Da hatten sie wohl einen Nerv getroffen. Auf dem Caravan-Salon Austria in Wels im Oktober 2024 erzählte Porsche Austria von einem geplanten Bulli-Jubiläumstreffen am Salzburgring und bot 450 Eintrittskarten und Plätze für Camper an – die waren schnell weg. Die Nachfrage war enorm, jetzt sind trotz des wechselhaften Wetters fast alle angemeldeten Teams in ihren VW Californias, Westfalias und Karmännern, ihren Feuerwehren, Sambas und Dokas an der Rennstrecke.
Anlass ist das 75. Bulli-Jubiläum, denn der erste VW Transporter lief 1950 vom Band, noch nicht in Hannover, sondern in Wolfsburg. Rund 12,5 Millionen Bullis wurden seitdem gebaut. Vorgestellt hatte VW den "Typ 2" (der Käfer hieß "Typ 1") schon 1949. Könnte man 2025 also nicht schon den 76. Geburtstag feiern? – Ach egal, Hauptsache feiern.
AUTO BILD ist dabei und stellt Ihnen ein paar ganz besondere Bullis vor.

VW T1 als Streifenwagen der Nachtschicht

Historischer Polizei-VW-Bus migt Besitzer. Auf der Tür steht "Bullizei".
In einer Schrauber-Nachtschicht hat Peter Rainer seinen "Bullizei"-Bus wieder einsatzbereit gemacht.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Halt, Bullizei! Der T1 von Peter Rainer (48) hat sich selbst gestoppt: Eine kaputte Ölkühlerdichtung hatte das Motoröl daheim auf dem Garagenboden verteilt. Peter, Sozialarbeiter und Hobbyschrauber aus Matrei in Osttirol, merkte es am Abend vorm Bulli-Treffen. Kurz entschlossen baute er den (nicht originalen) Motor aus und den Originalmotor, der noch bei ihm war, ein. "Ich schraube seit 20 Jahren, da hat man Ersatzteile rumliegen." Um halb vier in der Früh war Peter fertig. Wenige Stunden Schlaf später fuhr Peter die 100 Kilometer zum Treffen.
Polizei-Bus von schräg hinten
Am Salzburgring mischt der Volks-Polizist Baujahr 1966 sich unters Volkswagen-Volk.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Sein T1 lief 1966 bis 1986 als Polizeiwagen in Klagenfurt. 1999 kaufte er ihn, "für 20.000 Schilling", das waren gut 2800 Mark. Die Polizei-Ausrüstung war nicht mehr dabei, aber nach und nach trieb Peter Rainer Blaulicht, Lautsprecher, Bosch-Hörner und dergleichen auf. Wie man es so macht als Freund und Helfer.

VW T2 als Werkzeug, jetzt zu leben

Mann im Schottenrock vor rotem VW T2 Camper
"Patina-Praline" nennt Schottland-Fan Bert Maecker seinen T2a. Das Auto war ursprünglich rot lackiert, wurde in den USA grau gerollt, zurück in Deutschland wurde das Grau wieder abgeschliffen.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Nicht jeder, der Schottenrock trägt, ist übertrieben sparsam. Bert Maecker (62) aus Hamburg zum Beispiel, großer Schottland-Fan, hat seit zehn Jahren seinen VW T2a in Restaurierung – "ein Sitzbus, kein Camper". So etwas braucht Zeit. Als aber 2021 seine Mutter starb, wurde ihm klar: "Man weiß ja nicht, wie viel Zeit man noch hat." Dann trennte sich ein Kumpel von diesem fahrbereiten rot-grauen T2a Camper – Bert nahm ihn, um sofort das Leben zu genießen.
Figuren von Ernie und Bert aus der Sesamstraße im Seitenfenster des VW T2
Wer Bert heißt, braucht Ernie- und Bert-Figuren im Auto, so steht es in der Sesamstraßenverkehrsordnung.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Der 1969 gebaute Bulli wurde 1970 in den USA zugelassen. Die Camping-Ausstattung von Westfalia ist original, der 1776-Kubik-Motor mit Doppelvergaser und 122 PS nicht.
Einen VW T3 von 1988 hat Bert übrigens auch noch. Nicht dass Sie glauben, Schottland-Fans wären geizig.

