Bremen Classic Motorshow 2026: Franzosen-Klassiker
Die schönsten Franzosen-Klassiker der Bremer Messe

Deutsche Marken dominierten die Bremer Oldtimermesse, doch auch Klassiker aus Frankreich haben viele Fans. Das waren die subjektiv schönsten Franzosen-Oldies der Bremen Classic Motorshow 2026!
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Mit der Bremen Classic Motorshow ging die Oldtimersaison 2026 los, hier erwachte bei vielen Besuchern die Autoliebe aus dem Winterschlaf. Oldtimer und Youngtimer aus Deutschland dominierten die Messe, aber auch die Klassiker aus Frankreich haben spezielle Fans. Nur: Wo waren die Franzosen bei der Bremen Classic Motorshow?
Unter den vielen Hundert Fahrzeugen in den Hallen und im Parkhaus für Kaufklassiker fanden sich gerade mal gut zwei Handvoll Franzosen-Oldies. Vielleicht bezeichnend: Zu ihnen gehörte auch der günstigste Kauf-Oldtimer der Messe, der gleich am ersten Tag den Besitzer wechselte – für unter 2000 Euro. Aber dazu später mehr. Hier kommen sechs herausragende Franzosen-Favoriten der Bremer Messe.
Haltbar, genügsam und selten: Peugeot 205 GRD
Fangen wir gleich mit dem Titelhelden an: ein aus heutiger Sicht eher schnöder Peugeot 205 GRD, hier in der Vorfaceliftversion von 1988 mit orangefarbenen Blinkern. Der Hot-Hatch-GTI hat eine feste Fangemeinde, klar, ein glamouröser wie kräftiger Zweitürer. Aber als Viertürer und Diesel? Eher nicht.

Schlichtes Blassgoldmetallic, und doch ein Oldie fürs Herz: Peugeot 205 GRD von 1988 für 10.900 Euro.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Bis auf dieses Exemplar, das mit nur 59.000 km Laufleistung beinahe im Jahreswagenzustand in Bremen stand – zum Verkauf für 10.900 Euro. Hat mich das Auto nicht schon Anfang der 90er fasziniert durch seine anpackende Art, die sich nach mehr Kraft anfühlt als nach 60 Diesel-PS, die das kleine Franzosenauto unter der Haube mobilisiert? Dieser Diesel-Held überlebte in den Händen einer alten Dame.

Dieses Auto überlebte in Händen einer alten Dame Jahrgang 1935. Ein ...
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD

Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Kaum bekannter, aerodynamischer Panhard 24 BT von 1965
Weitgehend in Vergessenheit geraten ist der französische Hersteller Panhard. Technikbegeisterten dürfte der Panhard-Stab aus dem Fahrwerksbau bekannt sein. Der stammt aber von einem Vorvorgänger des Autoherstellers, der bis Mitte der 60er-Jahre durch extrem innovative und zukunftsgewandte Autos auffiel – darunter der Panhard 24 BT. Dessen Frontmotor brachte aus 0,85 Liter Hubraum gerade mal 60 PS auf die Straße.

Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD

Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Wenn man sich die futuristischen Formen und die herausragende Aerodynamik anschaut, kann man aus heutiger Sicht kaum verstehen, warum die Marke Panhard Ende der 60er unterging. Als Citroën die Marke 1967 übernahm, war das Ende nah. Panhard inspirierte den großen Wettbewerber zur DS, wie unschwer an den Scheinwerfern zu erkennen. Kurz vor dem Firmen-Aus erschien noch der BT, hier auf dem Messestand von AUTO BILD Klassik. Sein Luftwiderstandsbeiwert lag bei gerade mal 0,28 – der hätte heute noch Bestand. Ein erinnerungswürdiger wie spektakulärer Franzose.
Highlight der Messe: Peugeot 404 Coupé SL Injection
Würde am Kühlergrill kein großspuriger, aber doch plebejischer Löwe prangen, sondern Stern, Propeller oder vielleicht gar ein springendes Pferd, dann hätte das Preisschild keine knapp 33.000 Euro ausgewiesen, sondern vielleicht das Dreifache davon. Doch so ging dieses traumhaft schöne Peugeot 404 Coupé SL zum Preis eines neuen Golf weg. Der freundliche Verkäufer verriet, dass er das Auto auch fünfmal hätte verkaufen können, so viele Kaufanfragen lagen vor.

Wegen der zeitlosen Coupéform und dem Blechschwung in der Seitenwand vor der C-Säule war dieses Auto eines der schönsten der Bremer Messe. Das ...
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD

... traumhaft schöne Peugeot 404 Coupé SL ging zum Preis eines neuen Golf weg.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Mit seiner Viergang-Lenkradschaltung, den schwarzen Ledersitzen, vor allem aber wegen der zeitlosen Coupéform und dem Blechschwung in der Seitenwand vor der C-Säule war dieses Auto eines der schönsten der Bremer Messe. Der Peugeot kam 1968 in die Welt und ist der wohl glamouröseste Vertreter der millionenfach gebauten 404-Modellreihe. Mit 88 PS aus dem Einspritzmotor ist das Auto eher moderat motorisiert, aber ein solches von Pininfarina erschaffenes Kunstwerk soll man ja auch nicht über die Straße hetzen.

