Autos der 80er: Diese fünf Klassiker stechen heraus
Von sportlich bis lässig: die fünf coolsten Autos der Achtziger!
Hits der Plastikjahre: Die fünf coolsten Autos der 80er
In den 80er entstanden viele legendäre Autos. Wir finden, diese fünf Klassiker sind die coolsten: Mercedes 300 CE (124), Peugeot 205 Rallye, Audi 200 Avant, Volvo 480 Turbo und Porsche 928 Clubsport.
Die 80er-Jahre brachten viele Unsitten. Vieles wurde aus Plastik gebaut: Autos, Musik, Bilderrahmen. Und warum machte die halbe Gesellschaft mit? Und doch waren die Autos der 80er-Jahre besonders. Die Käufer stellten Ansprüche! Ergebnis: Mercedes 230 E, Audi 100, Volvo 440: Das waren coole, technoide Statements. Peugeot 205 und Porsche 928 S4 waren nicht angepasst, aber auch typisch für die 80er in ihrer Designverliebtheit.
Hier kommen fünf Autos, die die Epoche widerspiegeln: ein Mercedes, der Design und Luxus auf höchstem Niveau bietet. Ein Peugeot als perfekte Basis für den Rallyesport. Ein Audi, um BMW und Mercedes das Fürchten zu lehren. Ein Volvo als das feinste Designerstück in der Golf-Klasse. Und ein Porsche, der sie alle abhängte. Halten sie, was sie versprechen?
1. Mercedes 300 CE (124) – lässiges Coupé mit Kultur
Außer dem Golf 2 löst kein Auto in der deutschen Klassikerszene noch weniger Ehrfurcht aus wie die Mercedes-Mittelklasse der 80er-Jahre: Ein Auto wie ein Sandkastenfreund, der immer da war. Ein Klassiker? Erst mal schwierig. Das Coupé des Mittelklasse-Mercedes wirkt extrovertierter als andere Benze, schließlich waren die 124er aerodynamischer und leichter als bisher. Designchef Bruno Sacco hatte den ganzen 124er von der großen Linie bis in die Details nach einer geometrischen Figur entworfen, dem Trapez. Außer an Kühlergrill und Logos gab es kein Chrom. Die neue Mittelklasse sollte sozialverträglich wirken, das galt auch für das Coupé, per Definition Erster unter Gleichen.
Kühl ist die Mercedes-Mittelklasse der 80er immer. Als Coupé in Türkis wird sie sogar cool.
Bild: Christian Bittmann
Das 124er-Coupé kam 1987 mit breiten Plastikleisten an der Seite auf den Markt, blieb aber sonst unauffällig. Heraus stechen nur Details. Die Linie: Das Coupé C 124 ist 8,5 Zentimeter kürzer und 5,1 Zentimeter niedriger als die Limousine. Das Dach ist kurz, die Heckscheibe flach und nicht in sich abgewinkelt wie bei der Limousine. Die Dachsäule geht bündig in den hinteren Kotflügel über. Eine Frontschürze mit geriffelten Lufteinlässen ist etwas Besonderes, aber sie kann dieses (Sechszylinder) oder jenes (Klimaanlage) bedeuten. Warum sind die Scheinwerferwischer wichtig? Ein verzichtbares Extra für 524,40 Mark, das fällt auf. Innen finden sie ihre Entsprechung oben auf der Mittelkonsole: je mehr Schalter, desto teurer. Metallisches Türkis, Scheinwerferwischerchen: eine besondere Kleinigkeit. Ein Auto wie alle aus seiner Modellreihe und doch anders.
