Mercedes W 123

Pro&Kontra: Oldtimer aus fremden Ländern

Sind Exoten aus Übersee reizvoller?

Wer daheim schon alles kennt, der sieht sich gerne in fremden Ländern um. Ist das auch bei Oldtimern sinnvoll, sind Exoten reizvoll? Dazu zwei Meinungen.

"Mit fettem Essex-V6 wird sogar ein Ford Taunus interessant"

Ja, bitte: Michael Struve mag Oldies, die es hier nicht gab.

Ein Ford Capri mit V8, ein 3er-BMW mit 3,3-Liter-Maschine, ein VW T3 mit Fünfzylinder: Wie geil ist das denn! So einen ausländischen Exoten würde ich mir sofort in die Garage stellen, wenn es Gelegenheit dazu gäbe. Leider ist das Angebot aus Übersee sehr überschaubar, weil diese Autos auch in ihrem Herkunftsland Kultstatus genießen. Wen wundert’s? Reizvoll sind für mich allerdings nur die großen Motorvarianten, die uns die Hersteller hier vorenthalten haben. Ein importiertes Basismodell mit popeligem Vierzylinder wäre mir zu langweilig. Aber mit fettem V6 wird sogar ein biederer Ford Taunus plötzlich interessant. Klar, ein großer Motor bringt nicht nur Vorteile. Aber im selten genutzten Oldtimer nehme ich einen erhöhten Spritverbrauch oder ein unausgewogenes Fahrverhalten durch Kopflastigkeit gern in Kauf.

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Oldies aus fremden Ländern kaufen?

Klassik-Umfrage: Exotische Oldtimer
Die in der Regel sehr gute Ausstattung steigert den Reiz der Exoten noch weiter. Einziger Wermutstropfen dürfte in vielen Fällen die Rechtslenkung sein. Sie bringt auf unseren heimischen Straßen Nachteile beim Fahren und mindert die Chancen beim Wiederverkauf. Dafür macht sie den Wagen aber auch noch einzigartig. Was sonst noch den Reiz eines Übersee-Exoten ausmacht? Zum Beispiel die Gewissheit, auf Oldtimertreffen wohl niemals das gleiche Auto anzutreffen. Und eine Startplatzgarantie bei Klassikerrallyes, die Wert auf Modellvielfalt im Starterfeld legen.

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"Der Reiz ist flüchtig – wie bei jeder Urlaubsbekanntschaft"

Nein, danke: Martin Puthz feht der persönliche Bezug.

Schon cool, wenn unterm braven Blechkleid eines Rekord D ein Hubraumriese bollert. Auch den 7er mit M-Motor würde ich gern mal fahren, rein interessehalber. Spannend ist es allemal, über den Tellerrand der heimischen Klassikerszene zu schauen – Rares und Exotisches lockt immer. Nachhaltige Begeisterung wecken die Kuriositäten vom anderen Ende der Welt bei mir jedoch nicht. Sie taugen als aufregende Urlaubsbekanntschaft. Aber nicht für eine glückliche Langzeitbeziehung. Warum? Ganz einfach: Ich wette, der Old- oder Youngtimer, den Sie in der Garage stehen haben, ist entweder ein Modell, mit dem Sie Kindheits- oder Jugenderinnerungen verbinden, oder eins, von dem Sie schon immer geträumt haben. Sehen Sie! So ist es bei mir auch. Persönlicher Bezug ist der entscheidende Schlüssel zum Klassiker-Glück – wobei es wurscht ist, ob einem "nur" das Design gefällt oder ob man sich für ein paar Freizeitkilometer jene Zeit zurückholen will, als man bei Opa auf der Rückbank saß. Irgendwie ist es wie mit dem Essen: Chili vom Mexikaner, Tom Kha Gai vom Asiaten, Straußensteak aus Afrika – alles lecker, aber am Ende landest du doch wieder beim Jägerschnitzel. Das volle Nostalgiepaket können mir nur heimische Oldtimer bieten. Exoten aus anderen Welten geben mir nichts – oder verwirren mich nur. Zum perfekten T3-Gefühl gehört nun mal ein schwachbrüstiger Boxer und kein Audi-Fünfzylinder! Soweit die Meinung der beiden AUTO BILD KLASSIK-Kollegen. Was meinen Sie? Stimmen Sie oben ab!

Autoren: Michael Struve, Martin G. Puthz

Stichworte:

Oldtimer

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