Goodwood 2025: die Oldtimer-Stars vom Festival of Speed
Ein kanariengelber Aston Martin und zwei weitere Traum-Oldies
Bild: Matthias Brügge
Das Goodwood Festival of Speed ist die Autoveranstaltung, auf der sich Autofans aller Art treffen, weil die Vielfalt der Fahrzeuge so umfassend ist. Überall auf dem ausgedehnten Gelände findet man faszinierende Mobile – hier sind die Highlights von Goodwood.
Für Klassik-Liebhaber ist die Wiese vor der Bibliothek des Goodwood House ein ganz besonderer Ort. Denn dort präsentieren sich die seltensten und exklusivsten Fahrzeuge des Festival of Speed (FOS). Nicht ohne Grund trägt dieser Rasen den Beinamen "Style & Luxus". Hier stehen Autos aus Privatsammlungen oder passend zu einem bestimmten Thema. Sieben Bugatti Veyron aus den Baujahren 2005 bis 2015 sehen? Hier ist das möglich.
Auch sieben Facel Vega auf einen Streich – jedes einzelne ein Traum. Wer sich von 100 Jahren Rolls-Royce betören lassen will, findet auf dieser Wiese hundertjährige Fahrzeuge mit der berühmten Emily auf dem Kühler.
Vorserienmodell des Aston Martin DB4 von 1959
Mich zieht stattdessen der kanariengelbe Aston Martin DB4 magisch an. Erst sein Nachfolger Aston Martin DB5 hat die Form weltberühmt gemacht, als silbernes Auto im Dienste Ihrer Majestät, gefahren von Agent 007 alias James Bond. Dieser DB4 von 1959 aber, ein Vorserienmodell, war auf der Verkaufsbroschüre abgebildet, mit der die Briten in den Verkauf gingen – und verrottete später 20 Jahre lang auf einer Wiese in Wales, bevor er einen Restaurator fand.

Die Form des Wagens ist bekannt: Dieser kanariengelber Aston Martin DB4 von 1959 ist der Vorgänger von James Bonds silbernen DB5. Das Auto ist ein sehr rares Vorserienmodell und war auf der Verkaufsbroschüre abgebildet, mit der die Briten in den Verkauf gingen.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Allzu barmherzig und risikofreudig musste dieser nicht sein: Autos wie dieses, von der Carozzeria Superleggera gestaltet und von einem Premium-Hersteller erschaffen, holen bei jeder Restaurierung das eingesetzte Geld wieder raus. Dank seiner wichtigen Historie wurde der Wagen in den Werkszustand von 1959 versetzt. Ein Traum in Gelb.
Ford Transit Prototyp: Das Auto für die Seitenwand
Von völlig bürgerlicher Herkunft ist dagegen dieses Fahrzeug mit dem blauen Oval als Markenzeichen und der Schrift im Coca-Cola-Stil: Einer der ersten Ford Transit wurde auf der "Stil & Luxus"-Wiese geadelt! Noch dazu handelt es sich um ein Exemplar mit praktischen seitlichen Schiebetüren. Er steht symbolisch für 60 Jahre Ford Transit.

Auf der "Stil & Luxus"-Wiese steht – ein Ford Transit? Nicht irgendeiner: Es ist ein Prototyp der legendären Transporterreihe von 1965. Dieses Auto stand schon im Dienst eines Teppichhändlers, war auch als Filmrequisite auf der Leinwand ("Mit Schirm, Charme und Melone"), anschließend kam es zum jetzigen Besitzer – und wurde zu 95 Prozent restauriert.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Auch hier ist die Geschichte eine verschlungene: Zunächst diente der Prototyp im Auftrag von Ford im Jahr 1965 dazu, die optimale Form der Seitenbleche zu entwickeln – denn anfangs flatterten die Fahrzeugseiten bei geöffneten Fenstern und voller Fahrt. Anschließend arbeitete der Transit im Alltag – als Lieferfahrzeug für einen Teppichhändler. Eine solche Karriere endete meist auf dem Schrottplatz, doch nicht bei diesem Transit: Er tauchte 1998 als Filmstar im Streifen "Mit Schirm, Charme und Melone" (Original: "The Avengers") wieder auf – mit Uma Thurman, Ralph Fiennes und nicht zuletzt Sean Connery in den Hauptrollen.

Was für ein Unterboden des Ford Transit – da hat der Restaurator ganze Arbeit geleistet! Das historisch wichtige Fahrzeug ist es wert.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Weil ein zweiter Teil des Films geplant war, aber nie realisiert wurde, stand der Transit zum Verkauf. Er wurde von seinem jetzigen Besitzer gerettet und restauriert. Konkret wurden 95 Prozent des Autos überholt, der aktuelle Zustand dürfte von kaum einem anderen Transit aus den 60ern erreicht werden. Ein Blick unters Auto zeigt nichts weniger als Perfektion.

Bild: Nele Klein / AUTO BILD
Umso größer die Freude bei mir, die Gelegenheit bekommen zu haben, in dem Auto Platz zu nehmen. In einem der Superoldies auf der "Stil & Luxus"-Wiese in Goodwood. Mehr geht kaum.
Alpina B6: mit BMW 528-Typenschild
Den frühen Alpinas konnte man die Herkunft noch am Typenschild ablesen. So trägt dieser grasgrüne B6 der Fünfer-Serie E12 noch eine "528" am Heckdeckel. Er steht symbolisch für die Sonderausstellung "60 Jahre Alpina", gemeinsam mit sieben späteren Schwestermodellen des Firmengründers Burkhard Bovensiepen.

Am Heck prangt neben der Bezeichnung Alpina noch das Typenschild des Ursprungsmodells 528. Spätere Alpina traten dann unter eigenständigem Modellnamen auf.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Dieser B6 ist der älteste der Ausstellung – jeder andere hätte es ebenfalls verdient, hier hervorgehoben zu werden. Die Wahl fiel nicht leicht. Letztlich entschied man sich für dieses auch farblich herausstechende Modell – ganz ein Kind der 1970er-Jahre. "Spoiler, Speichen und Streifen" nannten die Aussteller das Motto der Alpina-Show.

Von 1976 stammt der Alpina B6 auf Basis eines BMW 528 E12, sanft restauriert in bestechender Farbe.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Der B6 steht in direkter Linie zum getunten BMW 1600, mit dem 1965 die Alpina-Erfolgsgeschichte begann. Damit lässt sich das Gründungsjahr sogar mit einem konkreten Automodell verbinden. 2022 wurde Alpina Teil von BMW – nur ein Jahr vor dem Tod des Firmengründers Bovensiepen.
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