Peugeot 205 GTI: So fährt sich die 80er-Jahre Legende heute
Warum mich der krawallige 205 GTI immer noch begeistert
Mitte der 80er-Jahre gehörte der Peugeot 205 GTI zu den heißesten Autos auf deutschen Straßen. Ist er das heute noch, fährt sich mein Traumwagen von früher immer noch wie ein Traum? Fahrbericht mit dem Blick zurück!
Bild: AUTO BILD
Bevor die Turbos groß in Mode kamen, hieß das Zauberwort der 80er-Jahre GTI. Mit der zweiten Generation setzte der Urvater aller Hot Hatches, der Golf 2 GTI, Speck an, verlor die zarte Silhouette (Kaufberatung Golf 2). Die aber hatte sein Krawallbruder aus Frankreich, der Peugeot 205 GTI, dessen Basisversion 1983 auf den Markt kam!
Gut, nicht jeder, der sich für schnelle Autos von Massenherstellern begeistert, sagen wir aus Wolfsburg oder Rüsselsheim, ist auch für den schnellen Franzosen zu haben. Doch für mich ist er was? Ein Traum.
Und so steht er nun vor mir, der Peugeot 205 GTI mit 130 katfreien PS, direkt aus dem Peugeot-Museum in Sochaux, in unschuldigem Weiß. Diie 117.000 km auf dem Tacho beweisen: Ganz neu ist er nicht, doch das Versprechen ist modelltypisch: Fahrspaß!
Dieser 205 ist ein Vorfacelift-Modell, mit orangefarbenen Blinkern vorn wie hinten, original und schön.
Bild: AUTO BILD / Matthias Brügge
Und doch muss er vorsichtig gefahren werden, ich möchte keinen Ärger bekommen mit dem Museumsleiter. Auch sieht man selten unverbrauchte Originale. Kein Wunder, auf der Straße drehen sich die Leute nach ihm um, damit war zu rechnen. Ein Auto, optimal geeignet für Oldtimerrallyes – beispielsweise die Bodensee-Klassik, die der schnelle Peugeot zuletzt mitfuhr. Oder auch die Hamburg-Berlin-Klassik, die bis zum 27. August lief.
So fährt sich der 205 GTI
Überraschend grollig läuft der Motor nach dem Start, der Sound verspricht fröhlichen Sport, herrlich ungehobelt ist die Maschine! Das ändert sich auch nach dem Warmfahren nicht, denn Tempo 80 im vierten Gang fühlen sich auf der Landstraße an wie Tempo 130 in einem Auto von heute. Was, nur 80 auf dem Tacho? Was für eine krawallige Kiste! Aber das ungehobelte Wesen passt zum kleinen Löwenauto.
Kein Löwe auf dem dürren Pralltopf. Der Stolz dieses Autos heißt: GTI!
Bild: AUTO BILD / Matthias Brügge
Rasante Autoentwicklung seit dem Porsche 911 (F-Modell)
Kurz eingeordnet: Die 130 PS meines 205 GTI entsprechen exakt der Leistung des ersten Porsche 911, der zwei Jahrzehnte zuvor herausgekommen war. Welch ein Wandel in nur zwanzig Jahren! Mitte der 80er-Jahre war die Leistung des elitären Sportwagens der 60er für alle erschwinglich. Allein das ist schon eine reife Leistung.
Motor, Getriebe und Fahrwerk
Mit dem dürren Minischlüssel startet man den Motor. Willig dreht er hoch, quittiert das Gasgeben mit hellem Grollen, ist beim Beschleunigen viel ruhiger als bei konstantem Tempo. Das Gaswegnehmen nimmt der 1,9-Liter eher unwillig hin, das ist nicht seine Art. Ungewohnt hakelig das Getriebe, ich denke kurz an ein ausgeschlagenes Schaltgelenk, bis mich Matthias Kahle beruhigt. Kahle, siebenfacher deutsche Rallyemeister und selber Besitzer eines 205 GTI, bestätigt: "Das ist immer so!"
130 katfreie PS aus 1,9 Liter Hubraum.
Bild: AUTO BILD / Matthias Brügge
Keine Wünsche lässt das Fahrwerk offen: Es führt die 185/55er-Räder straff um die Kurve. Die 15-Zöller stehen dem 205 hervorragend, sein gallischer Krawallbruder, der Renault 11 Turbo, musste serienmäßig mit 14-Zöllern auskommen. Eng gefahrene Kehren nimmt der 205 GTI leicht untersteuernd, aber sicher. Sicher in allen Lagen, die scharfen Bremsen verzögern auch heute noch zeitgemäß. Vom Technik-Trio Motor, Getriebe und Fahrwerk überzeugt mich Letzteres am meisten.