VW T3 als Familienmitglied seit 37 Jahren

Christoph Boltze war sieben, als sein Vater 1988 einen drei Jahre jungen VW-Bus bestellte. Das ist 37 Jahre her, und der T3 Syncro ist immer in der Familie geblieben: Christoph bekam ihn von seinem Vater geschenkt und fuhr ihn selbst weiter im Alltag.
VW T3 Syncro von schräg hinten mit dem Besitzer
Christoph Boltze (44) am außen hängenden Reserverad seines VW T3 mit "Syncro"-Allradantrieb. Nicht sein einziger T3, "aber der ist mir besonders ans Herz gewachsen".
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
2018 war der T3 schwer verrostet, der TÜV-Prüfer schüttelte den Kopf. Und nun? Verschrotten oder restaurieren? Christoph Boltze dachte an die vielen schönen Ferienfahrten mit den drei Geschwistern, an Sardinien, an Korsika, an Mallorca, wo man um 1988 die besten Strände nur zu Fuß oder mit Allradantrieb erreichte. Bei seiner Hochzeit war der VW T3 dabei, seine erste Tochter holte er mit ihm aus der Klinik ab... "Nein, der ist ein Familienmitglied. So was gibt man nicht weg", betont Christoph.
Zwei Jahre lang wurde er restauriert. "Ein Freund hat die Hauptarbeit gemacht. Wir haben viele Neuteile eingebaut, aber so viel von der historischen Substanz erhalten wie möglich." Nun ist der Syncro wieder im Alltagseinsatz, Streusalz erspart Christoph ihm aber.
VW T3 in braun-beiger Zweifarblackierung schräg von vorn
Die Zweifarblackierung ist originalgetreu, aber neu, die Scheinwerferwaschanlage war schon immer drin. Auf der Straße fährt der T3 mit H-Kennzeichen, auf Treffen hängt Christoph die originalen DIN-Nummernschilder ans Auto.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Es ist nicht irgendein T3, sondern genau das Exemplar, das 1985 für die Titelseite eines T3-Prospekts fotografiert wurde. Der Wagen lief auch im Pressefuhrpark, was die opulente Ausstattung erklärt, bis hin zum riesengroßen Schiebedach. Der Neupreis lag bei etwa 58.000 Mark.
Innenraum des T3, beide Rücksitzbänke
Auch nach jahrzehntelangem Einsatz mit diversen Kindern sind die Velours-Sitzpolster immer noch gut erhalten. Auf Ratschläge, graue statt beige Stoffe überzuziehen oder gar den Syncro und Camper umzubauen, hörte Christoph nicht.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
So etwas weiß Christoph Boltze, weil er Prospekte und Preislisten sammelt, vor allem von T3 und T4. Als Informatiker hat er sie schon vor vielen Jahren gescannt und in Foren gepostet. Seit 2018 arbeitet der gebürtige Thüringer, der in Niedersachsen aufgewachsen ist, bei der passenden Firma: bei VW in Zwickau.

VW T4 als Gestrandeter

Silberner VW T4 von schräg vorn, der Besitzer steht daneben mit seinem Klappfahhrad von 1970
Mit knapper Not und fremder Hilfe schaffte der VW T4 von Herbert Knaus es auf seinen Platz beim Bulli-Treffen. Mobil bleibt er: Sein Puch-Fahrrad "Camping" mit Steckrahmen von 1970 hat er dabei.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Das war knapp! "Vor ein paar Tagen hat’s nach dem Kaltstart beim Anfahren ein bisschen geruckelt, das hat sich aber beim Erreichen der Betriebstemperatur gegeben", erzählt Herbert Knaus (52) aus Saalfelden. "Aber in Höhe Hof bei Salzburg gingen die Gänge nur mehr erschwert bis gar nicht mehr einzulegen." Pech, aber immerhin kurz vorm Salzburgring. Der 2001er VW T4 California schaffte es gerade noch so aufs Gelände des Salzburgrings; drei Mitarbeiter schoben den Wagen auf seinen Stellplatz.

