Für viele Mercedes-Fans, deren Herz für 90er-Jahre-Autos brennt, ist der Mercedes E 500 das Nonplusultra. Doch es geht noch schärfer: Für den E 60 AMG und dem noch exklusiveren E60 AMG Limited legte AMG noch eins drauf.
Ein Exemplar des E 60 AMG Limited stach als Highlight auf der Bremen Classic Motorshow 2024 hervor.

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Wie viele E 60 AMG Limited wurden gebaut?

Vom E 500 sind rund 100 Exemplare, vom E 60 AMG Limited weniger als 50 entstanden. Immerhin die erste E-Klasse von AMG! Und die damals noch eigenständigen Schwaben durften sich am E 60 richtig austoben. Bis zu 400 PS sind das Ergebnis.
Mercedes lieferte AMG damals die Rohkarossen des 500 E sowie die Technik des in Zusammenarbeit mit Porsche entstandenen Königs der Autobahn. Alles Weitere lag in den Händen der Affalterbacher Spezialisten. Die Karosserie blieb identisch zum Bruder aus dem Werk. Das sichert bis heute eine hohe Alltagstauglichkeit und eine auf den ersten Blick unauffällige Silhouette.
Mercedes E60 AMG Limited
Speziell für den Limited würde eine Lederausstattung im Airbrush-Design hergestellt. Es gab sie in mehreren Farbtönen.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
Anders das Interieur: AMG richtete den Innenraum mit viel Leder und Wurzelholz gediegen ein, die Verarbeitung ist makellos. Die zweifarbige Lederversion mit Airbrush-Sitzfläche ist Geschmackssache, passt aber in die Zeit. Bei der Bedienung zeigt sich die Nähe zum Serien-W-124, die Ergonomie stellt den Fahrer vor keine besonderen Herausforderungen.

Wie wurde die Motorleistung für den E 60 erhöht?

Den M119-E50 unter der Haube entwickelten die Techniker konsequent weiter. So wurde der Hubraum auf sechs Liter aufgebohrt. Durch eine Verkleinerung des Gegengewichtsradius passte die Kurbelwelle aus dem Mercedes 560 SEL. Dazu kamen bearbeitete Ein- und Auslasskanäle, neue Kolben und geänderte Ein- und Auslassnockenwellen. Die Motorelektronik wurde angepasst.
Mercedes E60 AMG Limited
Ein genauer Blick enttarnt den E 60: Die Radhäuser sind von Haus aus verbreitert, die Sechsspeichenfelgen typspezifisch.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
Am Ende standen zuerst 374 und später 381 PS im Lastenheft. Einige E-60-Eigner wollen sogar bis zu 400 PS gemessen haben. Die Drehmomentkurve gipfelte bei 580 Nm. Das machte den E 60 seinerzeit sprintstärker als Mercedes S 600 und SL 600!

War der E 60 AMG abgeregelt?

Mit der "kurzen" 2,82er-Hinterachse stürmt der E 60 los wie ein Dragster. Etwas mehr als die elektronisch begrenzte Spitze sind dann drin. Mit der längeren 2,65er-Achse und einer Vmax-Anhebung schafft er 275 km/h, theoretisch ist der Super-W-124 sogar 295 km/h schnell.
Mercedes E60 AMG Limited (W 124)
Der Besteller dieses Exemplars hat auf die Schriftzüge "E 60" und "AMG" nicht verzichtet.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Allerdings bleibt er ein W 124. Kommt die erste Kurve, zeigt sich die gemütliche Seite seiner Kugelumlauflenkung. Sportlich-straff ist anders. Das optional erhältliche AMG-Sportfahrwerk ändert das ein wenig, neigt dafür aber zur Steifbeinigkeit.
Interessenten brauchen Geduld, wenn sie einen E 60 haben wollen. Nur sehr selten kommt eines der knapp 150 gebauten Exemplare auf den Markt, wenn überhaupt.

Kommentar

E 500 oder E 60 AMG? Wer kein Experte ist, dem helfen von außen nur die Heckschilder "E 60" und "AMG". Einer von weniger als 50 AMG Limited war Publikumsmagnet auf der Bremen Classic Motorshow 2024, er hat mich schwer beeindruckt!