Der Peugeot kam 1968 in die Welt und ist der wohl glamouröseste Vertreter der millionenfach gebauten 404-Modellreihe.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Die Königin der Messe: kaum zu steigernde Eleganz des Citroën SM
Wer dem opulenten Charme des Citroën SM widersteht, muss wirklich hart gesotten sein. Auch fünfeinhalb Jahrzehnte nach Erscheinen des sensationellen Technikwunders beeindruckt der SM, oder sagen wir doch sprachlich viel angemessener DIE SM, auch stehend in einer Messehalle. Einige Autoexperten rühmen das Auto als eines der besten der Welt – das kann sicher nur sagen, wer es gefahren ist. Bleibt der Messeeindruck dieses Erstserienmodells von 1972, dessen 2,7 Liter großer Maserati-Motor laut Datenblatt 163 PS leistet und dessen Karosserie noch von Schweißarbeiten verschont wurde.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Also hier die zugespitzte Würdigung: Keilform! Hinter einer optisch kaum zu toppenden Glasfront versenkte, mitlenkende Scheinwerfer – sechs an der Zahl! Die schon elegante Form der DS ins Coupè übertragen! Um das Auto nicht von Menschen umringt fotografieren zu können, war schon Warten auf die besucherfreien Abendstunden auf der Messe nötig. Ein Top-Franzose.
Kleiner Franzose der 90er: Renault 5 Campus
Als Nachfolger des berühmten Renault 5 der 70er – als an seine spektakuläre Neuauflage als Elektroauto noch nicht mal zu denken war – kam der Renault 5 als Supercinq auf die Straße. Wie so oft blieben die Powerversionen erhalten und in Erinnerung. Doch wer bewahrt einen simplen R5 Campus auf, der auf jedes seiner gerade mal 58 Benziner-PS dringend angewiesen ist?

Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD

Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Ein Sammler und Renault-Fan, natürlich, der dieses Auto mithilfe eines Teileträgers am Leben gehalten hat. Kleine Rostflecken am Unterboden wurden zunächst mit Klarlack gesichert. Insgesamt macht der Wagen einen schönen Eindruck, insbesondere getragen von den schönen Alus, die nicht ganz dem Campus-Stil entsprechen. Aber sei's drum, zeitgenössisches Tuning halt.
Traum-DS mit Faltdach: Citroën DS Pallas 20
Ist der restaurierte Zustand nun ein Gewinn oder eher nicht? Das ist nicht mehr zu beurteilen. Doch dieser Citroën DS Pallas 20 trägt seine spektakuläre Besonderheit ganz oben: Das Faltdach erlaubt ein nicht nur maximal stilvolles, sondern auch noch windumströmtes, offenes Fahren.

Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD

Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Der Wagen verfügt über ein Fünfganggetriebe, mobilisiert 133 PS und trägt den bezaubernden Rotton "Rouge Cornaline". Weißwandreifen zieren nicht jedes Auto, auch dieser DS bräuchte sie nicht zwingend, aber sie gehören zum Paket hinzu. Ab Werk gab es die hinteren Blinker, die – an Eleganz kaum zu übertreffen – in die auslaufende Dachlinie integriert sind.

Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Stilecht auch die Innenausstattung aus Leder in Cognac-Ton. Der Kaufpreis für dieses "bis auf die letzte Schraube" restaurierte Exemplar fällt naturgemäß ebenfalls opulent aus: 79.900 Euro.

Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Der günstigste Oldtimer der Messe: Renault 11 GTX
Zum Schluss ein Auto, das in Deutschland so gut wie niemand mehr auf dem Zettel hat. Kein Wunder, wenige Hundert Exemplare haben überlebt, es dürfte mehr Citroën SM als Renault 11 geben. Dieser Vertreter hat 87.000 km auf dem Tacho, der robuste 1,7-Liter-Motor sprang sofort an, und nach dem Beheben von Masseproblemen leuchteten alle Scheinwerfer und Rücklichter. Die 75 PS im seltenen Zweitürer haben mit der Karosserie, die weniger als 900 Kilo wiegt, leichtes Spiel.

Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Und der neue Besitzer, AUTO BILD KLASSIK-Kollege Malte Büttner, hat sich als Erstes vorgenommen, die markenfremden VW-Felgenkappen durch rombustragende Exemplare zu ersetzen. Sein Investment für den H-Kennzeichen-Oldie: schmale 1700 Euro. Günstiger geht Oldiefahren wohl nicht – wenn auch die Ersatzteilsuche bei einzelnen Teilen herausfordernd sein könnte.
Fazit
Mögen die deutschen Fabrikate durch nüchterne Perfektion, kalte Linien und gute Ersatzteillage für Oldtimer faszinieren, so bin ich seit Teenagertagen an französische Marken gewöhnt. Ist es das eigenwilligere Design, vielleicht die Faszination am Unvollkommenen? Schwer zu sagen. Die Franzosen in Bremen haben mein Herz erwärmt.
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