Ein Gesetz in den USA wirbelt weltweit den Youngtimer-Markt durcheinander (mehr dazu gleich), und der Hype bebt bis nach Bremen: Die Auto-Sonderschau "Von Tradition bis Turbo – Japans Sportwagen-Ikonen" dominiert von Halle 5 aus die Bremen Classic Motorshow 2025.
Dabei waren Mazda und Subaru, Mitsubishi und Suzuki, Daihatsu und Isuzu in der deutschen Klassikerszene lang nur Randerscheinungen. Während Geländewagenfahrer schon längst auf alte Toyota Land Cruiser und Nissan Patrol schworen, taten viele Pkw-Fans in Deutschland sich noch schwer, japanische Modelle für voll zu nehmen.
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Honda CRX 1.6 ESI Motegi
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Welche Japaner ihren Wert verdoppelt und verdreifacht haben

Wer heute noch so denkt, darf sich jetzt die Augen reiben: Liebhaber, Sammler und Händler reißen sich um Japan-Klassiker der 80er, 90er und 2000er, Autos werden in großem Stil von Kontinent zu Kontinent verschifft, und Preise brechen durch die Decke. Ein Mitsubishi Lancer Evo IV (1996 bis 1998) kostet laut Classic Data rund 70 Prozent mehr als noch vor sechs Jahren, ein Toyota Supra Mk IV (1996 bis 1996) schon rund 80 Prozent mehr, der kleine Honda Civic CRX (1983 bis 1987) das Doppelte. Der Nissan Skyline GT-R R34 (1999 bis 2002) kostet nun bloß 35 Prozent mehr, sein Vorvorgänger Skyline R32 (1989 bis 1993) aber sogar das Dreifache!
Mitsubishi Lancer Evo IV
Der Mitsubishi Lancer Evo IV im Zustand 2 ist laut Classic Data in sechs Jahren um mehr als zwei Drittel wertvoller geworden.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Geht es nur um Sportwagen? Nein, Toyota-Händler und -Sammler Michael Schuder aus Hildesheim berichtet von seiner Zwölfzylinder-Vorstandslimousine Toyota Century, die er mal für 9000 Euro bekam und für etwa 2500 umrüsten musste. Die Zeiten sind lange vorbei. "Auch Land Cruiser sind richtig wertvoll geworden – vor allem Benziner, weil die weltweit höher bewertet werden als Diesel."
Toyota Supra
Der Toyota Supra hat in sechs Jahren seinen Wert nicht ganz verdoppelt, aber die Kurve zeigt weiter nach oben.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD

Warum auch Modelle der zweiten Garde teurer werden

Klar, manche Modelle waren schon mal zu hoch bewertet und haben im Preis wieder nachgegeben, und nach einem Nissan Almera Stufenheck verzehren sich die wenigsten Auto-Fans. Aber im Sog der berühmten Sportwagen ziehen auch die Preise vieler einfacherer Japan-Klassiker an. "Einen Honda Prelude BA4 mit Vergaser und Automatik wollte früher niemand haben", sagt Christian Zöllter, Gründer des Honda Youngtimer Forums, "aber selbst für die werden schon 10.000 Euro und mehr ausgegeben."
Honda Civic CRX
Wert verdoppelt: Zu Schnäppchenpreisen wie 6000 Euro ist ein Erstserien-Honda CRX schon lange nicht mehr zu kriegen.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Nissan-Experte Florian Steinl berichtet Ähnliches über Nissan Skyline Viertürer: "Diese Autos wollte niemand haben. Sie waren mehr oder weniger wertlos. Generell wurden Skylines, die kein echter GT-R waren, fast ignoriert. Das ist vorbei. Allein, weil Zweitürer unbezahlbar geworden sind."