Erste Diagnose: Das Ausrücklager der Kupplung ist undicht. Nichts, was Herbert Knaus mal eben auf dem Parkplatz reparieren könnte. Dank Schutzbrief schleppte der Pannendienst des ÖAMTC den T4 wieder die 85 Kilometer nach Hause. Herbert Knaus fürchtete schon, dass er den Großteil des Treffens deshalb verpassen würde: "Von den 450 Anmeldungen habe ich das dritte Early-Bird-Ticket bekommen, habe mich monatelang auf das Treffen gefreut. Ich wollte doch auf dem Ring mitfahren." Aber der ÖAMTC ließ mit sich reden, die diensthabenden Mitarbeiter vom Stützpunkt Eugendorf und Saalfelden brachten den Wagen erst am Sonntag sicher heim.

Eine kurze Geschichte des VW Bulli

Eine kurze Geschichte des VW Bulli
VW T1, 1950–1967
VWs zweites Modell nach dem Käfer. Käfer-Technik. Anfangs 25 PS schwach, 4,15 Meter kurz und 975 kg leicht. In Brasilien bis 1976 gebaut.
VW T1,5, 1975–1996
Zwischenmodell aus Brasilien, also VW Kombi genannt. Im Grunde ein T1 mit Front im Stil des T2 und T2-Rückleuchten.
VW T2, 1967–1979
Viel mehr Fensterfläche als der T1, 20 cm länger, Schiebetür serienmäßig, neue Hinterachse, mindestens 47 PS. In Brasilien bis 2013 gebaut.
VW T3, 1979–1992
Anfangs noch luftgekühlte Motoren. Neues Fahrwerk, neue Lenkung, 10 cm mehr Innenhöhe als im T2. Ab 1985 auch Allrad.
VW T4, 1990–2003
Erster Frontmotor-Bulli. Front-oder Allradantrieb, vier, fünf oder sechs Zylinder. Langversion 40 cm länger.
VW T5/T6, 2003–2024
18,5 cm länger als der T4. Seilzugschaltung, kurzer Schalthebel oben im Armaturenträger. Das Facelift von 2015 heißt T6.
VW Multivan, seit 2021
Nachfolger des T6 Multivan, heißt offiziell nicht T7. Pkw auf Passat-Basis. Leichter als der T6, ab 1941 kg. Benziner (auch als Hybrid) und Diesel.
VW T7, seit 2025
Überwiegend von Ford konstruiert. Nutzfahrzeug auf Transit-Custom-Basis. Ab 5,05 Meter lang, Kombi ab 2164 kg. Diesel oder elektrisch.
Sein reflexsilberner California ist vielleicht der Traum aller Fans originaler T4: Er hat den unverwüstlichen 2,5-Liter-Fünfzylinder-TDI von Audi (Typ ACV) mit 102 PS, und schon der Erstbesitzer meldete den Wagen jeden Winter ab. Auch Herbert Knaus fuhr ihn nie im Winter. Nach 202.000 Kilometern brauchte er in Herberts Hand bisher nur den üblichen Service, neue Traggelenke, Bremsen, eine Kunststoffbuchse fürs Schaltgestänge, mehr nicht. Der Innenraum ist außergewöhnlich gepflegt, die originalen Sitzbezüge mit eingesticktem Generation-Logo sind unter originalen Generation-Schonbezügen von der Firma Brandrup verborgen.
Scheinwerfer und Sondermodell-Aufkleber "California Generation" am VW T4
Das T4-California-Sondermodell "Generation" kam 2001 zum 50. Jubiläum der Wohnmobile auf Bulli-Basis. Das gepflegte Exemplar von Herbert Knaus ist reflexsilber-metallic.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
VW T4 fährt Herbert Knaus aus Leidenschaft – dieser ist schon sein fünfter. Einen T5 hatte er auch mal, "aber da fehlte mir persönlich das im T4 gewohnte heimelige Busgefühl."

