VW Multivan 2.0 TDI und Hyundai Staria 2.2 CRDi im Test-Vergleich
Zwei Vans für Fans: Hyundai Staria fordert den VW Multivan heraus

Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Vans fuhren lange auf der Überholspur, aktuell sind sie weniger gefragt, die Leute kaufen lieber SUV. Doch jetzt die gute Nachricht für vielköpfige Familien, Freizeitbewegte und andere Freunde der Vans: Es gibt sie noch, vielseitige und praktische Großraumlimousinen. Etwa diese zwei: Hyundai Staria und VW Multivan.
Der Hyundai ist zweifellos die auffälligere Erscheinung, mit seinem mutigen, freundlich-futuristischen Design zaubert er vor allem Kindern ein Lächeln ins Gesicht. Probieren Sie es aus. Der T7, wobei VW den Multivan ja offiziell nicht so nennt, kommt mit klarer Formensprache, glatt und geschliffen wie ein ICE-Triebkopf.

Van-Variationen: Während der VW T7 Multivan eher klassisch daherkommt, wirkt der Hyundai Staria ziemlich futuristisch.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Platz hat er jede Menge, alles luftig und geräumig hier. Die ErgoComfort-Sitze vorn (2886 Euro) können wir empfehlen, man sitzt aufrecht und entspannt. Allerdings: An die typische, erhabene Position im klassischen Bulli kommt das nicht (ganz) heran.
Multivan mit verbessertem Infotainment
Der Multivan ist klar und sachlich eingerichtet, mit kleinen digitalen Instrumenten und dem – weit weg vom Fahrer liegenden – 10-Zoll-Touchscreen in der Mitte. Die Menüs des bisher heftig kritisierten Multimedia hat VW ja inzwischen etwas aufgeräumt, der Touchscreen reagiert schneller, die Grafik geht in Ordnung. Geblieben sind aber die unsensiblen, Slider genannten, Schieberegler für Temperatur und Lautstärke.

Licht und Schatten: Die Menüs sind aufgeräumter, das Infotainment reagiert schneller, aber leider sind die "Slider" geblieben.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der Fond ist betont weiträumig, als Edition kommt der T7 mit fünf Einzelsitzen in der zweiten und dritten Reihe. Die Sitze sind schmal und zierlich geschnitten, insgesamt aber angenehm. Alle lassen sich verschieben und (mühelos) ein- und ausbauen.
Fahrzeugdaten
Modell | Hyundai Staria 2.2 CRDi (9-Sitzer) | VW T7 Multivan 2.0 TDI (7-Sitzer) |
|---|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder, Turbo | Vierzylinder, Turbo |
Einbaulage | vorn quer | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Kette | Zahnriemen |
Hubraum | 2199 cm³ | 1968 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 130 (177)/3800 | 110 (150)/3000 |
Nm bei 1/min | 430/1500 | 360/1600 |
Vmax | 185 km/h | 190 km/h |
Getriebe | Achtstufenautomatik | Siebengang Doppelkupplung |
Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 235/55 R18 H | 235/50 R18 H |
Reifentyp | Kumho PorTran KG53 | Michelin Primacy 4 |
Radgröße | 7 x 18" | 7,5 x 18" |
Abgas CO2 | 222 g/km | 195 g/km |
Verbrauch* | 8,4 l | 7,4 l |
Tankinhalt | 75 l | 58 l |
Kraftstoffsorte | Diesel | Diesel |
SCR-Kat/AdBlue-Tankinhalt | S/14 l | S/22 l |
Vorbeifahrgeräusch | 69 dB(A) | 69 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1500/750 kg | 2000/750 kg |
Stützlast | 100 kg | 80 kg |
Kofferraumvolumen | bis 4935 l | bis 4005 l |
Länge/Breite/Höhe | 5253/1997–2285**/1990 mm | 5173/1941–2252**/1907 mm |
Radstand | 3273 mm | 3124 mm |
Grundpreis | 48.100 Euro | 51.206 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 53.600 Euro | 63.403 Euro |
Jede Menge Raum bietet der Staria auch, der hintere Teil ist sogar noch weitläufiger als im VW. Die Einrichtung ist ähnlich fröhlich gestaltet wie sein Design außen. Witzig sind zum Beispiel der kleine dritte Sitz in der Mitte vorn oder auch die Kamera, die live den Fond filmt und die Bilder im Touchscreen abspielt – da bekommen die Eltern jeden Blödsinn der Kleinen mit.
Problemfreie Bedienung im Staria
Und das alles ist verbunden mit der Hyundai-typischen komplett problemfreien Bedienung. Die beiden 10,25-Zoll-Displays besitzen schöne, klare Anzeigen und gut strukturierte Menüs, so soll es sein.

Innen wie außen: Auch beim Cockpit zeigt der Staria eine gewissen Avantgarde. Die Bedienung ist Hyundai-typisch frei von Rätseln.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Auch den Staria gibt es mit Einzelsitzen in der zweiten Reihe – als Signature mit Diesel ab 57.550 Euro. Der Testwagen war aber ein Prime (ab 53.600 Euro) mit neun Sitzen – also drei vorn und jeweils einer Dreier-Sitzbank in der zweiten und dritten Reihe.
Viel Platz im Koreaner
Die Sitzposition vorn liegt etwas höher als im VW, dazu sind die Fenster weit heruntergezogen – man sitzt gefühlt fast im Freien. Die Sitze selbst sind angenehm gepolstert, bieten viel Seitenhalt, allerdings ist die Auflage etwas kurz.

