Eine kleine Weltmeisterschaft beim Rennen um die Business-Krone: Deutschland schickt als Goldmedaillen-Anwärter die Mercedes S-Klasse, fein motorisiert mit dem Dreiliter-Sechszylinder und edlem, zurückhaltendem Design. Schwedens Hoffnungen ruhen auf dem Volvo-Flaggschiff 760 mit der zweiten Generation des Euro-V6 mit 2,8 Liter Hubraum, plüschigem Ambiente innen und radikalen Kanten außen. Japans Titelanwärter ist der Toyota Crown mit einem reinrassigen Sportmotor, jedoch Automatikgetriebe. Amerika sendet als Botschafter den Buick Park Avenue mit dem dicksten Motor des Quartetts, den meisten Schaltern, der breitesten Karosserie und der niedrigsten Höchstgeschwindigkeit. Auch gut, oder?
Die vier Limousinen sind Paradebeispiele des in den 1980er-Jahren einsetzenden Cocooning-Trends: Sie lullen Fahrer wie Passagiere ein. Man steigt ein, und kommt behaglich an. Dennoch wedeln wir mit ihnen um Pylonen, üben uns und sie im Elchtest, beschleunigen feste, bremsen hart und stellen fest: In der Kokon-Klasse ist die Bandbreite der Erlebnisse ganz schön groß. Hier der Blick auf vier faszinierenden Kontrahenten aus vier Auto-Welten.
Deutscher Geschäftsführer: Mercedes 300 SE (W 126)
Dieser 300 SE stammt aus der zweiten Serie (ab 1985), erkennbar an den Kunststoff-Seitenplanken.
Bild: Christian Bittmann
Das adäquate Auto für Firmenchefs trug in den 80ern den Stern. Je kleiner die Firma, desto wahrscheinlicher steckte der Sechszylinder des 300 SE drunter. Der war billiger und ökonomischer als der Achtzylinder. Einsteigen, und du hast ein Nahperfektions-Erlebnis. Geht das noch besser? Dieser feine Geschmack! Diese edlen Oberflächen! Diese exquisite Verarbeitung! Diese opulente Bescheidenheit! Ist mit dem W 126 nicht der Gipfel allen Geschmacksstrebens erreicht? Ein ähnliches Gefühl stellt sich beim Fahren ein. Munter legt der Mercedes los mit seinen 180 Kat-PS. Die Lenkung arbeitet exakt und leichtgängig. Im Slalom bleibt der Dreihunderter mit seiner Schräglenkerachse angenehm neutral, den Elch umkurvt er unbeeindruckt, und auch beim Bremsen ist er souverän. Er beschleunigt am schnellsten. Beim Spitzentempo ist er Nummer eins, beim Prestige sowieso. Er federt weich und komfortabel.So viel Licht – wo ist der Schatten? Die Sitze geben nicht viel Halt. Und die Automatik ruckt ein wenig. Sie ist der wunde Punkt des 126ers: Für eine konkurrenzfähige Beschleunigung wurde der 300 SE kurz übersetzt – zu kurz, das erhöht den Verbrauch. Unser Tipp daher: Schaltgetriebe, obwohl es auf den ersten Blick zu einer S-Klasse nicht passen mag. Ein 260 SE (160 PS) würde sogar auch genügen. Was gibt es noch? Üppiger Kofferraum, seidiger Klang – und immer wieder dieser Eindruck, ein wertvolles Automobil zu fahren. Wenn wir uns etwas wünschen dürften, wäre es eine flächendeckende Epidemie der Mercedes-80er-Jahre-Qualität – heute, im Hier und Jetzt. Das wäre, wie der W 126, erstklassig.
Japanischer Geschäftsverkehr: Toyota Crown
Nicht gerade aufregend: brave Stufenhecklimousine im Japan-Barock der 80er-Jahre.
