VW-Golf-2-Umbau: Golf Country mit Cabrio-Karosserie!
Diesen T-Roc Cabrio-Opa kennt niemand!
Ein Golf 1-Cabrio mit Fiat-Panda-Scheinwerfern und Allradantrieb? Diesen Golf Country-Umbau gab es in den 90ern tatsächlich! Alle Infos zum Biagini Passo.
Schon der Golf Country hatte es 1990 schwer: Die hochgelegte Geländeversion des beliebten Golf 2 war als kompaktes Ur-SUV ihrer Zeit zu weit voraus. Doch wohl weil Anfang der 90er Cabrios zu den begehrten Autogattungen gehörten, kam eine kleine Firma in Italien auf die aus heutiger Sicht eher schräge Idee, die beiden Konzepte miteinander zu kreuzen. So entstand der Biagini Passo, ein Fahrzeug auf Basis des Golf Country-Fahrwerks, auf dem die Karosserie eines Golf 1-Erdbeerkörbchens Typ 155 thronte. Im Grunde genommen ist der Crossover der Vorgänger des heutigen VW T-Roc Cabrio – doch er entstand schon vor 30 Jahren!
Erdbeerkörbchen mit Fiat-Panda-Scheinwerfern
Der Biagini Passo kommt viel klobiger rüber als das zarte Golf 1-Erdbeerkörbchen.
Insgesamt baute die Firma ACM Automobili zwischen 100 und 300 der schrägen Fahrzeuge, so genau weiß das niemand. Vielleicht wollte sich der Golf 2-Umbau bei italienischen Käufern einschmeicheln, indem er Stilemente eines italienischen Herstellers übernahm? So wurde das Aussehen des Fahrzeugs an Front und Heck massiv verändert. Der Passo schaut aus einem Fiat-Panda-Gesicht, das mit Hilfe von Scheinwerfer-Blinker-Ensembles des kleinen Fiat entstand, der immerhin wie der Golf vom Designer Giorgio Giugiaro gestaltet wurde. Die Fiat-Scheinwerfer umrahmen einen steilen, in Wagenfarbe lackierten Kühlergrill. Die Front überthront ein schwarz lackierter Bullenfänger, die wiederum den massiven, verwinkelten Plastikstoßfänger überragt. Unter der Haube arbeitet der serienmäßige 1,8-Liter VW-Vierzylinder mit 98 PS.
98-PS-Cabrio mit Allrad
Verleugnet die Golf-Verwandtschaft: das Passo-Heck.
Insgesamt scheint es der Hersteller, dessen Fahrzeuge vor allem in Umbauten von Fiat-Modellen bestanden, darauf angelegt zu haben, die Verwandtschaft zum Golf zu verleugnen. Immerhin: Von der Seite gesehen wird die berühmte Guigaro-Linie sichtbar. Doch ist das Auto schön? In den von schwarzen Kotflügelverbreiterungen umrahmten Radkästen verschwinden die unterdimensionierten Alufelgen im Speichendesign. Am Heck sitzt das Ersatzrad in einem Hilfsrahmen, so bekannt vom Golf Country. Doch das Verdeck samt Plastik-Heckscheibe sieht so gar nicht nach Erdbeerkörbchen-Qualität aus. Und erst der Überrollbügel: Er ist in Wagenfarbe lackiert. So ähnelt der Passo Biagini eher einem aufgepumpten Fiat Panda 4x4 mit Stoffdach als einer eigenständigen Kreation. Angesichts der geringen Stückzahl dürften nur wenige Fahrzeuge überlebt haben. Skurril sind sie in jedem Fall.