Welche Bedeutung Videospiele und Filme haben

Was ist da los, wie kommt es zu dem Hype? Klar, mit der wachsenden Verbreitung der Autos in Deutschland seit den 80er-Jahren wuchs auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die hier damit aufwuchsen – und die jetzt die Autos von damals wieder haben wollen.
Ein wichtiger Aspekt sind auch Videospiele: "The Need for Speed" erschien 1994, mit Mazda RX-7, Honda NSX und Toyota Supra; 1997 kam das Spiel "Gran Turismo", ebenfalls mit japanischen Autos wie Nissan Skyline GT-R und Toyota Supra. Wer damals 14 war, ist heute 35 oder 32, also in einem Alter, in dem viele Menschen ins Klassiker-Hobby einsteigen.
Nissan Skyline GT-R R34
Die Preise für den Nissan Skyline GT-R R34 sind maßvoll gestiegen, während die für den R32 sich in sechs Jahren verdreifacht haben!
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
"Computerspiele, aber auch Mangas, TV-Serien, Hollywoodfilme sind einfach DIE Triebfeder für das Interesse an diesen Autos", erklärt Florian Steinl, Nissan-Sammler und Mitarbeiter bei der Firma S30.world, die Z-Modelle perfektionistisch restauriert. "Überall taucht irgendein Mazda mit Wankelmotor und dickem Auspuff auf", so Steinl, "überall sieht man Hondas mit großen Felgen und fauchendem Turbo. Es gibt kaum einen Film, in dem nicht ein Nissan driftend um die Ecke fährt." In den Fast&Furious-Filmen ist es meist der Schaupieler Sun Kang, der die Rolle des Han spielt – "so ein bisschen der Magnus Walker für Nissan". Und die Manga-Serie "Initial D" hat den Toyota Corolla AE86 extrem populär gemacht.

Wie ein US-Gesetz den Markt umkrempelt

Aber der große Hype hat seinen Ursprung nicht allein in der Popkultur und gar nicht so sehr in Deutschland. Sondern in einer sprunghaft steigenden Nachfrage in den USA. Grund und aktueller Anlass: Viele der Modelle erfüllten nicht die Zulassungsregeln der Vereinigten Staaten, also die Abgasgrenzwerte der Umweltbehörde EPA und die Sicherheitsstandards laut FMVSS – durften dort also nicht verkauft werden. 25 Jahre nach Erstzulassung dürfen solche Autos aber endlich dort importiert werden. So regelt es das US-Gesetz "Imported Vehicle Safety Compliance Act" von 1988.
Honda NSX
Der Honda NSX war 2019 schon teuer, laut Classic Data ist seitdem nicht mehr so viel hinzugekommen wie beim Nissan Skyline.
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Warum gibt es dieses Gesetz? Seit 1966 hatten Autos für den US-Markt strenge Regeln zu erfüllen, man denke nur an die riesigen Stoßstangen. 1985 wurden 69.000 Autos an diesen Regeln vorbei importiert und zugelassen. US-Autohändler protestierten dagegen, allen voran Mercedes-Händler – so kam 1988 das Gesetz mit der 25-Jahr-Regel. Jüngere Autos mussten auf US-Standards umgerüstet werden. Das hat gewirkt: 1995 wurden nur noch 300 Autos importiert, die nicht umgerüstet werden mussten.
Eunos Cosmo
Der Eunos Cosmo, das Luxuscoupé mit Wankelmotor aus dem Hause Mazda, hat zuletzt sogar im Preis nachgegeben.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
2025 öffnen sich die USA also für Old- und Youngtimer Baujahr 2000 und älter. Einige Amerikaner holen sich nun endlich einen Alfa Romeo 156 oder Fiat Multipla – aber die wachsende Japaner-Fangemeinde greift seit Jahren besonders begierig zu.