Bild: Christian Bittmann
In den 80ern schickte Toyota als Vorläufer von Lexus das Topmodell Crown mit allem Japan-Komfort und -Geschmack nach Europa. Der Crown ist so unscheinbar, dass er sich gut als Dienstwagen für Detektive eignen würde – dachten wir. Doch dann umringten elektrisierte Mitbürger an einer Raststätte unseren vermeintlichen Tarnkappenbomber. Sie schossen Fotos von diesem seltenen Vogel, der außen ein Musterknabe der Banalität und innen eine Orgie der Rechtwinkligkeit ist. Der Crown ist in Japan ein gehobenes Allerweltsmodell, hierzulande aber ein Exot. Unserer stammt aus dem Jahr 1985, damit sprechen wir von der siebten Crown-Generation, die in Deutschland offiziell nicht verkauft wurde. Nachdem hierzulande die Erfolgsbilanz des Vorgängers enttäuschte, kamen nur Schweizer, Holländer und Briten in den Genuss der Toyota-Oberklasse.
Der Crown ist von außen zwar vielleicht etwas langweilig, zugegeben. Aber wegen seines Doppelnockenwellen-Motors aus dem Sportcoupé Supra mit 170 PS ist er tief drinnen sehr interessant. 7500 Umdrehungen sind möglich, da holt mancher direkt die Fahrerhandschuhe heraus. Doch das butterweiche Fahrwerk mit Schräglenkerachse erstickt allen Ehrgeiz, desgleichen die Lenkung, die Watte zwischen Straße und Fahrerhände stopft. Beim Slalom fängt der Viertürer an, moderat zu übersteuern. Immerhin: Die innenbelüfteten Scheibenbremsen verzögern wirksam und gefühlvoll, und das Getriebe besitzt einen Overdrive, der Drehzahlen senkt und Nerven schont. Zurück zum Innenraum: Bequeme Velourssitze, alles geht elektrisch. Schließlich auch hier, nicht ganz wie bei Mercedes, aber doch spürbar: Qualität! Resultat: Platz drei als automobiles Gesamtkunstwerk, aber Platz eins beim Motor.
Spaßmacher: Denkt man gar nicht, aber dank direkter Lenkung wieselt der 760 flink um die Hüte.
Bild: Christian Bittmann
Als progressive Alternative oder auch als Protest gegen das Establishment fand der Volvo 760 seine Kunden bei wohlhabenden Intellektuellen und Querdenkern. "Brick“ (Ziegelstein) wird das Volvo-Topmodell der 80er-Jahre in den USA genannt. Über das Design ist damit fast alles gesagt. Die Proportionen sind beim 760 jedoch fein ausgewogen. Innen setzt sich die Kantigkeit konsequent fort, aber nicht so krass wie beim Toyota. Unter seiner Haube steckt der wenig geliebte V6 aus einem Joint Venture mit Renault und Peugeot. Dessen zweite Generation mit 2,8 Liter Hubraum hat bessere Manieren als die erste, sie klingt sogar kernig-melodiös. Jedoch: 143 PS Leistung sind bestenfalls beschämend. Das Getriebe hat ebenfalls Overdrive, lässt aber eine gewaltige Übersetzungslücke klaffen.
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Scharfkantig und skurril: Autos der 80er-Jahre
Der Volvo ist ein ungemein komfortabel gefedertes Auto. Seine Plüschsitze sind im Unterbau straff und geben guten Halt. In der Kurve neigt sich der hinterradgetriebene 1,5-Tonner zwar beachtlich, Unsicherheit kommt aber nicht auf. Dank seiner Mehrlenker-Hinterachse tanzt der Volvo fast neutral um die Pylonen, die präzise Lenkung gibt stets einen klaren Kurs vor. Der Wendekreis (11 m) fällt angenehm klein aus. Vorbildlich ist die Fürsorglichkeit der Schweden: Es gab ABS, Gurtstraffer und auf Wunsch einen Fahrerairbag. Die Karosserie war ab 1989 verzinkt. Auch bei der Qualität spürt man das solide nordische Wesen, sie reicht aber nicht an den Mercedes heran. Der Volvo sollte vorwiegend den amerikanischen Geschmack treffen, dortige Standards waren der Maßstab, sie zu übertreffen fiel leicht. Der eckige Dicke ist sympathisch, gerade als Kombi. Zudem ist die Limousine heute günstig zu haben, weil abseits vom Mainstream dem Fokus der Suchenden entrückt.