Der 300 CE sieht moderner aus, als er sich fährt
In den 80ern, diesem technikverliebten Jahrzehnt, gibt Sacco für statusbewusste Mercedes-Kunden die Parole aus: funktionale Technik ersetzt nutzlosen Chrom. Auch Luxus muss sich rational begründen lassen. Nirgendwo wird das besser sichtbar als beim metallisch-türkisen Foto-Coupé: 300 CE mit elektrisch verstellbaren Ledersitzen, Klimaanlage und den meisten anderen Extras – mehr ging im Januar 1989 nicht. Und trotzdem: Auf den ersten Blick steht da ein beinahe klassenloses Auto, lediglich an Feinheiten als Mitglied einer sehr gehobenen Klasse erkennbar – auf überaus diskrete Weise.
Der Kilometerzähler zeigt 16.235 Kilometer, fast neu. Man kurbelt am 40-Zentimeter-Lenkrad und bewegt ein Schiff: das Fahrwerk weicher, das Automatikgetriebe träger, die Servolenkung schwergängiger als heute üblich. Überraschung: Der Mercedes sieht moderner aus, als er sich fährt. Ihn als Klassiker empfehlen, um den man in dunklen Winterabenden in der Garage herumstreicht? Tatsächlich schwierig, denn dafür gibt es noch zu viele verrottete. Aber wer einen guten hat: behalten. Unsere Kinder werden ihn in ein paar Jahren wirklich cool finden.
2. Peugeot 205 Rallye 1.9 – Kleinwagen mit Kampfgeist
Klein und stark: Peugeots braves Kompaktwägelchen 205 ist als Rallye ein echter Giftzwerg.
Bild: Angelika Emmerling
Die spinnen, die Gallier! Streichen 1987 beim Peugeot 205 GTI Ausstattung und Gewicht radikal zusammen und lassen das Ergebnis als 205 Rallye 1.9 aus dem Löwenkäfig. Ob das gut war? Und ob! Als Peugeot 1983 den 205 präsentiert, ahnt niemand, dass er den Kleinwagenmarkt aufmischen wird. Binnen 15 Jahren bietet Peugeot den 205 mit 19 verschiedenen Motoren an, die zwischen 45 und 128 PS leisten, schickt 15 Sondermodelle an den Start, macht den 205 zum ersten Diesel-Kleinwagen, der die Verkaufsmillion knackt, und experimentiert auch mit einem Elektroantrieb.
In Deutschland rennen die Kunden den Peugeot-Händlern beinahe die Bude ein: 1986 ist der 205 hierzulande mit 56.081 Neuzulassungen das meistverkaufte Importauto, die Werke in Europa sowie in Asien und Südamerika produzieren an der Kapazitätsgrenze. Resultat: 5,3 Millionen 205 rollen bis 1998 vom Band, kein Peugeot wird bis dato öfter gebaut. Der coolste der Reihe ist der 205 Rallye, das erste von drei Sondermodellen, die Peugeot auf Basis des 205 GTI anbietet. Mit ihm feierte die Marke ihre Rallye-Triumphe mit dem 205 Turbo 16: Zwei WM-Titel in der legendären Gruppe B (1985/86), zwei Siege bei der Paris–Dakar (1987/88) und ein zweiter Platz am Pikes Peak 1987 sind die wichtigsten internationalen Erfolge.
Rundumsicht und erstaunliches Raumgefühl
Weiß wie der Gipfel des Mont Blanc schimmert der 205 Rallye im Sonnenlicht. Eine andere Farbe gab es nicht. Halt, doch: Rot, und zwar für den Streichstift! Denn in der Absicht, ein verglichen mit dem 1.9er-GTI um 100 Kilo abgespecktes Sportgerät anzubieten, ließ Peugeot die halbe Ausstattung weg. Knapp 800 Kilo Leergewicht waren das Ziel der Schlankheitskur. Der speckfreie 205 Rallye kostet rund 4000 Mark weniger als der GTI 1.9. So schlank lässt es sich prächtig über kurvige Schwarzwaldsträßchen räubern. Mit 102 PS liegt der 205 Rallye leistungsmäßig etwa auf dem Niveau des ursprünglichen 1.6er-GTI (105 PS).
