Golf 2 und VW Käfer: Soviel kosten Oldtimer von VW
So teuer sind klassische VW
Klassische VW sind beliebt und teuer, doch abseits der bekannten Autos gibt es noch Geheimtipps, gerade in der zweiten Reihe. Marktanalyse für VW-Oldtimer!
Klassische VW wärmen die Herzen vieler Oldtimerfans. Klassiker wie Käfer und Bulli gehören zu Deutschlands beliebtesten Oldtimern und sind in den letzten Jahren deutlich teurer geworden. Doch in der großen Volkswagen-Familie gibt es auch noch Schnäppchen!
Käfer boomt, der 1600er ist am günstigsten
Der Teuerste: 150.000 Euro für den VW 1200 Hebmüller (1949–52). Nur 696 Stück wurden gebaut.
Die Deutschen lieben ihren Käfer: Kein anderes Modell ist häufiger mit H-Kennzeichen zugelassen. Über 70 Jahre Bauzeit und die große Variantenvielfalt führen zu einem breiten, aber preislich auch stark differenzierten Angebot: "Das Spektrum reicht von unter 5000 bis über 100.000 Euro", sagt Marius Brune vom Bochumer Marktbeobachter Classic Data. Am günstigsten kommen Kaufinteressenten beim Mexico-Käfer zum Zug, einem 1600er zum Zug, wie er von 1992 bis 2003 vom Band lief. Ausnahme sind die allerletzten Käfer aus der Serie "Última Edición"; sie können bis zu 30.000 Euro kosten. Käfer aus deutscher Produktion gibt es im Sammlerzustand ab 8000 Euro – so stuft Classic Data den von 1973 bis 1978 gebauten 1200er ein.
Brezel-Käfer für 66.000 Euro!
Die teuersten Käfer sind laut Brune das von 1945 bis 1949 gebaute Brezelfenstermodell (Zustand 2: 66.000 Euro, in der Spitze fast 100.000 Euro) sowie das Hebmüller-Cabrio. Tief greifen Sammler aber auch für seltene Spezialitäten in die Tasche, etwa den "Gelb-Schwarzen Renner" 1303 S von 1973 (Zustand 2: 37.500, Zustand 1: 58.000 Euro). Mächtig zugelegt haben Cabrios: Beim 1303 LS (1972 bis 80) stieg der Wert in den letzten sechs Jahren um 60 bis 70 Prozent; Spitzenexemplare toppen inzwischen die 30.000-Euro-Marke.
VW T2: Vom Lastesel zum Liebhaberstück
Beim T2 sind neben der Blechqualität vor allem Originalität und Zustand der Inneneinrichtung entscheidend.
Keine Volkswagen mehr im Wortsinn sind längst auch frühe Bullis. Der T1-Markt hat sich nach dem Boom der Vorjahre zwar etwas abgekühlt; Samba-Busse mit zweiflügeliger Seitentür (1951 bis 56) werden mit 150.000 Euro (Zustand 2) aber nach wie vor höher gehandelt als mancher Porsche 911. Günstigste Bullis der alten Schule sind laut Brune die T2-Modelle aus den späten 70ern; in "gut" kosten aber auch sie schon über 20 000 Euro. Einen Auftrieb erwartet der Experte beim Nachfolger T3, der dieses Jahr 40 wird. Der T4 dagegen tut sich schwer. Er ist vielen noch zu neu, für Puristen wegen seines Frontmotors zudem kein echter Bulli mehr. Auch "Stinker-Diesel" drücken den Preis: "Verranzte Exemplare gibt es ab 2000 Euro", sagt Brune, der höchstens Campern eine Liebhaberkarriere zutraut.
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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VW Golf: GTI und seltene Sondermodelle am gefragtesten
Bein Golf 2 ist die Talsohle durchschritten. Kassengestelle gibt es aber noch unter 2000 Euro.