Amerikanische Geschäftsstraße: Buick Park Avenue
Ein bisschen Jaguar, etwas Audi 100, eine Prise Mercedes, der Buick ist ein typisches Marketing-Auto.
Bild: Christian Bittmann
Benannt nach einer feinen Einkaufsmeile in New York, ist der Buick eine brave Familienlimousine. Er ist der Jüngste (1992) und war mit 69.000 Mark einst der Teuerste. Trotzdem wird der Buick hier Letzter. Ungeachtet der Europa-Ambitionen, die seine Schöpfer mit ihm hatten, blieb er für den deutschen Geschmack zu amerikanisch. Schon die Klimaanlage sieht mit ihrer Knöpfchenbatterie wie ein Tonstudio aus. Die Polster aus rutschigem Leder haben fest vernähte Sitzkissen, die Holzvertäfelungen stammen vom Plastikbaum. Dass Buick in der GM-Hierarchie eigentlich die zweitbeste Marke hinter Cadillac ist, merkt man hier nirgends. An unserem 200.000 Kilometer alten Testwagen war vieles labberig, passte nicht oder klapperte. Lenkung, Bremse, Federn – alles ist soft und unpräzise.Immerhin blieb der lange Ami beim Slalom sicher in der Spur, Einzelradaufhängung sei Dank. Er untersteuerte leicht – aha, Vorderradantrieb! Genauso ungewöhnlich für einen Oberklasse-Ami: der quer eingebaute V6, zum Glück drehmomentstark und im Klang bollerig genug für echtes US-Feeling. Abgeschlagen wird der US-Botschafter Letzter. Seine Freunde müssen wahre Fans amerikanischen Fahrgefühls sein. Bei uns lässt er sich auch als Protest gegen das Establishment der Perfektion verstehen.
Internationales Business-Modell: das Ergebnis
Ein Sieg in der WM ist offenbar nicht zuletzt das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung. Wie sonst kann es sein, dass Hersteller, die eigentlich wissen, wie man gute Autos baut, gegen Mercedes keine Chance haben?
Bild: Christian Bittmann
Das Ergebnis ist eindeutig. Nicht, dass wir Vorurteile gehabt hätten, aber der Mercedes fährt einen klaren Sieg ein. Heute müssen Fans für ihn am meisten hinblättern – wobei von teuer eigentlich nicht die Rede sein kann. Vierstellige Preise für so ein prachtvolles Auto sind im Grunde ein Witz. Tipp: Kaufen und in der Garage gut reifen lassen oder dem Enkel schenken. Dann hat er eine feine Altersvorsorge. Beim Crown merkt man, dass Toyota in den 80ern noch in der Phase der Selbstfindung war und vieles ausprobiert hat. Volvo schielte immer nach Amerika und packte deshalb Samt ins Fahrwerk sowie auf die Sitze. Da hätten wir lieber die große Klarheit und Sachlichkeit gesehen. Sein kubistisches Äußeres ist eine Wucht. Auch die feinfühlige Lenkung überzeugt. Und dann ist da noch unser Amerikaner, über den wir abwechselnd geschmunzelt und geweint haben. Ach, Amerika! Du hast jahrzehntelang deine Kunden kleingehalten, hast ihnen schlampig zusammengebaute, schlecht abgestimmte und billig wirkende Ware verkauft. Der etwas neureiche Park Avenue ist noch ein Vertreter des alten Amerika, das noch nicht begriffen hat, wie Business-Autos wirklich sein müssen.
Ach, haben wir’s gut: Immer wieder finden wir Zeitmaschinen, in denen wir uns zurückzoomen können, diesmal in die Spät-80er/Früh-90er und die Liga der Businessklasse. Lektion 1: Das sind Autos, die praktisch so gut fahren wie die heutigen, jedoch ohne zu viel Elektronik-Klimbim. Lektion 2: Erstaunlich, wie manche Bosse damals Ungereimtheiten durchgehen ließen. Lektion 3: Mercedes war damals wirklich Weltklasse, Volvo und Toyota spielten weit darunter. Und der Buick? Der taugte als Neuwagen nicht viel, findet jetzt als luxuriöser Youngtimer seine Bestimmung.
