Reif fürs H-Kennzeichen: Klassiker von 1988

Reif fürs H-Kennzeichen: Klassiker von 1988

Die Autos von 1988 sind jetzt Oldtimer

Sie suchen einen Oldtimer? Diese Autos sind jetzt 30: BMW 5er (E34), Porsche 911 (964) und BMW Z1, allesamt Klassiker von 1988 und nun reif fürs H-Kennzeichen.
Wer ein Auto mit der Erstzulassung 1988 besitzt, kann sich freuen: Diese Autos sind 30 Jahre alt und damit reif fürs H-Kennzeichen, das prestigereiche und manchmal steuersparende Kennzeichen für automobiles Kulturgut! Die Autos von 1988 haben viele noch vor Augen, und viele sind noch auf den Straßen unterwegs, schließlich stammen aus der Zeit viele technisch ausgereifte Fahrzeuge, deren überschaubare Elektronik noch beherrschbar ist, und deren Technik noch mit Ersatzteilen versorgt werden kann. Und für die Überlebenden ihrer Gattung stehen oft noch jüngere Ersatzteilspender bei den Verwertern. Das geht auch dem 5er ­ BMW der Baureihe E34 so. Tatsächlich: 2018 werden die ersten Exemplare 30 Jahre alt. Das bedeutet: Vater Staat gewährt ihnen das H ­-Kennzeichen und stuft sie als Kulturgut ein!

BMW 5er (E34) - der geschrumpfte 7er

5er-BMW (E34): Funkitionale, klare Linie überall.

Mit dem BMW E34 schuf Designer Ercole Spada ein Meisterwerk! Zarte Lichtkanten in der Flanke, die dezent die dritte Dimension betonen und die man nicht "Tornado ­ Linie" oder ähnlich taufen muss, um ihre Existenz zu rechtfertigen. Schlanke Schlichtheit, die ohne vordergründige Effekte auskommt. Der BMW bewegt sich flink und spielerisch, ein komfortabler Leichtfuß, trittsicher und aus dem Handgelenk zu dirigieren, souverän und ausgewogen. Der 5er fährt beinahe noch auf Augenhöhe mit modernen Autos. Zugegeben: Ihm den Oldtimer "abzukaufen", fällt deshalb nicht leicht. Andererseits spricht es für seine konstruktive Qualität und zeigt, wie weit die BMW-Entwickler damals waren.

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Audi V8 - Angriff in der Oberklasse

Audi V8: Quattro-Antrieb (neu in der Oberklasse), 3,6-Liter-V8 (250 PS) und Top-Ausstattung.

Von Schönlingen wie dem Alfa 164 bis hin zu Technik-Leckerbissen wie dem Mitsubishi Galant hat der Auto-Jahrgang 1988 an Limousinen alles zu bieten, was sich Sammlerherzen wünschen - und das zu günstigen Preisen. Allerdings beginnen die Gesetze des Marktes schon zu greifen. Beispiel Audi V8: Mit der Oberklasselimousine verfehlten die Ingolstädter einst ihre Verkaufsziele, nur 21.000 Stück wurden bis 1994 gebaut. Das macht den V8 heute trotz hoher Unterhaltskosten rar und begehrenswert: Die Preise für gute Exemplare haben sich seit 2012 verdoppelt!

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Porsche 911 (964) - erstmals mit Allrad

Porsche 911 (964): Der Heckflügel fuhr je nach Tempo automatisch ein und aus.

Sportwagen oder potente Ableger von unscheinbaren Großserien-Modellen lassen Sammlerherzen seit jeher höherschlagen. Einige dieser Youngtimer mit Kultstatus werden jetzt zu Oldtimern, wie auch der Porsche 964. Bis auf ihn liegen ihre Preise noch nicht völlig im roten Bereich. Doch der Porsche zieht an: Er war in den späten 80ern als verbesserter 911 konzipiert, der die Firma retten sollte. Bodengruppe und Fahrwerk waren ebenso neu wie der 3,6-Liter-Boxer mit Kat und 250 PS. Der Heckflügel fuhr je nach Tempo automatisch aus und ein. Zum Verkaufsstart 1988 trat zunächst der Carrera 4 mit (erstmals beim 911 erhältlichem) Allradantrieb an. Einer der heißesten Oldtimer von 1988!.

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Fiat Tipo - Konkurrenz für den Golf

Fiat Tipo: Der Golf-Schreck von Fiat mit vielen Ecken und Kanten ("Auto des Jahres 1989").

Mit Fiat Tipo und Renault 19 drängten ab 1988 zwei neue Golf-Konkurrenten auf den Markt. Vor allem der R19 schaffte, was keiner für möglich hielt: Nach dem Fall der Mauer stand er in den neuen Bundesländern hinter dem Opel Kadett zeitweise auf Platz zwei der Zulassungsstatistik – vor dem Golf! Der Tipo wurde sogar zum "Auto des Jahres 1989" gekürt. Schwache Crashtest-Ergebnisse waren allerdings sein Manko. Auch 1988 modernisierte Wartburg den 353 noch mal mit einem VW-Motor, doch im April 1991 war Schluss – die Herstellungskosten lagen doppelt so hoch wie der erzielbare Verkaufspreis. Hier nun die Klassiker von 1988 – wir werden 30!

Peter Michaely

Fazit

Mitte der 80er begann die Kat-Ära in Deutschland, die Übergangsfrist lief bis Anfang '89. Damit könnte das H-Kennzeichen an Bedeutung verlieren, jedenfalls als Steuersparmodell. Klar dürfte auch sein: Wer Exoten wie einen 88er-Mitsubishi Galant mit aktivem Fahrwerk findet, muss sich über die Instandhaltung Gedanken machen. Das Thema Elektronik wird weiter an Bedeutung gewinnen. Und dass nun Autos zu Oldtimern reifen, die sich gar nicht wie solche fahren, dürfte die Szene verändern.

Autor: Martin G. Puthz

Stichworte:

Oldtimer H-Kennzeichen

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