Alfa Romeo RZ
Das Monster aus Mailand

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Er sieht aus, als hätte Picasso ihn gestylt – ein Fall für den etwas anderen Geschmack also. Doch wer sich überwinden kann, dem bietet dieser Zagato das reine Alfa-Vergnügen.
Schön ist etwas anderes. Als ihn Alfa 1989 auf dem Genfer Salon zeigte, hatte die italienische Presse sogleich den passenden Namen parat: Il Mostro, das Monster. Wie wahr. Die meisten Betrachter sahen in dem Klotz ein ästhetisches Desaster. Eine Art Mike Tyson auf Rädern. Tatsächlich hieß das Auto einfach nur SZ, Z wie Zagato, wo es ab Ende des Jahres gebaut wurde. Und wo 1992 auch die hier gezeigte Offenversion namens RZ entstand. Was war passiert? Fiat-Chef Vittorio Ghidella, dessen Idee es war, wollte mit dem Unikum einfach nur etwas Leben in die Alfa-Palette bringen. Für die Grundform zeichnete nicht Zagato, sondern der Franzose Robert Opron verantwortlich, der Mann, der in seinem früheren Leben – unglaublich, aber wahr – so große Würfe wie den Citroën SM oder den CX landete.
Cuore Sportivo seit 1910: die Markengeschichte von Alfa Romeo

Bild: Andreas Lindlahr

Die Sitzposition im erfrischend schlichten Cockpit ist sportlich-bequem, die Lenkung wunderbar gefühlvoll.
Bild: Andreas Lindlahr
Monster mit Imageproblem
Hätte es die Alfa-Gemeinde zu Lebzeiten des SZ/RZ geahnt, wäre er wohl mit offenen Armen aufgenommen worden. So aber hatte Alfa Probleme, das mit 120.000 Mark reichlich teure Stück an den Mann zu bringen. Ohne satte Rabatte wollte kaum einer zugreifen. Bis 1991 verließen 1036 SZ das Zagato-Werk, 1992/93 folgten 284 RZ, dann hatte "il Mostro" ausgewütet. Der Trost für Zukurzgekommene: Sie sind ja nicht ausgestorben, diese Monster. Erstaunlich viele finden sich noch im Dickicht der Gebrauchtwagenofferten.
Historie

Zwischen 1969 und 1976 baute Alfa den Junior Zagato mit 89 bis 109 PS.
Bild: Werk
Technische Daten
Alfa Romeo RZ
V6 (60 Grad) • zwei Ventile pro Zylinder • Hubraum 2959 ccm • Leistung 155 kW (210 PS) bei 6200 min • max. Drehmoment 245 Nm bei 4500/min • Hinterradantrieb • Sperrdifferenzial • Fünfgangschaltgetriebe, Transaxle-Anordnung • vorn Doppelquerlenker und Schraubenfedern, hinten De-Dion-Achse mit Schubstreben und Watt-Gestänge, Schraubenfedern • innenbelüftete Scheibenbremsen vorn/hinten • Reifen 205/55 ZR 16 vorn, 225/50 ZR 16 hinten (Pirelli Zero) • Länge/Breite/Höhe 4060/1730/1300 mm • Radstand 2510 mm • Leergewicht 1380 kg • Spitze 245 km/h • 0–100 km/h in 7,5 s • Verbrauch 11 bis 12 Liter Super/100 km • Neupreis 1993: 140.000 Mark
V6 (60 Grad) • zwei Ventile pro Zylinder • Hubraum 2959 ccm • Leistung 155 kW (210 PS) bei 6200 min • max. Drehmoment 245 Nm bei 4500/min • Hinterradantrieb • Sperrdifferenzial • Fünfgangschaltgetriebe, Transaxle-Anordnung • vorn Doppelquerlenker und Schraubenfedern, hinten De-Dion-Achse mit Schubstreben und Watt-Gestänge, Schraubenfedern • innenbelüftete Scheibenbremsen vorn/hinten • Reifen 205/55 ZR 16 vorn, 225/50 ZR 16 hinten (Pirelli Zero) • Länge/Breite/Höhe 4060/1730/1300 mm • Radstand 2510 mm • Leergewicht 1380 kg • Spitze 245 km/h • 0–100 km/h in 7,5 s • Verbrauch 11 bis 12 Liter Super/100 km • Neupreis 1993: 140.000 Mark
Plus/Minus

Dem herrlichen Dreiliter-V6 trauern Alfa-Fans zu Recht nach. Er dreht und klingt, das es eine wahre Wonne ist.
Bild: Andreas Lindlahr
Marktlage
Sie sind gemessen an der geringen Produktionszahl nicht allzu schwer zu finden, speziell der SZ. Geringe Laufleistung ist bei den Angeboten eher die Regel als die Ausnahme. Gepflegte Coupés mit weniger als 50.000 Kilometer auf dem Tacho gibt es für weniger als 40.000 Euro, Roadster liegen ein paar Tausender darüber.
Ersatzteile
Die Technik und viele Ausstattungsdetails des SZ/RZ stammen aus den zeitgenössischen Großserien-Alfa. Da gibt es folglich kaum Engpässe, und die Preise liegen im Rahmen des Üblichen. Schwierig wird es freilich bei den Bestandteilen der Karosserie, die aus sogenanntem MODAR-Kunststoff bei Carplast in Italien gefertigt wurden. Die Bestände sind extrem knapp, da helfen meist nur Nachfertigungen.
Empfehlung
Beim Kauf auf jeden Fall einen Wartungsnachweis einfordern und nur garantiert unfallfreie Angebote wählen. Motor, Fahrwerk, Reifen und die Karosserie sollten der originalen Spezifikation entsprechen – wer sich da nicht genau auskennt, sollte das Auto vor dem Zuschlag von einem Experten untersuchen zu lassen. Wichtig: Auch ein Zagato kann rosten, denn unter der Plastikhaut steckt ein Stahlchassis. Also Teppiche hoch und auch sonst untenherum alles genau abchecken.
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