Geräumig aber weniger variabel: Erwachsene sitzen auch hinten bequem im Staria. Im Neunsitzer lassen sich die Sitze nicht ausbauen.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Auf den hinteren beiden Bänken sitzen Erwachsene ganz gemütlich. Die Bänke lassen sich längs verschieben, die Lehnenneigung ist verstellbar. Aber auch hier sind die Auflagen etwas zu kurz. Zum Ausbau sind die Sitze im Hyundai nicht vorgesehen, in der zweiten Reihe lässt sich die Lehne umlegen, die dritte Reihe ist komplett zusammenfaltbar.
Hyundai bremst schlechter als VW
Angetrieben wird der Hyundai vom konzernbekannten 2,2-Liter-Diesel mit 177 PS, gekoppelt an eine Achtstufen-Wandlerautomatik. Der Motor ist ein kräftiger, lebhafter Typ, raubeinig, aber gut gedämmt. Die Automatik kommt beim Losfahren zäh in die Gänge, während der Fahrt schaltet sie schnell und sanft.

Das geht besser: Aus Tempo 100 stoppt der Staria erst nach unzeitgemäßen 40,7 Metern. Der Multivan kommt nach 36,2 Metern zum Stehen.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der Staria federt auf gröberen Unebenheiten verbindlich, reagiert aber steif etwa auf kürzere Wellen oder Querfugen. Die Lenkung spricht zäh an, Antriebseinflüsse sind deutlich spürbar. Verbesserungspotenzial bieten aber vor allem die Bremsen: Mit warmen Scheiben stand der Staria beim Stopp aus Tempo 100 erst nach 40,7 Metern – das ist nicht mehr zeitgemäß! Der VW kam nach 36,2 Metern zum Stehen, besser.
Messwerte
Modell | Hyundai Staria 2.2 CRDi (9-Sitzer) | VW T7 Multivan 2.0 TDI (7-Sitzer) |
|---|---|---|
Beschleunigung | ||
0–50 km/h | 3,9 s | 4,1 s |
0–100 km/h | 12,1 s | 12,4 s |
0–130 km/h | 21,5 s | 21,5 s |
0–160 km/h | 40,7 s | 39,6 s |
Zwischenspurt | ||
60–100 km/h | 7,1 s | 6,9 s |
80–120 km/h | 9,6 s | 9,5 s |
Leergewicht/Zuladung | 2400/660 kg | 2290/560 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 55/45 % | 56/44 % |
Wendekreis links/rechts | 12,5/12,5 m | 12,0/12,1 m |
Sitzhöhe | 910 mm | 885 mm |
Bremsweg | ||
aus 100 km/h kalt | 40,3 m | 35,9 m |
aus 100 km/h warm | 40,7 m | 36,2 m |
Innengeräusch | ||
bei 50 km/h | 56 dB(A) | 57 dB(A) |
bei 100 km/h | 64 dB(A) | 65 dB(A) |
bei 130 km/h | 68 dB(A) | 69 dB(A) |
Verbrauch | ||
Sparverbrauch | 7,4 l D/100 km | 6,4 l D/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 8,8 l D/100 km (+5 %) | 7,4 l D/100 km (+-0 %) |
Sportverbrauch | 12,7 l D/100 km | 9,2 l D/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 233 g/km | 195 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 850 km | 780 km |
Im T7 besorgt der 2,0-Liter-TDI mit 150 PS den Antrieb, die Kraftübertragung übernimmt das ebenso bekannte Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Der TDI macht kein Geheimnis aus seinem Arbeitsprinzip, ist aber ebenso wie der Hyundai gut gedämmt. Er beschleunigt den Multivan schwungvoll, liefert ähnlich flotte Fahrleistungen wie der stärkere Staria.
Das DSG ruckelt in der Stadt oder beim Rangieren schon mal spürbar, reagiert sonst aber zügig und aufmerksam. Der Multivan steht ja auf dem MQB-Baukasten und fährt sich auf diese VW-typische Weise ausgewogen und harmonisch. Die Lenkung arbeitet leichtgängig und genau, die Federung stets verbindlich.
VW ist knapp 10.000 Euro teurer
Der lange T7 steht mit 150-PS-TDI als Edition in Test-Ausstattung ab 63.403 Euro in der Liste, ordentlich ausgestattet. Doch der Hyundai Staria kostet mit 53.600 Euro nicht nur knapp 10.000 Euro weniger, er ist auch besser ausgestattet – zum Beispiel mit Zwei-Zonen-Klimaautomatik (VW drei Zonen für 1297 Euro), heizbaren Sitzen vorn (VW 476 Euro) und aktivem Tempomaten (VW 571 Euro). Am Ende nützt das aber nichts mehr, der Multivan liegt in der Eigenschaftswertung zu weit vorn.
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