Das liegt am langen fünften Gang. Wer es eilig hat, muss öfter in den vierten zurückschalten. Doppelter Grund, für die exakte und leichtgängige Schaltung dankbar zu sein. Wer den Mazda scheucht, riskiert allerdings auch einen hohen Ölverbrauch. Bis zu 1,5 Liter auf 1000 Kilometer.
Doch Erfahrungswerte lehren, dass der Ölverbrauch mit zunehmender Laufleistung des Triebwerks zurückgeht. Der Wankelmotor braucht nämlich eine gewisse Fahrstrecke (zirka 10.000 Kilometer), bis sich die Dichtleisten des Kreiskolbens eingelaufen haben. Die Fahrfreude gibt's aber von Anfang an. Der Mazda hat eine prima leichtgängige und sehr direkte Lenkung. Und: Je schneller man fährt, desto weniger hilft die Servo-Unterstützung. Das bringt ein sicheres Fahrgefühl bei hohem Tempo. Der 1240 Kilogramm schwere Sportler ist mit dieser Servolenkung auch ungemein handlich. Bei Höchstgeschwindigkeit verlangt er dennoch etwas Fingerspitzengefühl.
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