Polestar 1 (2020), Volvo 940 GL (1991): Vergleich, Preis, Test

Polestar 1 (2020), Volvo 940 GL (1991): Vergleich, Preis, Test

Der futuristische Polestar 1 trifft auf seinen Urahn Volvo 940

Raumschiff gegen Rechenschieber: Ein Vergleich zwischen Polestar 1 und Volvo 940 macht so richtig klar, wieviel sich in knapp 30 Jahren Technikentwicklung getan hat!
Polestar 1 und Volvo 940 markieren zwei Extreme. So technikgeladen und dynamisch das eine Fahrzeug auftritt, so karg und gemütlich gibt sich das andere. Dabei ist ein Vergleich gar nicht so weit hergeholt, wie es zunächst scheint. Die 900er Modelle waren nämlich die Vorläufer der heutigen S90/V90-Baureihe, auf deren gekürzter Plattform der Polestar 1 basiert. Optisch und vor allem technisch hat sich natürlich extrem viel getan. Das wird nirgends so deutlich wie im Innenraum. Mehr als ein Lenkrad und Sitze scheinen die beiden Autos nicht gemeinsam zu haben. Oder? Ist im 156.000 Euro teuren Polestar noch etwas vom Geist von vor fast 30 Jahren übrig?
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Beginnen wir mit dem Volvo, Alter vor Schönheit. Die 940er-Modelle waren die vierzylindrigen und weniger gut ausgestatteten Versionen des 960. An Größe und Schwere haben die 940er aber nichts eingebüßt. Die Türgriffe wollen mit Nachdruck bedient werden, die Türen fallen mit sattem "Klonk" ins Schloss. Man sinkt tief in die plüschigen Velours-Sessel, die im Winter mollig warm halten. Der Blick schweift übers Armaturenbrett und offenbart erst einmal – nichts. Knöpfe sind praktisch keine zu sehen, was aber vor allem an der nahezu nicht vorhandenen Ausstattung liegt. Lüftung, Lenkstockhebel, Lichtschalter, Sitzheizung, mehr ist nicht. Das Schiebedach und die Fenster wollen gekurbelt werden. Das einzige Zugeständnis an die Moderne ist ein nachgerüstetes Radio. Die fünf Rundinstrumente hinter dem Lenkrad sind so klar gezeichnet wie es nur geht, alles ist funktional und nüchtern.

Stoffsitze und Fahrwerk sind weich und komfortabel

Luxus durch Ausstattung war den 960er-Modellen vorbehalten, in diesem 940er herrscht Verzicht.

Überhaupt ist Klarheit das Gebot im kühl gestalteten 940-Cockpit. Das kantige Armaturenbrett scheint mit der Axt geschnitzt. Trotz fehlender Ausstattung stellt sich schnell ein Gefühl von hohem Komfort ein, denn der kommt hier anders zustande als durch Technik. Die hohe Sitzposition und die dünnen Dachholme schaffen eine hervorragende Rundumsicht. Gemütlicher als in diesen weichen Stoffsesseln lässt es sich fast nicht sitzen, und die schwere Karosserie und das weiche Fahrwerk bügeln jede noch so unebene Straße glatt. Doch ums Fahren geht es hier und heute nicht. (Exakt dieser 940 wurde einst von AUTO BILD getestet).

Technik-Overkill im Polestar 1

Das Cockpit ist aufgeräumt und klar gegliedert. Aufreizend-aufregend sein sollen andere.

Also umsteigen in den Polestar, dessen Cockpit im Grunde dem aktueller Volvos entspricht. Nach einem noch bekannten satten Türgeräusch wähnt man sich sofort in einer anderen Welt. Wahnsinn, was 29 Jahre Altersunterschied ausmachen. Statt drei Lüftungsreglern starrt einen hier ein horizontaler Touchscreen an, über den eine Unzahl von Fahrzeugfunktionen gesteuert wird. Abstandsradar? Check. Internetanbindung? Klar. Ein High-End-Soundsystem und das adaptive Öhlins-Fahrwerk zeugen vom Anspruch an luxuriöse Sportlichkeit. Technik-Verliebte freuen sich über das konfigurierbare Digitalcockpit und die anwählbaren Antriebsmodi des Hybrid-Systems. Statt der Kunststofflandschaft im 940 macht sich im Polestar Leder, Aluminium, Klavierlack, Glas und vor allem Carbon breit. Doch so verschieden die beiden Autos hinsichtlich ihrer Technik und Ausstattung auch sein mögen, gestalterisch gibt es durchaus Gemeinsamkeiten. Der Polestar 1 im AUTO BILD-Test!

Aluminium, Glas und Carbon

Nettes Detail: Der Polestar spiegelt den Namensgebenden Polarstern ins Serien-Glasdach.

Trotz der zahllosen Fahrzeugfunktionen ist nämlich auch der Polestar erstaunlich übersichtlich gegliedert. Das liegt vor allem daran, dass fast alle Funktionen über den Zentralbildschirm gesteuert werden. Zusammen mit dem verbauten Carbon, Aluminium und Glas wirkt der Innenraum so ähnlich kühl und klar wie der des 940. Weitere Parallelen sind der eckige Lenkradpralltopf und nicht zuletzt die zum Fahrer geneigte Mittelkonsole. Rahmenlose Rück- und Innenspiegel zitieren ein ehemals luftiges Raumgefühl, was durch die hohe Fensterlinie und den breiten Mitteltunnel wieder konterkariert wird.

Der Polestar bewahrt den Charme von einst

Der kantige Volvo und der Design-affine Polestar führen im Innenraum fort, was sie von außen versprechen.

Es geht hier natürlich nicht um besser oder schlechter, dafür sind Enkel und Opa zu unterschiedlich. Wo der Polestar durch Luxus besticht und zeigt, was technisch machbar ist, bietet der Volvo eine ganz andere Art von Komfort. Die beiden Autos sind zwei komplett verschiedene Welten. Heute braucht es eben mehr als nur Fahrkomfort und Platz, um als nobles Auto zu gelten. Und doch hat Polestar/Volvo einiges vom kühlen Schweden-Charme von damals ins Hier und Jetzt geholt – auch wenn man heute zum chinesischen Geely-Konzern gehört.

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