Als 1997 die erste A-Klasse beim Elch-Ausweichtest kippte, waren die öffentliche Aufmerksamkeit und das Gespött über den kleinen Mercedes groß. Niemanden interessierte, dass der Test mit einem Ausweichen ohne Betätigung der Bremsanlage praxisfremd war. Und dass der neue Baby-Benz diesen anschließend allein mit einer Umrüstung auf die Reifendimension 195/50 R 15 anstatt der Erstauslieferung mit 175/65 R 15 bereits mühelos bestand.
Mercedes  A 160
Die negative PR in Form des Elchtests liegt noch heute wie ein Schatten auf der A-Klasse, ein an sich genialer Entwurf.

Der neue Baby-Benz kippt um: Nach den Manta-Witzen folgte 1997 die Welle von A-Klasse-Witzen. Das geniale Raumkonzept mit Sandwichboden beachtete kaum jemand. Genau das macht die erste (W 168) und auch die zweite Generation der A-Klasse (W 169) bis heute einzigartig.

Ursprünglich für Elektroantrieb vorgesehen

Ursprünglich war der kleinste Mercedes für alternative Antriebstechnik wie Elektroantrieb oder Brennstoffzelle vorgesehen. Dazu wurde eine Unterflur-Bauweise erdacht, bei der alle Aggregate unterhalb der Fahrgastzelle untergebracht sind. Das Karosseriekonzept fand den Weg in die Serie – alternative Antriebe aus Kostengründen jedoch nicht.

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Der Elch versteckt im Alter seine Rostnester unter den Verkleidungen. Sie werden nur auf der Bühne sichtbar.


Die Vorteile der Sandwich-Bauweise: ein komfortabler Einstieg, perfekte Rundumsicht, ein planer Fahrzeugboden ohne Tunnel und dadurch bedingt eine hohe Variabilität des Innenraums, dazu hohe Sicherheit vor allem beim Seitencrash. Der Elchtest bescherte dem in Fankreisen heute schlicht "Elch" genannten Kleinwagen das serienmäßige Assistenzsystem ESP.
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Was die S-Klasse der Baureihe 126 für den Fortschritt bei der passiven Sicherheit (Airbag, Offset-Crash) bedeutete, hat die Baureihe 168 für die aktive Fahrzeugsicherheit geleistet: die durch den serienmäßigen Einbau nahezu schlagartig ausgelöste massenhafte Verbreitung von ESP bei sämtlichen Autoherstellern. Superkompakt, fahrsicher, variabel, hoch sitzen wie im SUV – ohne dessen Nachteile: All das in Kombination kann nur der erste Elch.

Das macht Ärger an der Mercedes A-Klasse

Die Sandwich-Karosserie bietet innen viel Platz – und lässt dem Schrauber viel Raum zum Fluchen. Sind Verschleißteile wie Wasserpumpe oder Anlasser fällig, muss der ganze Motor inklusive Vorderachse abgesenkt werden – das kostet Schweiß und Nerven oder etliche hundert Euro.
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Space-Taxi A-Klasse: Ende der 1990er-Jahre war ein kunterbunter, rund gestalteter Innenraum total hip.
Auch Wartungsarbeiten wie der Tausch von Keilrippenriemen oder Zündkerzen fordern schlanke Mechaniker-Hände, denn im Motorraum ist wenig Platz. Die Benziner kranken an defekten Zündmodulen (bis 3/2001), die Diesel an undichten Injektoren.

Unverzichtbar ist eine Inspektion des Unterbodens bei demontierten Verkleidungen, nur so kommt man dem Rost auf die Schliche. Der nistet sich oft am Längsträger im Bereich der Hinterachse ein, auch der Tank gammelt gern. Abzuraten ist von der automatischen Kupplung AKS (defekte Steuergeräte und Hydraulik) und der zugekauften Aisin-Automatik.

Hier die Schwachstellen der A-Klasse im Detail

Bildergalerie

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Kamera
Kaufberatung: Die erste Mercedes A-Klasse ist viel besser als ihr Ruf

Fazit

Die erste A-Klasse ist aus heutiger Sicht ein Meilenstein: Sie ist extrem kurz, hat einen ebenen Boden bei hoher Sitzposition, ihr kommt wegen des Elchtest-Desasters eine Vorreiterrolle bei der aktiven Sicherheit zu. Wichtig: Bei der Besichtigung immer die Unterboden-Verkleidungen abnehmen, dort nistet sich oft Rost ein.