Wer sich auf dem stark profilierten Sportsitz hinter dem Lenkrad in Position gebracht hat, sitzt relativ hoch und genießt eine hervorragende Rundumsicht. Auch das Raumgefühl ist erstaunlich gut. Die Sitze sind breit und bequem, nur die Sitzbezüge fühlen sich hauchdünn an wie Damenstrumpfhosen. Aber beim Fahren kommt Laune auf. Mit seinem kurz abgestuften, etwas hakelig zu schaltenden Fünfganggetriebe sprintet der 205 Rallye schneller als ein gleich alter Golf GTI 16V von 0 auf 100 km/h. Dabei trompetet der Vierzylinder, dass die Trommelfelle vibrieren, und die Vorderräder zerren an der Lenkung wie ein gefangener Löwe an der Kette. Gott sei Dank, Sie spinnen also doch, die Gallier.
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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3. Audi 200 Avant (C3) – Mittelklasse mit Mehrwert
Im zermattsilbernen Audi 200 carvt der Fahrer den schneebedeckten Schauinsland hinauf. Der Wagen stammt aus Holland. Erstbesitz, nur 70.000 Kilometer, alles original. Nur sieben Exemplare der Fließhecklimousine mit dem 182-PS-Fünfzylinder waren zuletzt beim Kraftfahrt-Bundesamt registriert. Sein Weg zum Klassiker ist ungewöhnlich – wie der Weg, den Audi in den 80ern mit dem Typ 44/C3 (Werkskürzel für Audi 100 und 200) befährt.
Nur gaaanz selten als Kombi geordert: Audi 200 Avant C3.
Bild: Angelika Emmerling
Bei seinem Debüt 1982, zunächst als viertürige Limousine, wirkt der Typ 44 wie ein Auto aus der Zukunft. Die geschliffene Aerodynamik mit einem cW-Wert von 0,30 beim Stufenheck und von 0,34 beim Avant hat er von einem fürs ferne Jahr 2000 konzipierten Prototyp, den Audi 1981 auf der IAA enthüllt – nur um kurz darauf zu zeigen, dass so ein Auto auch in Serie gehen kann. Leichtbau, ein Allradantrieb, der in seinen Grundzügen vom VW Iltis stammt, teil- und später vollverzinktes Blech summieren sich zu einem entschiedenen Technikvorsprung.
Power durch Fünfzylinder-Turbo
Gegen einen damals aktuellen 123er-Mercedes oder 5er-BMW wirkt der aufgebrezelte Audi-100 Bruder als 200 modern, fast futuristisch. Für Audi wird der Typ 44 auf dem Weg zur Edelmarke im VW-Konzern zum Befreiungsschlag, auch wenn das Image noch nicht mithält. Audi steigt über Nacht in die obere Mittelklasse auf. Plötzlich stehen Autos mit Vier-Ringe-Logo auch auf Chef(arzt)-Parkplätzen. Beim Fahren ist dem 200 das Alter nicht anzumerken.
Als Fließheckmodell Avant zwar praktisch und gut ausgestattet, mit über 60.000 Mark damals aber auch schmerzhaft teuer, schlüpft er leise durch den Fahrtwind. Untermalt von gedämpftem Fauchen zieht der Fünfzylinder-Turbo wie ein Bungee-Seil am Audi. 230 km/h sind ohne Mühe drin. Klimaautomatik, Bordcomputer – alles drin. Eigentlich fehlen zum modernen Auto nur die Airbags.
Und was ist, wenn mal was kaputtgeht? Gibt es für den großen Audi wirklich noch Teile? Problematisch sind Bleche, Karosserie-Anbauteile und Innenausstattung, da sieht es tatsächlich schlecht aus. Aber: für die Technik findet man vieles, wenn auch auf oft verschlungenen Wegen, und Geduld sollte man mitbringen. Vieles haben VW Classic und die Audi Tradition auf Lager, anderes dagegen gibt es nur bei freien Händlern oder als Gebrauchtware im Internet. Kontakt zur Typ-44-Fangemeinde ist hilfreich, wenn nicht zwingend.