VW T5 als Dakar-Bezwinger

Bei der Rallye Dakar ist es ja nicht so, als führe parallel zur Rallyestrecke überall eine frisch asphaltierte Autobahn entlang für die Servicefahrzeuge. Nein, auf den meisten Abschnitten müssen die Begleitfahrzeuge dieselben üblen Pisten nehmen – aber am besten zuverlässig noch vor den Wettbewerbsfahrzeugen am Etappenziel sein.
Was braucht man also? Autos, die ebenso geländegängig und robust sind, möglichst schnell auch, aber mit mehr Sitzplätzen fürs Team und mehr Stauraum für Ersatzteile und Werkzeug.
VW T5 von vorn unterm Rundenzähler-Portal das Salzburgrings
Ein Rallyeauto auf der Rundstrecke – denn den VW T5 von der Dakar mit Red-Bull-Sponsorenaufklebern mussten wir einfach unter den Red-Bull-Rundenzähler am Salzburgring stellen.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Einen dieser Helden hinter den Kulissen hat VW Nutzfahrzeuge sich für seine Oldtimersammlung gesichert und zum Salzburgring mitgebracht: diesen VW T5. Von außen ist er nicht nur wegen seiner Sponsorenaufkleber als Rallyeauto erkennbar: Grobstollige All-Terrain-Reifen, Zusatzverschlüsse an Motorhaube und Hecktüren, Hauptschalter vor der Windschutzscheibe und Fernscheinwerfer auf dem Dach signalisieren schon, dass seine Besatzung es ernst meint.
Rallye-VW T5 von schräg hinten
Bremsleuchten auf dem Dach, riesige Schmutzfänger, Anhängerkupplung. Schräg vorm großen VW-Logo ist der Deckel für den Zusatztank.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Krasser noch ist der Innenraum: XXL-Überrollkäfig, vier Recaro-Schalensitze mit Fünfpunktgurten – dagegen ist der "Breakdancer" auf dem Rummelplatz ein Kaffeekränzchen. Der Laderaum mit Riffelblech-Boden und dem enormen Zusatztank ist per Metallgitter abgetrennt.
Vordersitze im Rallye-T5: Recaro-Schalensitze.
Fetter Überrollkäfig, Recaro-Schalensitze. An den Schroth-Fünfpunktgurten sind Mikrofone angenäht, damit die Insassen bei dem Höllenlärm miteinander sprechen konnten.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Die Geschichte dieses Exemplars scheint nicht sehr gut dokumentiert zu sein. Da das Auto 2006 gebaut wurde, dürfte die Dakar 2010, deren Aufkleber der VW T5 noch trägt, nicht seine erste Rallye gewesen sein. 2009 jedenfalls gewann Giniel de Villiers die Dakar in Argentinien und Chile auf VW Race Touareg II; 2010 gewann wieder ein Race Touareg, dieses Mal mit Carlos Sainz senior am Steuer.
Im Innenraum des Youngtimers fanden die Oldtimer-Jungs in Hannover nicht nur jede Menge Staub, sondern auch Münzen aus Brasilien.

