Autos der 90er: die Deutschen

— 05.12.2011

Generation X

Die Auto-Welt der 90er bietet das volle Programm. Die Deutschen steuern bei: gehänselte Vollschlank-Staatskarossen, das verunglückte Comeback eines Volkshelden, kippende Hoffnungsträger, Dreiliter-Autos und ein Micro Car.

Ganz ehrlich: Den Umsturz des Ostblocks hatten wir eher erwartet als den eines neuen Mercedes-Modells. Die Bilder der kippenden A-Klasse beim Elchtest gehen 1997 um die Welt. Der Stern bessert nach, doch der Kompaktvan leidet noch lange unter seinem angekratzten Image. Ein Jahr später wagt Mercedes-Benz die unsägliche Ehe mit der US-Marke Chrysler. Ein teures Barbecue, das zum Scheitern verurteilt ist. Zu einem wahrhaftigen Industrie-Krimi entwickelt sich der Wechsel des Opel-Topmanagers José Ignacio López zu VW, der 1993 kistenweise Opel-Interna mit nach Wolfsburg nimmt. Und dann ist da natürlich noch Schumichel, der rasende Milchbubi aus Kerpen. Er fährt schnell. Immer wieder sonntags.

Neue deutsche Welle: deutsche Autos der 80er-Jahre

Rollendes Ersatzteillager? Mitnichten, VW treibt es mit dem Polo Harlekin einfach mal bunt.

1991 präsentiert Mercedes-Benz seine neue Super-Klasse, interne Werksbezeichnung W 140. Kanzler Kohl schätzt die Übergröße des 140ers, den die Schwaben jetzt sogar mit V12 anbieten. Die Fachwelt lästert, weil dieser Brocken geballter schwäbischer Ingenieurskunst zwar das technisch Machbare repräsentiert, jedoch zu breit für die Autowaggons der Deutschen Bahn geraten ist. Der ultraautoritäre Auftritt des Dicken fügt sich nicht ins Yogi-Tee-Design der 90er ein und scheint deplatziert in dieser globalisierten Welt ohne Kalten Krieg und offensichtliche Grenzen.

Die Autos der 80er-Jahre: Italiener und Franzosen

Zum Ende des Jahrzehnts feiert der VW Käfer sein Comeback. Auf Basis des VW Golf. Das Krabbeltier fürs 21. Jahrhundert heißt jetzt Beetle und hat zwar keinen luftgekühlten Boxer im Heck, sieht dafür aber aus, als hätten ihn seine Schöpfer aus dem Teletubbyland entführt. Während das Original im mexikanischen Exil weiterhin vom Band prasselt, müssen wir uns erst einmal an dieses knubbelige Retro-Zerrbild des Wirtschafswunderwagens gewöhnen. Die aufkommende Retrowelle sorgt dafür, dass in den kommenden Jahren noch einige Auto-Ikonen von den Toten auferstehen.

Zukunft: kommende Klassiker

Das Ford-Design der 90er-Jahre ist ein schmaler Grat zwischen Triumph und Schmach. Erinnern wir uns zum Beispiel an den karpfenmäuligen Oberklasse-Flop Scorpio und an den Marketing-Volltreffer Ka, ein rollendes Ei in knapp geschnittener Babywindel. Vor allem die Damen fanden's sexy. Ford etablierte mit dem Ka sein "New Edge Design". Überaus erfolgreich: 1,5 Millionen Ka sprechen eine deutliche Sprache. Nur blöd, dass ihr Teilespender Fiesta neben der Stilikone wirkt wie eine Familienpackung Valium. Gen Ende der Produktionszeit folgten die sportlichen Ableger Sport- und Streetka. Lust auf weitere 90er-Jahre-Ikonen? – Wir zeigen sie Ihnen oben in der Bildergalerie.

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140er Driver
17.12.2011, 23:23Uhr

hey ich finds gut das meine S-Klasse W140 SOOO Breit ist. ich hab damit kein problem.
Ohne Spiegel 1,88 oder 1,89....Innenraum wie ein Wohnzimmer
In den 90ern wurden die besten autos gebaut. Das Beste unter den Besten ist der W140.
Mir egal ob er nicht auf autozüge passt. Welches SCHIFF passt schon auf AUTOZÜGE?

Zitat:" Es ist nicht falsch vom besten Auto der Welt zu sprechen"....

E39
15.12.2011, 19:20Uhr

Was fällt auf,damals gab es noch richtige Coupes für den Normalbürger,während man heut mit aufgepumpten Kompaktkisten abgespeist wird,aber wenns der Kunde mit macht...selber schuld. Schön das wohl wenigstens Toyota eine Art Cellica wieder auflegt.

haerat
14.12.2011, 13:44Uhr

Ich hatte es live im fernsehen gesehen das der Ueber Benz nicht auf den Bahnwaggon gepasst so und das glaube ich.

Stern X
13.12.2011, 16:23Uhr

Quelle dieses Textauszuges ist Das neue grosse Mercedes S-Klasse-Buch erschienen im Heel-Verlag, ISBN 3-89880-158-6

Stern X
13.12.2011, 16:22Uhr

Man hätte dann festgestellt, dass die Waggons der Bahn (zweiteilige Doppelstock-Autotransport-Einheit) über eine lichte Breite von drei Metern verfügen, von denen nur wenig für die Waggonkonstruktion abgeht, und dass die Bahn bei der Verladung allein auf die Höhe der Autos (2,05 Meter od 1,96 Meter) u wegen des Lichtraumprofils auch auf die Breite des Daches achtet (1550 mm, Maß der S-Klasse: 1263 mm).Gerade die Geschichte von der S-Klasse auf dem Bahnwaggon hat sich bis weit über das Jahr 2000 gehalten u das Image von Auto und Hersteller nachhaltig geschädigt.

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