Volvos Ziegelstein-Design gehörte lange zu den Déjà-vu-Erlebnissen. Die Marke setzte auf ihren Wiedererkennungswert genauso wie auf passive und aktive Sicherheit. Mitte der 80er-Jahre wagte sie allerdings ein Modell, bei dem alles anders werden sollte: Grundform, Einbaulage des Motors, Antriebsachse, Elektronik, sogar die Namensfindung. Leider ging das nicht gut, der Volvo 480 scheiterte grandios. Aber warum? Weil Volvo-Fahrer ihn nicht (an)erkannt haben? Weil er zu cool war für die Marke, für die Zeit? Als der erste Volvo mit Keilform/Quermotor/Vorderradantrieb/Zentralelektronik/ Fantasie-Zahlenkombination im Namen zu den Händlern kam, hatten seine Entwickler bereits acht Jahre an ihm herumgebastelt. Vierzylinder und Schaltgetriebe stammten von Renault, die Motoren mussten von Porsche mühsam überarbeitetet werden. Nach Amerika kam der Wagen nicht, in Europa erregte er dagegen Aufsehen.
Bricht mit allem, was Volvo früher ausmachte: Volvo 480.
Bild: Holger Neu
Für einen Volvo war der 480 unerhört unpraktisch. Denn obwohl vier Mann bequem in ihm unterkommen konnten, reichte sein Kofferraum gerade für den Wochenendeinkauf (350 Liter, 660 mit umgeklappten Rücksitzen). Tester von damals kreideten ihm die hohe Ladekante an. Heute lieben wir den 480 für seine rahmenlose Heckklappe aus Glas. Sie macht den 480 zum Schneewittchensarg des Neon-Jahrzehnts.
Die Marke sah die Zukunft im modernen Fahrzeug-Layout und in der Elektronik, die alle Funktionen des Autos vernetzt. Volvos komplizierte Namensgebung – erst Baureihe, dann Zylinderzahl, dann Zahl der Türen – sollte beim Modernisierungsschub gleich mitentsorgt werden. Die Abkehr von der eckigen Optik besorgte ausgerechnet der Bus-Designer John de Vries. Er entwarf das avantgardistischste Auto der Firmengeschichte: Keilform, Klappscheinwerfer, Coupé-Türen, aber Kombiheck. War es also das, was schiefging?
Kanten-Volvo mit 200 km/h Spitze
Nicolas von Wedel (49), Besitzer des Fotoautos, berichtet, dass ihm sein 480 Turbo in Lavendel Metallic hin und wieder mit einem Auge zuzwinkert. Irgendwas mit Elektronik. Gerne zicken auch die LCD-Balken des Kombiinstruments sowie sämtliche Funktionen des Bordcomputers. Auch Elektronik. Brüchiges Plastik, überforderte Getriebe, lasche Verarbeitung, sinnlos platzierte Schalter: Der Umgang mit Unzulänglichkeiten gehört zum Volvo 480, seit die ersten Autos das Werk im niederländischen Born verließen.
Den Turbo-Motor wollte Volvo eigentlich schon zum Start der Baureihe bringen, doch er kam zu spät – und war zu teuer: 38.775 Mark kostete ein 480 Turbo im Modelljahr 1990 – ein VW Golf GTI 16V 30.210 Mark. Drin sind neun Sekunden von null auf 100 km/h und 200 km/h Spitze. Der Kleine neigt sich anders als seine älteren Brüder kaum in Kurven, federt kurze Bodenwellen weg, poltert aber durch größere Schlaglöcher. In schnellen Kurven schiebt die Nase nach außen. Auch wenn einige den 480 für einen Honda halten: Der 480 ist einer von Volvos Klassikern, gerade weil er mit den klassischen Volvo brach. Doch er kam nicht an. Nicht, weil sein Design zu cool für irgendetwas gewesen wäre. Nein. Sie haben bei Volvo einfach alles andere versemmelt.