VW T6 als Maxi-Phaeton

VW T6 mit offener Schiebetür, in der der Redakteur steht
Wer hier einsteigt, ist Aufsteiger: VW T6 Business. Selbst die feinen Räder und die feiste Auspuffanlage lassen nicht ahnen, wie luxuriös dieser Überbulli ist.
Bild: VW Nutzfahrzeuge
Das krasse Gegenteil des Rallye-T5 ist dieser VW T6.1 Business von 2015: so fein und edel, wie ein Bulli nur sein kann.
Zwischen dem Alcantara-Dachhimmel und dem hölzernen Schiffsboden ist kaum noch Kunststoff zu sehen, weil hier das Leder einer mittelgroßen Rinderherde verarbeitet wurde. Die Sitze in der dritten Reihe stammen von Bentley; Position, Lehnenneigung und die Länge der Sitzflächen sind elektrisch verstellbar, in einer Armlehne versteckt sich ein Telefonhörer, darunter der Knopf für das elektrisch ausfahrbare Tischchen, reichlich Ablagen und ein Kühlschrank für Getränke, die die Fahrt noch angenehmer machen.
Sitze der dritten Sitzreihe im VW T6 Business
Sitzanlage von Bentley, nur mit mehr Platz drumherum. Wir haben von Whiskygläsern im Schubfach gehört, aber als wir hier einsteigen, sind sie schon weg.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Das Exemplar, das VW Nutzfahrzeuge sich sichern konnte, weil es abgeschrieben war und günstig abgegeben wurde, hat den Zweiliter-TDI mit 204 PS und 4motion-Allradantrieb.
Wer ein Budget nördlich von 160.000 Euro hatte, konnte sich seinen Wunsch-T6 sehr individuell umbauen lassen – vom "Servicecenter Spezialausstattungen", berichtet Tobias Twele, Betreuer der historischen Sammlung von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover.
Kofferraum mit Holzboden
Sie bedauern es auch, dass hölzerne Schiffsböden in Autos in den letzten 90 Jahren ein bisschen aus der Mode gekommen sind? Nun, auf besonderen Wunsch war so etwas 2015 sogar bei Volkswagen erhältlich.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Einfach Leder über vorhandene Kunststoffteile zu ziehen, damit war es nicht getan; denn die Millimeter, die das Leder an den Engstellen aufträgt, muss vom Kunststoff ja abgetragen werden.
Laut Christian Schlüter von VW Nutzfahrzeuge hatte Popstar Robbie Williams explizit darum gebeten, in einem T6 in dieser Art gefahren zu werden. Tobias Twele erzählt auch von einem Business-Bulli, der außen – weiß und ohne Chrom – betont bescheiden aussah. Da wollte der Chef einer Firma mit großem Fuhrpark wohl signalisieren, dass er das gleiche Auto fährt wie seine Mitarbeiter. Also ungefähr das gleiche.

VW Multivan als T7, der keiner ist

2021 stellte VW Nutzfahrzeuge den neuen Multivan (Typ ST) vor – kein Wunder, dass die Fachwelt ihn sofort T7 taufte, denn Multivans gibt es seit dem T3. VW selbst tut das nicht: denn T steht für Transporter – außerdem hält Volvo Titelschutz an Kombinationen aus "T" und Zahlen. Wie Typ 147 "Fridolin" und Caddy basiert der aktuelle Multivan auf einer Pkw-Plattform, dem Modularen Querbaukasten MQB. Die Motoren sind genau in der gleichen Position eingebaut wie beim VW Passat.
VW Multivan mit hochgeklapptem Aufstelldach und Pärchen neben dem Auto
YouTuber Tarik (49) und Naz Bay (46) aus Köln campen gerade zum ersten Mal – in einem California Ocean aus dem Fuhrpark von VW Nutzfahrzeuge. Wie kompliziert das ist, schildert Tarik auf seinem Kanal "Elektrobays".
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Wenn er kein T7 ist – ist er denn nun ein Bulli? Fridolin und die verschiedenen Caddys bekamen diesen Beinamen nicht. Aber der Multivan und seine Camper-Variante California sind ähnlich groß wie der T6 (zum Glück flacher, ein Segen in Tiefgaragen). Vor allem soll er vom beliebten Bulli-Klischee profitieren. Deshalb stellt VW Nutzfahrzeuge ihn offensiv unter der Überschrift "Bulli" in die Reihe von T1 bis T6.
Wer den Heckmotor-Bullis hinterhertrauert, muss nicht mehr trauern: Der aktuelle Multivan und California als eHybrid hat wieder einen Heckmotor! Nämlich einen zweiten Elektromotor im Heck, der auf Wunsch zusätzlich die Hinterräder antreibt. Ist nicht das gleiche wie das Rumoren eines Verbrenners ganz hinten im Auto, aber dafür nimmt er auch nicht so viel Platz weg wie die Vierzylinder in T1, T2 und T3 (oder der Fünfzylinder im Südafrika-T3). Mehr über die junge Baureihe hier.
Technisch mag er sich sehr vom T6 unterscheiden, aber wer mit seinem T6 Multivan oder California zufrieden ist, sollte den flachen Nicht-T7 auf seiner Liste haben.

