NSU-Autofans werden diskriminiert
"Wir sind doch keine Nazis!"

Sie werden beschimpft und aus Lokalen geworfen. Seit "NSU" in der Öffentlichkeit für den "Nationalsozialistischen Untergrund" steht, müssen sich Fans der Neckarsulmer Auto- und Motorradmarke ständig rechtfertigen.

Jochen Zieher (69) und Annika (5), NSU Sportprinz von 1965: "Ich wurde als Nazi beschimpft, weil meine Hündin ...
Bild: Markus Heimbach

... ein Geschirr mit der Aufschrift 'NSU-Biene' trug. Meinen Sportprinz stell ich nicht mehr unbeaufsichtigt ab."
Bild: Markus Heimbach

Manfred Schiemer (53), NSU Prinz 4 von 1969: "Bei mir in Österreich kam die Polizei vorbei. Die Beamten wollten prüfen, ob unsere NSU-Austria-IG nur Tarnung für eine Gruppe von Neonazis ist."
Bild: Michael Alschner / AUTO BILD
Clubverzeichnis: Audi, Auto Union, DKW, NSU

Thomas Sennert (55), NSU Ro 80 von 1973: "Im Winter, als ich mit meiner NSU-Schirmmütze unterwegs war, wurde ich öfter mal schräg angeguckt. Das ist mir früher nie passiert."
Bild: Markus Heimbach

Friedrich Gebele (63), NSU TT von 1968: "Beim Anblick der großen NSU-Flagge in meiner Garage haben die Gäste unserer Landpension irritiert gefragt, ob wir denn zu den Braunen gehören."
Bild: Markus Heimbach

Bild: Markus Heimbach
Fazit
Gemessen am unfassbaren Leid, das die Terroristen über die Opfer und deren Angehörige gebracht haben, mögen die Sorgen von Autoliebhabern winzig erscheinen. Dennoch müssen wir uns damit beschäftigen. Denn dass die drei Buchstaben NSU in kürzester Zeit einen so dramatischen Bedeutungswandel erfahren haben, konnte nur passieren, weil die Öffentlichkeit Begriffe der Braunen übernommen hat – unreflektiert, unkommentiert und ohne sie in Anführungszeichen zu setzen. Das Pech der NSU-Fans ist, dass sie keine (Auto-)Lobby haben, die sich für den Schutz ihrer Marke engagiert. Hätten sich die Terroristen Bewaffneter Militanter Widerstand (BMW) oder Antidemokratische Union Deutschnationaler Ideologen (Audi) genannt, sähe das vermutlich ganz anders aus.
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