5. Porsche 928 Clubsport – speckloser Sportler
So sehnig, spurtstark und austrainiert ist kein anderer der V8-Transaxle-Riege. Und kein anderer Porsche 928 ist so sehr Sportwagen wie der Clubsport. Bei ihm sparten die Ingenieure am Gewicht, wo es nur ging. Flankenschutzleisten, Zentralverriegelung, Tempomat oder elektrische Sitzverstellung? Alles gestrichen. Auch Dämmmaterial, Kabelbaum und Bordwerkzeug sind ausgedünnt; Abschleppöse, Schraubendreher, Sechskantkurbel und Gabelschlüssel Größe 10 bis 17 müssen reichen. Etwa 120 Kilo haben sie rausgeholt, und es hat sich gelohnt: Der leichte, bissige CS macht Spaß! Ein Porsche 928 in der seltenen und kostbaren, nur 19-mal gebauten Clubsport-Version erfordert Umdenken, weil den Groß-Porsche der 70er-, 80er- und 90er-Jahre das Image des technisch hochentwickelten, aber saturierten Gran Turismo umgibt.
Abgespeckt auf das Nötigste, aber 330 PS plus: Porsche 928 Clubsport.
Bild: Marcus Gloger
Meist stimmt das Bild, weil zusammen mit der übrigen Luxus-Ausstattung in der Regel eine Vierstufenautomatik eingebaut ist, die Porsche damals noch beim Stuttgarter Nachbarn Mercedes-Benz einkaufte. Selbst der 928 GTS wirkt damit immer etwas pomadig; dabei ist er mit 5,4 Liter Hubraum und satten 350 PS bei Technik, Leistung und Ausstattung der Höhepunkt der 928-Evolution, die von 1977 bis 1995 anhielt. Der 928 Clubsport, 1988/89 für ein knappes Jahr angeboten, zeigt in die andere Richtung. Seine Laufbahn begann als Spielerei PS-hungriger Entwickler, die zeigen wollten, wozu ein sportlicher 928 fähig war. Sie durften den 928 Clubsport zur Serienreife entwickeln.
928 Clubsport fühlbar anders
Er kam abgespeckt auf den Markt, mit Sperrdifferenzial, kürzerer Übersetzung und harten Boge-Dämpfern auf Sport gebürstet. Die geschmiedeten Leichtmetallräder in neuem Design gab es so erstmals beim Clubsport. An der Hinterachse saßen 17-mm-Distanzscheiben, und um Räder und Reifen unterzubringen, wurde sogar die Falz der Kotflügel oben im Radhaus umgelegt. Das war sehr effektiv, aber auch unauffällig. Wie einen 928 Clubsport erkennen? Der Aufkleber auf dem Kotflügel ist kein Indiz. Ein echter 928 CS unterscheidet sich im Inneren. Unter der ungedämmten Motorhaube muss vor der ungedämmten Spritzwand ein Motor mit Sonderstatus sitzen: Folgt auf die in den Block geschlagene Seriennummer das Kürzel "SP", ist er echt Clubsport. Überarbeitete Nockenwellen mit einem Millimeter mehr Hub, modifizierte Zündung und Einspritzung stecken drin. Statt bis auf 6000 Touren dreht dieser Fünfliter-Vierventil-V8 bis 6775/min hoch.
Zwar stehen nur 320 PS im Datenblatt, so viel wie beim normalen, gleich teuren 928 S4. Doch das ist nur offizielle Lesart. Alle beteiligten Ingenieure wussten: Den ganzen Aufwand hatten sie nicht nur für etwas mehr Drehzahl gemacht. Natürlich nicht! Aber in Weissach redeten sie den CS lieber klein. 330 PS plus – mehr wurden dem CS von Porsche-Leuten nie zugestanden.