Innenausstattung und Haptik
Du sitzt auf festen, mit rauem Stoff bezogenen Schalensitzen, nur die Sitzwangen sind mit grauem Leder bezogen. Das Lenkrad ist – typisch Peugeot – ein bisschen zu klein, der abgewetzte Lederbezug lässt sich gut greifen. Servounterstützung vermisse ich nicht. Unübersehbar prangt "205 GTI" in knalligem Rot auf den typspezifischen Fußmatten. Das überstrahlt wird vom roten Teppich, mit dem der Fußraum des 205 GTI ausgeschlagen ist!
Großes, grandioses Glasdach im 205 GTI. Im Hintergrund der Nach-Nachfolger Peugeot 208.
Bild: AUTO BILD / Matthias Brügge
Die Plastikwüste am Armaturenbrett zeigt: Dies ist ein Kind seiner Zeit. Grandios schon das Glasschiebedach, das einen guten Teil des Blechdachs ersetzt. Bunt, krawallig, ein schlankes Auto. Blechern fällt die Tür ins Schloss. Und doch: Hier lässt es sich leben (und fahren!)
Fazit: Der 205 GTI ist immer noch ein Traumwagen
Viele Träume von gestern halten sich nicht bis heute, und ein erfüllter Traum wirkt oft schal. Beim 205 GTI ist das anders, er hält sein Krawallverspechen auch heute noch, vielleicht mehr denn je! Denn gerade seine ungehobelte Art fasziniert mich, die schmale Silhouette begeistert mich, sein Style ist einzigartig. Der 205 GTI hält auch heute noch, was sein legendärer Ruf verspricht. Eines meiner Traumautos der 80er!
Technische Daten Peugeot 205 GTI 1.9
• Motor: Reihenvierzylinder, vorn quer, Block und Zylinderkopf aus Aluminium
• eine obenliegende Nockenwelle, über Zahnriemen angetrieben, zwei Ventile pro Zylinder, Tassenstößel, Verdichtung 9,6:1, elektronische Einspritzung
• Hubraum 1905 ccm, Bohrung x Hub 83 mm x 88 mm
• Leistung 96 kW (130 PS) ohne Katalysator bei 6000/min
• max. Drehmoment 161 Nm bei 4750/min
• Antrieb/ Fahrwerk: Fünfgang-Schaltgetriebe
• Vorderradantrieb
• Einzelradaufhängung, vorn an McPherson-Federbeinen mit Dreiecksquerlenkern, hinten Längslenker mit Drehstabfedern, Stabilisatoren vorn und hinten
• Scheibenbremsen rundum (vorn belüftet)
• Reifen 185/55 R 15
• Maße: Radstand 2420 mm • L/B/H 3705/1589/1355 mm
• Leergewicht 875 kg Fahrleistungen/Verbrauch: 0–100 km/h in 7,8 s
• Spitze 206 km/h • Testverbrauch 10,2 l / 100 km
• Neupreis: 25.425 Mark (1988)
• eine obenliegende Nockenwelle, über Zahnriemen angetrieben, zwei Ventile pro Zylinder, Tassenstößel, Verdichtung 9,6:1, elektronische Einspritzung
• Hubraum 1905 ccm, Bohrung x Hub 83 mm x 88 mm
• Leistung 96 kW (130 PS) ohne Katalysator bei 6000/min
• max. Drehmoment 161 Nm bei 4750/min
• Antrieb/ Fahrwerk: Fünfgang-Schaltgetriebe
• Vorderradantrieb
• Einzelradaufhängung, vorn an McPherson-Federbeinen mit Dreiecksquerlenkern, hinten Längslenker mit Drehstabfedern, Stabilisatoren vorn und hinten
• Scheibenbremsen rundum (vorn belüftet)
• Reifen 185/55 R 15
• Maße: Radstand 2420 mm • L/B/H 3705/1589/1355 mm
• Leergewicht 875 kg Fahrleistungen/Verbrauch: 0–100 km/h in 7,8 s
• Spitze 206 km/h • Testverbrauch 10,2 l / 100 km
• Neupreis: 25.425 Mark (1988)
Dieser Autotest wurde unterstützt von Peugeot. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.
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