Mercedes 280 CE (C 123): Coupé
Eleganter Chrom-Benz mit 185 PS
Früher ein Rentnertraum, ist der Mercedes 280 CE heute eine coole Hipsterkarre. Mit 185 PS ist das 123er Coupé vor allem flink. Klassiker des Tages!
Bild: AUTO BILD Montage
- Matthias Techau
Das wohl eleganteste Auto der Reihe W 123 ist das chrombeladene Coupé C 123, das Mercedes zum Genfer Autosalon 1977 präsentierte.
Das Spitzenmodell und sicher emotionalste Coupé der Baureihe ist der 280 CE mit dem 185 PS starken Reihensechszylinder, dessen Fahrleistungen auch heute noch souverän sind – sein Benzindurst allerdings auch.

Die fehlende B-Säule lässt ein Fahrgefühl irgendwo zwischen US-Klassiker und Cabrio aufkommen.
Bild: Götz von Sternenfels
Platz im Fond wird Opfer der Schönheit
Im Gegensatz zum Vorgänger W 114 übernimmt das Coupé nicht den Radstand der Limousine. Achsabstand und Außenlänge sind 8,5 Zentimeter kürzer, das Dach fällt 4,3 Zentimeter flacher aus.
Es bleibt bei vier chromumrandeten, voll versenkbaren, rahmenlosen Seitenscheiben im US-Stil. Vor allem aber fehlt auch hier die B-Säule.
Das Ausstattungsniveau liegt über dem der Limousine: Servolenkung, höhenverstellbare Sitze, Holzfurniereinlagen an der Mittelkonsole, Rechteckscheinwerfer (hat bei der Limousine nur der 280er) und zusätzliche Chromleisten am Heck sind Serie.
Obwohl als Fünfsitzer zugelassen, taugt der C 123 nicht für längere Strecken zu viert oder zu fünft – zu knapp ist der Knieraum im Fond bemessen.
Der starke Motor M 110 ermöglicht auch Schnellfahrten: Handgeschaltet ist Tempo 200 drin, mit Automatik sind's immer noch 195 km/h. 32.138 Autos entstanden im Werk Bremen-Sebaldsbrück.

Der Doppelnocken-Sechszylinder M 110 des 280ers will gedreht werden. Dann zieht er richtig gut.
Bild: Götz von Sternenfels
Alltagstauglich, aber rostempfänglich
Der letzte Chrom-Daimler zeigt ein gutmütiges Fahrverhalten und ist voll alltagstauglich, sofern es sich um ein Exemplar von solider Substanz handelt oder um ein durchrepariertes.
Obwohl beim C 123 der Rostschutz von Anfang an wirksamer ausfällt als beim Vorgänger "Strichacht", kann die Karosserie an fast allen Stellen vom Rost befallen sein. Die kritischen Zonen betreffen Wagenheberaufnahmen, Schwellerspitzen, Kotflügelecken, Kofferraummulden, A-Säulen, Heckscheibenrahmen, Türunterkanten und Stoßstangenecken.
Verschleißteile sind oft sogar noch beim Mercedes-Vertragshändler erhältlich, in guter Qualität gibt es sie auch im freien Handel.
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