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Unabhängig von der PS-Zahl ist der 928 Clubsport fühlbar anders. Splitt und Steinchen klackern gut hörbar in den Radkästen, die Dämpfung ist staubtrocken. Porsche-typisch beißt der Motor erst oberhalb von 3500/min richtig zu, dreht jubelnd und donnernd über die 6000er-Marke hinaus und schmeckt dabei ein bisschen nach Elfer. Merke: Nur mit Schaltgetriebe offenbart der 928 sein ganzes Potenzial und spielt der V8 seine volle Kraft aus. Nichts scheint das Fahrwerk in Verlegenheit zu bringen, nie wirkt der CS überfordert. Dass sich damals weder das Werk noch die Kundschaft für ihn begeistern konnten, macht uns heute trostlos.
Bildergalerie
Hits der Plastikjahre: Die fünf coolsten Autos der 80er
Hits der Plastikjahre: Die fünf coolsten Autos der 80er
1/50
Mercedes’ Mittelklasse der 80er ist heute ein klassenloses Auto. Nur an Feinheiten wird der voll ausgestattete Mercedes 300 CE als Mitglied einer sehr gehobenen Klasse erkennbar.
So etwas war nur in den 80ern und frühen 90ern vorstellbar. Hier gehören Alu-Räder zum Zubehör.
Bild: Christian Bittmann
3/50
Ungewölbt: der Kofferraumdeckel hinter der flachen Scheibe.
Bild: Christian Bittmann
4/50
Anders als bei der Limousine erhebt sich hinter der Schulter des Fahrers ein Hügel für den Gurt.
Bild: Christian Bittmann
5/50
Der Erstbesitzer fuhr den Mercedes allein und keine 1000 Kilometer im Jahr, saß aber auf elektrischen Ledersitzen.
Bild: Christian Bittmann
6/50
Schalterleiste, Wischerchen: Weil andere Statussymbole tabu sind, werden möglichst viele Knöpfe auf der Mittelkonsole und die Scheinwerferreinigung zu Zeichen des Wohlstands. Der Aufkleber ist echt 80er.
Bild: Christian Bittmann
7/50
Die Tachonadel des Mercedes 300 CE beschleunigt in 7,7 Sekunden von null auf Hundert. Spitze sind 220 km/h.
Bild: Christian Bittmann
8/50
Durch lange Türen drücken sich maximal zwei Passagiere auf die Rücksitze.
Bild: Christian Bittmann
9/50
Der Reihensechszylinder klingt sanft und satt und ist schon hörbar, sobald der Wagen mit leicht erhöhter Leerlaufdrehzahl anfährt.
Bild: Christian Bittmann
10/50
Immer wieder tauchen kaum gefahrene Ersthand-Coupés wie das Test-Exemplar auf. Manchmal ist deren Geschichte glaubwürdig und belegbar. Für diese Autos werden schon extreme Preise aufgerufen. Ein Dritthand-Wagen für ein Drittel des Geldes reicht auch, wenn Karosserie und Technik gut sind.
Die spinnen, die Gallier! Streichen 1987 beim Peugeot 205 GTI Ausstattung und Gewicht radikal zusammen und lassen das Ergebnis als Peugeot 205 Rallye 1.9 aus dem Löwenkäfig. War das gut? Und ob!
Der GTI, auf dem der 205 Rallye basiert, war schon vom Entwicklungsbeginn des 205 an als Topmodell geplant.
Bild: Angelika Emmerling
13/50
Mit dem zweiten Facelift 1990 kamen unter anderem zweifarbige Rückleuchten mit dunklen Blinkern. Die Heckklappe reicht bis zum Stoßfänger hinab, eine sehr niedrige Ladekante ist die Folge – zu 205-Zeiten war das keineswegs eine Selbstverständlichkeit.
Bild: Angelika Emmerling
14/50
Die weißen Stahlräder gab’s nur für dieses Modell. Durch sie wirkt der 205 viel stämmiger, als es ihre 165er-Bereifung vermuten lässt.
