Porsche 968 CS: Klassiker des Tages
Der 968 CS ist der wohl begehrenswerteste Transaxle-Porsche

– Unter den Transaxle-Porsche 968 ist der Clubsport der seltenste und vielleicht begehrenswerteste. Mit 240 PS bei reduziertem Gewicht spielt er die Stärken seines Dreiliter-Vierzylinders aus. Klassiker des Tages!
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
Mit schnellen, luxuriösen Coupés verdiente Porsche das Geld, aber für die Strahlkraft der Marke waren die Sportmodelle prägend. Und Sport hieß schon immer schnelle Rundenzeiten auf der Rennstrecke – und die konnte man nur mit reduziertem Gewicht erfahren. So setzte Porsche die Idee der Clubsport-Modelle auch in den 90er-Jahren fort und schuf als herausragendes Modell den blitzschnellen Porsche 968 CS.
Der mal eben mit einem der hubraumstärksten Pkw-Vierzylinder aller Zeiten ausgestattet wurde: Der Hubraum jedes der vier Zylinder ist so groß wie eine handelsübliche 0,75 Literflasche. Mal vier macht drei Liter Hubraum. Die Kombination aus drehmomentstarkem Motor und Transaxle-Kraftübertragung, also Motor vorn, Getriebe hinten, macht den 968 Clubsport zum Auto für schnelle Fahrer.
Die Front des 968 entfernt sich vom 944, betont aber die Nähe zum 928 und nimmt sogar schon Elemente des 993 auf. Ein Testkollege von AUTO BILD KLASSIK beschrieb den 968 CS so: Er fährt ganz nah an die Sportwagen-Idee von Porsche heran. Anders als andere Sportmodelle macht das Minus an Ausstattung den Clubsport günstiger. Er war damit die günstigste Art, 968 zu fahren, heißt es beim Porsche Club 968.

Askese im Innenraum: Die Ausstattung des CS ist schmal, Fahrer und Beifahrer nehmen auf dünnen Schalensitzen Platz.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Porsche wollte damals mit dem 968 CS die hinter den Erwartungen zurückbleibenden Verkäufe des 968 ankurbeln. Die reduzierte Ausstattung sorgte für das geringe Gewicht und senkte den Verkaufspreis: Fensterheber, Spiegel- und Sitzverstellung entfielen, anstelle eines Airbag-Lenkrads verbaute Porsche ein Dreispeichen-Volant, leichte Schalen dienten als Sitze. Anstelle der hinteren Plätze gab's ein dürres Gepäcknetz. Serienmäßig war der 968 CS um 20 Millimeter tiefergelegt, dazu gab es 17-Zöller. 1994 kam auf Wunsch ein Sperrdifferenzial dazu.

Der 968 CS ist für schnelle Rundenzeiten auf der Strecke gebaut, Fensterheber und Airbag sind entfallen.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Bei der Leistung kann der CS mit allen besser ausgestatteten 968 mithalten, sein Gewicht von 1320 kg unterbot nur der ab 1993 angebotene Turbo S um 20 Kilo. Sein Dreiliter-Vierzylinder leistet 240 PS, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 252 km/h. Das geringere Gewicht zahlt sich auf der Rennstrecke aus, da kommt ihm auch das fast ausgewogene Gewichtsverhältnis von Vorder- zu Hinterachse zugute.
Technische Daten Porsche 968 CS
Technische Daten | |
|---|---|
Motor | Reihenvierzylinder vorn längs, vier Ventile pro Zylinder, zwei oben liegende Nockenwellen |
Hubraum | 2990 ccm |
Leistung | 176 kW (240 PS) bei 6200 U/min |
max. Drehmoment | 305 Nm bei 4100 U/min |
Beschleunigung 0–100 km/h | 6,5 s |
Höchstgeschwindigkeit | 252 km/h |
Antrieb | Sechsgang-Schaltgetriebe, Hinterradantrieb/Transaxle |
L/B/H | 4320/1735/1275 mm |
Verbrauch | 10,3 l S/100 km |
Gewicht | 1320 kg |
Neupreis (1995) | 80.890 Deutsche Mark |
Vor dem Kauf ist ein Blick in das Inspektionsheft gefragt und einer in den Ordner mit Rechnungen: Wartungsstau macht einen günstigen Kaufpreis beim 968 schnell zum teuren Kauf. Wurde der Zahnriemen alle 80.000 km (oder alle vier Jahre) getauscht? Wurde das Auto auf der Rennstrecke heruntergeritten?
Der Preis für einen schmal ausgestatteten CS liegt Porsche-typisch etwas höher als der für ein Luxus-Coupé. In jedem Fall ist der CS der seltenste 968, laut Porsche Club 968 wurden exakt 11.763 Stück hergestellt. Aktuell stehen puristische Porsche hoch in der Käufergunst, die Preisprognose ist günstig.
Fazit
Wenn man einen puren Transaxle-Porsche fahren möchte, ist der 968 Clubsport die richtige Wahl. Allerdings wiegt das reguläre 968 Coupé auch nur 50 Kilo mehr, der Turbo RS 30 Kilo, dagegen ist der Turbo sogar 20 Kilo leichter. Da dürfte jeder das passende Auto finden. Zustand und Historie könnten eher für einen Kauf entscheidend sein als das Modell.
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