VW T7 als Ford, der noch ein Bulli werden muss

VW T7 Caravelle von schräg vorn mit jungem Mann
"Multivan und T7 fahren sich komplett unterschiedlich", sagt Markus Fischwenger (30) aus Salzburg. "Auch im Vergleich zum T6 ist er eine andere Welt. Beim T7 merkt man die Robustheit vom Transporter." Fischwenger fuhr den T7 schon in Athen – denn er ist Marketingleiter von VW Nutzfahrzeuge Österrreich. Menschen, die privat T7 fahren, haben wir im Mai 2025 noch nicht getroffen.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Das jüngste Baby in der Ahnenreihe ist der T7; wegen Volvos Ansprüchen, siehe oben, nennt VW Nutzfahrzeuge ihn "Transporter der siebten Generation". Der VW wird zum Zeitpunkt des 75-Jahre-Bulli-Treffens erst an die Händler ausgeliefert. Nach dem Wechsel vom Heck- zum Frontmotor mit dem T4 geschieht hier gerade der zweite große Umbruch – denn der T7 wurde gemeinsam mit dem Ford Transit Custom entwickelt – unter der Federführung von Ford. Gleichzeitig spaltet VW Nutzfahrzeuge das "Bulli"-Angebot in drei Linien auf: Multivan (siehe oben), T7 und ID. Buzz.
Nun ist der T7 nicht einfach ein Ford mit VW-Logos, sondern Volkswagen hat erheblichen Anteil an seiner Technik (hier mehr über den T7). Aber wir erwarten, dass wie damals beim T4 auch heute wieder beim T7 die Traditionalisten sich weigern werden, den T7 "Bulli" zu nennen. Ein T1-Fahrer belehrte uns auf dem Treffen sogar, nur VW mit luftgekühltem Heckmotor dürfe man Bulli nennen. Das haben wir aber nur dieses eine Mal gehört.
Die Anekdote zum VW T4 haben wir nach dem Bulli-Treffen aktualisiert, als klar war, wann das Auto abgeschleppt worden war. Auch an dem T3-Artikel haben wir Details präzisiert.
Diese Reise wurde unterstützt von Volkswagen. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.

Fazit

Kaum ein Auto hat Menschen von so unterschiedlichen, ja gegensätzlichen Einstellungen an ihre Ziele gebracht wie die Bullis von VW: Erst verrichteten nur tüchtige Anpacker damit ihre Arbeit, dann suchten Gammler und Hippies darin den Sinn oder wenigstens die Entspannung. Später wurden Bullis zu Reisemobilen verfeinert für Menschen, die genau so perfektionistisch Urlaub machen, wie sie arbeiten. Da trafen sich die beiden Welten wieder.
Auf Bulli-Veranstaltungen wie dieser treffen sich wieder Welten: Fans von Oldtimern und von Neuwagen, von Originalen und von Eigenbauten, vom Autowandern und von Vollgas, von Geländewagen und von Elektroautos – sie alle parken, campen, trinken ziemlich einträchtig nebeneinander. Heutzutage stecken Menschen andere Menschen schnell in Schubladen; wie schön, wenn sie über die Begeisterung fürs Auto wieder miteinander ins Gespräch kommen.