Bimotor-VW vom Pikes-Peak Bergrennen 1987

Bimotor-VW vom Pikes-Peak Bergrennen 1987

VW Golf 2 Pikes Peak mit zwei GTI-Motoren: Test

In diesem Golf stecken zwei GTI-Motoren

Der Bimotor-Golf 2 vom Pikes-Peak-Bergrennen 1987 flößt mit zwei GTI-Motoren heute noch Respekt ein. VW hat den Power-Golf zurück auf die Straße geholt. Fahrbericht!
In diesem Golf 2 schlagen zwei Herzen, und sie sind mächtig: Sowohl vorne als auch hinten macht sich ein 1,8 Liter großer, mit KKK-Turboladern getunter Motor aus dem Golf 2 GTI 16V breit (Leistung: 326 PS). Nach mehr als 30 Jahren im Depot hat VW den Golf "Pikes Peak" wieder fahrbereit gemacht.

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Der Golf kann mit Allrad, Front- oder Heckantrieb fahren

Karges Interieur: Das Cockpit ist auf das notwendigste reduziert. Zwei Motoren erfordern zwei Anlasser.

Der Bimotor-Renner wiegt 1020 Kilogramm. Da beide Motoren über jeweils ein eigenes Hewland-Renngetriebe verfügen, kann der Golf wahlweise mit Allrad- oder nur mit Front- beziehungsweise Heckantrieb bewegt werden. Das nackte Cockpit bietet es nur die notwendigsten Schalter und Armaturen, die in blankes Metall eingelassen sind. Zwei Startknöpfe, zwei Hebel für die Treibstoffpumpen, aber nur ein Drehzahlmesser. Der Schalthebel betätigt im konventionellen H-Schema zwei Getriebe. Weil die nicht völlig synchron laufenden Triebwerke ihre Kraft ungleichmäßig auf ihre jeweilige Achse verteilen, fährt der Bimotor-­Bolide ständig leicht im Zickzack.

Die Beschleunigung ist respekteinflößend

Video: VW Golf 2 (1983)

Der Golf wächst weiter

Aber er schiebt heftig an. Die Suche nach dem nächsten Gang dauert manchmal viele Sekunden, und Bremsen hat der 652­-PS-­Brummer auch nur in der Theorie. "Am Pikes Peak, in den Achtzigern komplett Schotter, waren Brem­sen fast überflüssig", sagt Ex-Rallyeprofi Klaus-Joachim "Jochi" Kleint. "Ich habe das Auto vor langsameren Kurven einfach quergestellt." Also gönnten die Ingenieure dem Monster­-Golf nur die winzige Bremsanlage eines Polo – auch das ist Leichtbau.

Das Bergrennen am Pikes Peak machte den Golf berühmt

Luftzufuhr: Die zwei gewaltigen Öffnungen im Heck erinnern an ein Amphibienfahrzeug.

Kleint (71) fuhr diesen skurrilen Golf 1987 beim berühmten Bergrennen am Pikes Peak im US-Bundesstaat Colorado. Die 19,99 Kilometer lange Strecke umfasst 156 Kurven. Der Start liegt auf 2863 Höhenmetern, das Ziel auf 4301 Meter Höhe. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren verlieren durch die dünne Höhenluft rund ein Drittel ihrer Leistung. Der Golf mit den zwei Herzen war VWs Low­-Tech-­Antwort auf die hochgezüchteten Allradler von Audi und Peugeot. Am Ende siegte Walter Röhrl im Audi quattro Sport. Doch bei den internen Zwischenzeit-Messungen war Kleint im zweimotorigen Golf ähnlich schnell, bis wenige Kurven vor dem Ziel ein Gelenk in der Vorderradaufhängung brach. Der Golf wanderte danach direkt ins Museum – bis heute.

Bimotor-VW vom Pikes-Peak Bergrennen 1987

VW Golf Pikes Peak: VorstellungVW Golf Pikes Peak: VorstellungVW Golf Pikes Peak: Vorstellung

Autoren: Christian Schön,

Stichworte:

Rennwagen Youngtimer WTF

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