Volvo 940: Klassiker des Tages
Der Volvo 940 ist ein stiller Held – auch auf der Leinwand
Der Volvo 940 wird von seinen deutschen Fans als unzerstörbarer Begleiter für alle Lebenslagen verehrt. In Skandinavien dient der letzte Elch mit Hinterradantrieb als Rallyeauto – und im Fernsehen spielt der 940 gerne kleine Nebenrollen.
Bild: autobild.de
Generell kann man sagen, dass viele Autohersteller Anfang der 90er-Jahre ihren Höhepunkt in puncto Qualität erreichten. Doch Volvo setzte sozusagen noch einen drauf!
Rostprobleme sind bei Vorfacelift-Modellen minimal bis nicht existent, die Motoren sind robust, die Technik ist kaum zerstörbar. Klar, auch der solide, durchdachte Schwede ist nicht gänzlich frei von der Schwächen. Aber die Stärken überwiegen.

Der Volvo 940 gilt als langlebig. Und er tritt optisch herrlich zurückhaltend auf.
Bild: Christian Bittmann
Und nicht nur das: Der 940 schafft spielend den Spagat über mehr als 30 Jahre hinweg und meistert auch heute noch problemlos den Alltag.
Das zweite Gesicht des Familien-Volvo: Er ist ein Rallye-Auto
Im Vergleich mit der zeitgenössischen Konkurrenz ist der Volvo 940 aus gröberem Holz geschnitzt. Hinten sitzt zum Beispiel eine Starrachse, die fleißig Rückmeldung zum Zustand der Fahrbahnoberfläche gibt und bei zügiger Fahrt über Unebenheiten auch mal versetzen kann. Dazu kommt beim 131 PS starken Achtventiler B230FB ein Schaltgetriebe, das mit einem traditionell hakeligen ersten Gang nervt.

Der Volvo 940 Kombi bietet in seinem Kofferraum beinahe unendliche Weiten. Ein großes Highlight für Familien!
Bild: Sven Krieger
Deutsche Tester sprechen dem Volvo daher gerne jegliche dynamische Ambitionen ab. Doch schwedische Rallye-Schüler lieben den 940 für seinen Charakter. Man kann mit dem großen Schiff nämlich vortrefflich das Driften lernen! Bei heftigem Anbremsen auf unbefestigtem Untergrund kommt der Elch ganz ohne Kupplungstricks quer, der Lastwechsel der Karosse reicht aus.
Bei ungewolltem Kontakt mit Birken am Wegesrand rasiert der Volvo eine Schneise in die Landschaft und fährt dann einfach weiter. Maximal bleiben ein paar Dellen im Blech zurück. Und das auf Asphalt manchmal ruppig wirkende Fahrwerk kann auch Ausritte in die Wiese ab.

Technisch robust und fortschrittlich: Einen Volvo 940 kann man auch heute noch problemlos im Alltag fahren.
Bild: Roman Rätzke / AUTO BILD
Das eigentliche Highlight am Schweden – nicht nur für Rallyefahrer – verbirgt sich aber tief im Motorblock. Gelängte Steuerketten sind für den widerstandsfähigen B230FB ein Fremdwort. Der Zahnriemen lässt sich leicht und günstig wechseln. Und wenn man es vergessen sollte, dann ist es kein Problem – im schlimmsten Fall rollt der Volvo einfach aus. Der Motor ist ein Freiläufer, bei dem sich Kolben und Ventile nicht berühren.
Wer genau hinsieht, der erkennt den Volvo auf der Leinwand
Der Volvo 940 gilt also zu Recht als langlebig. Und er tritt optisch so herrlich zurückhaltend auf. Da ist es kein Wunder, dass allerlei Kino- und Fernsehmacher ihren Protagonisten einen Volvo 940 an die Seite stellen. Zum Beispiel im Film "Steig. Nicht. Aus!" von Christian Halvart aus dem Jahr 2018. Die automobile Hauptrolle spielt ein SUV von Mercedes. Doch am Ende ... achten Sie da mal drauf, was die Familie von Karl Brendt (Wotan Wilke Möhring) da für ein Auto fährt.
Wer einen Volvo 940 haben will, der sollte grob geschätzt 4000 bis 10.000 Euro kalkulieren. In diesem Preisbereich gibt es gute Autos, Limousine wie Kombi, die keine schlimmen Überraschungen für den neuen Eigner parat halten sollten.
Wer sich ein konkretes Auto ansieht, sollte neben dem Üblichen ein paar elektronische Komponenten prüfen, die fürchterlich nerven, wenn sie kaputtgehen. Zum Beispiel die Leitung für den Vorimpuls der Lichtmaschine. Sie führt durchs Kombiinstrument und kann in Folge von Temperaturschwankungen über Jahrzehnte brechen. Das sieht man, wenn auf Zündung eins die Kontrolllämpchen im Display mal angehen und mal nicht. Oder man erfährt es, wenn der Volvo mit leergefahrener Batterie stehen bleibt.
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