Überraschend steil verlief die Klassikerkarriere beim Golf. Der Käfer-Nachfolger machte in der deutschen Oldtimer-Top-Ten zuletzt zwei Plätze gut und steht mit 15.840 H-Kennzeichen-registrierten Exemplaren derzeit auf Rang sechs. Nach Erkenntnissen von Classic Data treten "Allerwelts-Gölfe" zunehmend aus dem Schatten der Ikone GTI: Späte "Einser" in Brot-und-Butter-Ausführung (50 PS, 1979 bis 83) stagnieren im Zustand 2 zwar noch bei 6000 Euro. Karge Frühexemplare der Baujahre 1974/75 erzielen aber schon fünfstellige Summen. Für den Golf gilt damit das Gleiche wie für seinen sportlichen Ableger Scirocco 2: je früher, desto teurer. Der Unterschied zu späten Baujahren kann dabei je nach Zustand zwischen 25 und über 50 Prozent betragen. Beim Golf 2, der schon überwiegend im H-Kennzeichen-fähigen Alter liegt, lässt der Durchbruch auf sich warten. Der Golf 2 GTI und seltene Sondermodelleverzeichnen die stärkste Nachfrage. Bei ihnen wird die künftige Wertsteigerung am höchsten ausfallen, glaubt Marius Brune.
Exoten werden immer beliebter
VW SP2: Das von der brasilianischen VW-Tochter entwickelte Coupé erhält zunehmende Aufmerksamkeit.
Auffällig: Viele VW-Fans scheinen sich in letzter Zeit auch jenseits der "üblichen Verdächtigen" umzusehen. Das erklärt das schwindende Interesse an langjährigen Publikumslieblingen wie dem Karmann-Ghia einerseits, andererseits die Preisanstiege bei bislang wenig beachteten Modellen wie dem Typ 3 oder dem plötzlich entdeckten Brasilienimport SP2. Auch Youngtimer haben Potenzial. Am besten dürften die Chancen auf eine Zukunft als Klassiker derzeit beim Corrado stehen, der in unverbasteltem Originalzustand immer schwerer zu finden ist. Zwischen 6500 und 10 900 Euro sind für einen Corrado G60 mit 160 PS einzuplanen. Um Exoten wie den Passat W8 machen die Käufer dagegen einen Bogen: Zwar reizen Rarität und ungewöhnliches Motorkonzept. Der hohe Elektronikanteil weckt jedoch Sorgen, was den Marktpreis drückt. Hier ein Blick auf aktuelle Marktpreise bei klassischen VW:
Bildergalerie
Marktanalyse: So teuer sind VW-Oldtimer
Marktanalyse: So teuer sind VW-Oldtimer
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Klassische VW sind beliebt und teuer, doch abseits der bekannten Autos gibt es noch Geheimtipps. Hier kommt die Marktanalyse für VW-Oldtimer! Beim Golf 2 ist die Talsohle durchschritten. Mit den Preisen geht es aufwärts, Kassengestelle gibt es aber noch verbreitet unter 2000 Euro. Liebhaber fahren vor allem auf GTI und rare Sondermodelle wie den luxuriösen "Carat" ab. Sie legen daher am stärksten zu.
Der Teuerste: 150.000 Euro für den VW 1200 Hebmüller (1949–52). Abgesehen vom KdF-Wagen, der so gut wie nie im öffentlichen Angebot auftaucht, ist das 2+2-sitzige Cabrio mit Hebmüller-Sonderkarosserie der begehrteste und teuerste VW. Nur 696 Stück wurden gebaut.
Bild: Roman Raetzke
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Der T2 ist vom geschundenen Lastesel zum geschätzten Liebhaberstück geworden. Mit 60 Prozent fiel die Wertsteigerung bei den Campern von Westfalia am höchsten aus. Top-Exemplare notieren über 30.000 Euro, mittelmäßige geben leicht nach.
Bild: Roman Raetzke
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Neben der Blechqualität sind Originalität und Zustand der Inneneinrichtung stark preisbestimmend. Bei guten Autos sind mehr als 30.000 Euro drin.