Wo die begehrten Youngtimer verkauft werden

Fans, Importeure und Händler wissen das – und kaufen teilweise mit mehreren Jahren Vorlauf die begehrten Youngtimer noch günstig auf. "Es geht dabei um wirklich richtig viele Autos", betont Florian Steinl. Er erzählt von einem YouTube-Video über einen Händler in Japan, "der bestimmt 100 Autos genau dafür stehen hatte. Natürlich gibt es das auch im arabischen Raum. Gerade die Auto-Leute in den Emiraten sind SEHR verrückt auf japanische Fahrzeuge und wittern auch hier ein Geschäft mit dem Export in die USA. Das ist wirklich eine große Sache."
Fans unterscheiden zwischen Exportmodellen und JDM-Autos – das steht für Japanese Domestic Market, Modelle für den japanischen Heimatmarkt mit dortiger Erstzulassung. Bei uns sind Rechtslenker in der Regel nicht so teuer wie Linkslenker, anderswo suchen Fans gezielt nach Autos in JDM-Spezifikation.
Mitsubishi Pajero
Der Rallye-Pajero von Jutta Kleinschmidt im Foto ist ein Einzelstück. Zivile Pajero haben recht ordentlich im Preis zugelegt.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Hinzu kommt der ganz praktische Aspekt: Die meisten dieser Autos sind haltbar, zuverlässig. "Sie haben Platz, Komfort, Airbags, ABS, Rostschutz, man kann sie täglich fahren", führt Marius Brune von Classic Data aus. "Das überzeugt viele der jüngeren Leute."

Wie die JDM-Fans den Kult weiterentwickeln

Wer ein begehrtes Modell ergattern kann, führt das Spiel mit der Popkultur oft weiter: Die Autos strahlen "vor allem im Look der Filme und Spiele unglaublich viel Coolness aus", findet Nissan-Kenner Steinl. "Das ist Teil der eigenen Individualisierung. So wie bestimmte Klamotten oder Musik. Das gehört alles zusammen."
Das bedeutet aber auch, dass viele dieser Fans nicht nach großer Originalität streben, sondern oft nach einem Stil, der in ihre Geschmackswelt passt – von Tieferlegung und dicken Endrohren bis hin zur völlig durchgedrehten Bosozoku-Bewegung, die zum Beispiel Spoiler absurd überzeichnet.
Mitsubishi 3000 GT
Der Mitsubishi 3000 GT war lange skandalös günstig – das korrigiert der Markt allmählich.
Bild: Frank B. Meyer/AUTO BILD
Klar, dass die Japan-Fanszene auch dank Social Media weiter wächst. Auf YouTube-Kanälen wie denen von Larry Chen (@LarryChenPhoto) und Dino DC (@dino_dc) spielen Skylines und NSX in derselben Liga wie Porsche und Ferrari. Ebenso auf Instagram-Kanälen wie @speedlegends. @ms.emelia erreicht dort 2,1 Mio. Follower, @thespeedhunters hat auch zwei Millionen, @Donut hat auf YouTube 8,9 Millionen Abonnenten.

Wie die deutsche Oldtimerszene die Japaner aufnimmt

Ob das die Kernzielgruppe der Bremen Classic Motorshow trifft? "Man erreicht heute Leute, die sich früher nicht dafür interessiert haben", sagt Honda-Fan Christian Zöllter. Toyota-Händler Michael Schuder findet aber: "In der deutschen Szene muss sich da noch etwas verändern, viele sind noch nicht offen für Japaner."

Welche Japan-Klassiker noch bezahlbar sind

Welche reizvollen japanischen Modelle der 90er und 2000er sind denn überhaupt noch für Normalverdiener in Reichweite? Schuder hat zwei Tipps: die Celica der Baureihe T18 (1989 bis 1994), am liebsten das 5000-mal gebaute Sondermodell Carlos Sainz (1992), und die zweite Generation des MR2 (1989 bis 1999).
Ich bin mit Mitsubishi aufgewachsen, die Dame meines Herzens fährt ihren Mazda, meine Eltern hatten einen Toyota ... und ich habe nie die Arroganz der Fahrer deutscher Fabrikate verstanden, die die neue Konkurrenz als "Reiskocher" kleinredeten. "Mein Auto Zerstört Deutsche Arbeitsplätze", hö, hö, schenkelklopf.
Noch seltsamer finde ich es, wenn Leute noch heute so eine Meinung haben – nachdem die Japaner nun wirklich oft bewiesen haben, dass sie nicht nur erstklassige Qualität liefern können, sondern immer wieder auch technologisch an der Spitze liegen.
Mein Lieblingsauto in der Bremer Sonderschau ist ausgerechnet das, das im Wert gesunken ist: der elegante und fortschrittliche Eunos Cosmo.