Der Autojahrgang 2012 im Design-Check

Autos im Design-Check

— 15.03.2012

Das beste Autodesign des Jahres

Kleider machen Autos. Schön oder nicht schön, cool oder uncool, modern oder altbacken – vier Topdesigner bewerten den aktuellen Autojahrgang.

Nein, diese vier Herren haben nichts gegen Mercedes. Ganz im Gegenteil. Sie mögen die Marke, kennen und schätzzen die Designer. Einer von ihnen hat sogar viele Jahre für die Stuttgarter gearbeitet. Trotzdem sind sich Paolo Tumminelli, Othmar Wickenheiser, James Kelly und Murat Günak einig, als es um die Gestaltung des SLK geht: Geht gar nicht, da passt nichts zusammen. Denn für persönlichen Geschmack oder Freundschaften ist hier kein Platz. In unserem Auftrag gehen Deutschlands wichtigste Designexperten der Frage nach, wie gut oder schlecht die Neuerscheinungen dieses Jahres gestaltet sind.

Überblick: Alle News und Test zum Mercedes SLK

Video: Design-Gipfel 2012

Das schönste Auto des Jahres

Für den Mercedes SLK heißt das: durchgefallen, letzter Platz. Dabei hat der Roadster im vergangenen Sommer noch einen Preis gewonnen, den AUTO BILD Design Award 2011. Ist also von unseren Lesern zum schönsten Auto des Jahres gewählt worden. Wie passt das zusammen? Problemlos. Eben weil persönliche Vorlieben für die Marke heute keine Rolle spielen, weil Status diesmal nicht wichtig ist. Dinge, die maßgebend sind, wenn wir uns dafür entscheiden müssen, wie ein Auto gefällt. Verbunden mit einer Menge Emotionen. Unsere Designexperten hingegen blenden solche Dinge aus. Sie bewerten rational, Punkt für Punkt nach vorher festgelegten Kriterien die wissenschaftliche Disziplin Design, die sich auf handwerkliches Können und Präzision stützt. "Es zeigt sich, dass Mercedes bei der Gestaltung des SLK nicht konsequent war", sagt Paolo Tumminelli.

Schönheit in Blech: Der AUTO BILD Design-Award 2011

Innere Werte: Das Cockpit des Benz sagt den Experten sowohl optisch als auch haptisch zu.

Die zerklüftete Front passe nicht zur Seitenansicht des Roadsters, das Heck nicht zur Seite. Das ganze wirke nicht stimmig. Dazu kommt: "Mercedes hat versucht, ein Altherren-Fahrzeug mit wilden Sicken und Kanten auf jugendlich zu trimmen", sagt Othmar Wickenheiser. Bestes Beispiel sei der Kühlergrill mit dem riesigen Stern, der die optische Qualität eines Tuning-Anbauteils habe. Gut hingegen gefällt den Designexperten die Gestaltung des Interieurs. "Die Materialien fühlen sich gut an und sehen gut aus. Die Gestaltung passt zu einem sportlichen Fahrzeug, die Bedienung ist einfach. So, wie es für Mercedes typisch ist", fasst Murat Günak zusammen. Für ihn hat der Mercedes das gelungenste Innenraumdesign im Vergleichsfeld.

Das Urteil der Experten zu den weiteren Kandidaten finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel gibt es in AUTO BILD 11/2012 – erhältlich auch als Download im Heftarchiv.

Die Design-Experten

Murat Günak (54) ist Chefdesigner und Strategiechef des französischen Autobauers Mia Electric. Seine Karriere hat er bei Mercedes begonnen, wo er die erste Generation des SLK verantwortete. Später wechselte er zu Peugeot. Von 2004 bis 2007 war Günak Designchef von VW.

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Autor: Stefan Voswinkel

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