VW 1600 TL: Früher verhöhnt, heute begehrt: Die Fließheckvariante des Typ 3, deren Kürzel TL der Volksmund mit "Traurige Lösung" übersetzte, hat im Preis kräftig zugelegt. Zusammen mit dem ähnlich teuren 1500 S Variant ist er das wertvollste Modell der Baureihe.
Bild: Volkswagen AG
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Für den Langschnauzer (1969–73) sind bei gleichem Zustand noch mal rund zehn Prozent extra drin, gute Exemplare werden für 13.200 Euro gehandelt.
Bild: AutoBild
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VW Polo Steilheck: Würde er nicht "Steilheck" heißen, sondern "Shooting Brake", wäre VWs dreitüriger Mini-Kombi womöglich schon doppelt so teuer. Aber immerhin: Über 100 Prozent Wertzuwachs im marktbeherrschenden Gebrauchszustand ...
Bild: Christoph Boerries
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... das schafft nicht jeder 80er-Jahre-Youngtimer. Derzeit ist der Steilheck-Polo noch günstig, gute Autos kosten 3300 Euro. Auch wenn die Kurve abflacht, dieser Polo hat Potenzial!
VW Scirocco: Liebhabern geht nichts über das Urmodell: Der Scirocco 1 (1974–81) ist gefragter und im Schnitt doppelt so teuer wie die zweite Serie. Modellgepflegte Exemplare mit seitlich herumgezogenen Blinkern (ab 1977) bilden preislich den Einstieg.
Bild: Kai-Uwe Knoth
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Autos aus der Zeit davor lagen 2013 noch etwa gleichauf, werden heute aber 25 bis 50 Prozent höher gehandelt. Bis zu 8000 Euro können sie kosten.
VW Karmann-Ghia: Puristen haben es vor allem auf die rundlichen "Lowlight"-Modelle der Frühzeit abgesehen; Cabrios (1957–59) können über 40.000 Euro kosten.
Bild: Volkswagen AG
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Rund 23.000 Euro müssen Karmann-Ghia-Fans für die letzte Serie (1971–74) einplanen, die formal zwar weniger reizvoll ist, mit 50 PS aber flotter fährt. Zuletzt gaben die Preise hier sogar noch mal leicht nach.
Bild: AutoBild
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VW 181: Nie war er so wertvoll wie heute: Zu seinem 50. Geburtstag nahm der 1969 als "Kurierwagen" fürs Militär vorgestellte Kübel die 10.000-Euro-Hürde. Autos im Sammlerzustand sind im (überschaubaren) Angebot allerdings in der Minderzahl, bei den meisten handelt es sich um stark bespielte Exemplare aus Armeebeständen.
Bild: Grundhoff
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VW SP2: Das von der brasilianischen VW-Tochter für Südamerika entwickelte Coupé mit dem Flachmotor des Typ 3 kannten bis vor ein paar Jahren nur Insider.
Bild: Matthias Leitzke/Autostadt GmbH
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Inzwischen tauchen vermehrt Exemplare auf dem europäischen Markt auf; die zunehmende Aufmerksamkeit hebelte Nachfrage und Preise, über 35.000 Euro werden gefordert. Gute Autos haben weiterhin Luft nach oben.
Bild: AutoBild
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VW K 70: Obwohl der kantige Fronttriebler aus der Erbmasse von NSU die Herzen der VW-Fans nie wirklich erfreute, hat auch der K 70 vom Preisboom der Jahre 2015/16 profitiert.
Bild: Volkswagen AG
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Die plötzliche Wertsteigerung war allerdings ein Strohfeuer, seither ging es kaum noch aufwärts. Das Gute daran: Durchschnittliche "Kasi" gibt es nach wie vor unter 5000 Euro, gute kosten um 8000. Diese Oldtimer wurden 2018 besonders teuer!