Bild: Angelika Emmerling
15/50
Die exklusiven Sportsitze mit dem Logo von "Peugeot Talbot Sport" sind bequem, knallroter Teppich und rote Gurte nicht jedermanns Sache. Spezifische 205-Rallye-Teile wie Sitze oder Fußmatten findet man heute nur noch mit viel Glück.
Im 205 Rallye leistet der 1,9-Liter-Einspritzmotor 102 PS.
Bild: Angelika Emmerling
22/50
An dieser Stelle empfehlen wir Ihnen üblicherweise, nach einem Auto im Originalzustand zu suchen. Das ist beim 205 Rallye jedoch leichter gesagt als getan. Sollte Ihnen ein solcher Glückstreffer gelingen: sofort zuschlagen!
Gegen einen damals aktuellen 123er-Mercedes oder 5er-BMW wirken der Audi 100 und erst recht sein aufgebrezelter Bruder 200 modern, fast futuristisch.
Bild: Angelika Emmerling
25/50
Das Fließheck mit großer Klappe ist Mitte der 80er-Jahre neu in der oberen Mittelklasse. BMW und Mercedes bauen damals nur Stufenheckautos und konventionelle Kombis.
Bild: Angelika Emmerling
26/50
Alu-Räder mit schmächtigen 205ern gab es serienmäßig.
Bild: Angelika Emmerling
27/50
Die nüchtern-funktionale Cockpitgestaltung verrät das Ingenieurauto.
Beim ersten Volvo mit Vorderradantrieb sollte alles anders sein. Das hat geklappt. Eine Fahrt im Volvo 480 Turbo zeigt, wie mutig der Versuch war.
Bild: Holger Neu
34/50
Die Banker-Metropole Frankfurt und der Volvo 480 wollten in den 80ern hoch hinaus. Das Schlafaugenmodell war damals aber zu cool für die Volvo-Kunden. Sie wurden mit seiner Optik, seinen technischen Macken und seinem Preis nicht warm. Heute ist das Kombi-Coupé speziell als Turbo mit 120 PS ein Klassiker.
Bild: Holger Neu
35/50
Mit dem Turbo, ab 1988 Topmodell oberhalb des 1,7- Liter-Saugers, fährt das leichte Coupé angenehm flott. Das gilt zumindest für die handgeschaltete Variante, ...
Bild: Holger Neu
36/50
... die Automatik lässt sich nur ungern Gangwechsel per Gasstoß aufzwingen. Klappscheinwerfer machen die Keilform möglich.
Bild: Holger Neu
37/50
Verstreute, teilweise versteckte Schalter und Lämpchen haben das Zeug, den Fahrer zu verwirren.
Bild: Holger Neu
38/50
Spitze waren 200 km/h Spitze.
Bild: Holger Neu
39/50
Hinten sitzt man auf Einzelsesseln mit hohen Lehnen.
Bild: Holger Neu
40/50
Der Reihenvierzylinder leistet 120 PS.
Bild: Holger Neu
41/50
Die Verarbeitung reicht bei Weitem nicht an das gewohnte Volvo-Niveau heran. Wer darüber hinwegsehen kann, macht mit einem geflegten 480 wenig falsch. Nur werden die Ersatzteile rar und rarer.
Bild: Holger Neu
42/50
Sport ist im Verein am schönsten, Sport macht schlank. Der Beweis: Porsche 928 Clubsport. So sehnig, spurtstark und austrainiert ist kein anderer der V8-Transaxle-Riege. Und kein anderer Porsche 928 ist so sehr Sportwagen.
Wo Sport draufsteht, kostet Leder für innen extra. Die Club-Lounge ist edel, technisch unterkühlt und leicht extravagant eingerichtet – kein Vergleich zum engen Elfer.
Bild: Marcus Gloger
48/50
Im Porsche 928 Clubsport steigt die Tachonadel auf bis zu 270 km/h.
Bild: Marcus Gloger
49/50
Der Fünfliter-Alu-V8 ist nur echt Clubsport mit der Kennung M28/41 SP.