Scharfkantig und skurril: Autos der 80er-Jahre
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Wie kantig kann ein Volvo sein? Soo, beantwortet der Volvo 760 diese Frage. Die völlig neue 700er-Serie ging 1982 an den Start. Die Amerikaner nannten sie "Swedish Brick", schwedischer Ziegelstein, ein echtes 80er-Jahre-Kantholz!
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Der Subaru XT und seine Fans haben Glück: Dieses eine Mal verzichteten die Subaru-Designer auf das markentypisch öde Design und entwerfen ein kantiges Auto, dem die Menschen auch 30 Jahre nach dem Debüt noch hinterherschauen.
Bild: Holger Neu / AUTO BILD
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In sieben Jahren verkauft Subaru nur 1056 XT in Deutschland, groß war der Markt also noch nie. Extrem-Individualisten und Japan-Klassik-Liebhaber erfreuen sich an den deutlich vierstelligen Notierungen. Der Geheimtipp Subaru XT ist selten, aber nicht teuer.
Bild: Holger Neu / AUTO BILD
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Quadratisch, praktisch, gut: Der Fiat Panda ist Prototyp aller modernen Kleinstwagen. Er setzt die Tradition seiner winzigen 500er-Ahnen fort, mit dem Unterschied, ...
Bild: Holger Neu
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... dass sein kantiges Heck Laderaum bietet, weil sein Motörchen vorn sitzt und seine 45 PS an die Vorderachse abgibt. Und obwohl er klein ist, ist er eben nicht mehr knubbelig und niedlich, sondern kommt mit geraden Linien daher.
Bild: Holger Neu
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Unverkleidetes Blech, einfachstes Gestühl: Die "tolle Kiste" Panda bietet, was es zum Autofahren braucht. Nicht mehr, nicht weniger. Ein Erfolgsrezept: Fiat verkauft in 23 Jahren über vier Millionen Ur-Panda. Erst 2003 wurde der Verkauf in Italien wegen Emissionsrichtlinien eingestellt.
Bild: Holger Neu
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Ein VW, der mehr sein will, als er ist. Aber nicht hierzulande, sondern im fernen China glückt dem Volkswagen Santana die große Karriere.
Bild: Markus Heimbach
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Sauber, klar und kantig sieht der Santana aus, wie die Häuser in der Lüneburger Heide.
Bild: Markus Heimbach
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Noch ein VW, aber im Gegensatz zu seinem Vorgänger ein enorm erfolgreicher: Der Kasten-Bulli VW T3 ist Inbegriff des Kantholzes: Schon 1979 erschienen, ist der kantige Kerl zwar ein Kind der Siebziger, ...
Bild: Martin Meiners
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... dank seiner vielen rechten Winkel und der Bauzeit durch die 80er-Jahre hindurch aber hier genau richtig. Wer ist kantiger?
Bild: Martin Meiners
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Der Bentley Turbo R und der designtechnisch nahezu identische Mulsanne hatten bis Ende 1988 rechteckige Frontscheinwerfer. Mit 6,75 Litern Hubraum, 330 PS und speziellem Fahrwerk lag diese Schrankwand gut in der Kurve.
Bild: Joachim Storch
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Von hinten gesehen könnte den Turbo R beinahe eine funktional designte japanische Limousine der späten Siebziger sein, wäre da nicht das geflügelte Logo über dem Kennzeichen.
Bild: Joachim Storch
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Ab 1980 der Einstieg in die Welt von Ferrari: DerMondial. Der Nachfolger des Dino 308 GT/4 leistet zum Modellstart magere 214 PS. Zwei Jahre später rollt der Mondial Quattrovalvole (Vierventiler) mit 240 PS an. Und den wenige Jahre später vorgestellten Testarossa kann man hier schon erahnen.
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Der Ferrari Testarossa von 1984 zeigt in ungewohntem Farbton ("Miami-Weiß") und dem Kontrast zum schwarzen Plastik gerade am Heck seine Ecken und Kanten. Unter dem großen, weißen Viereck auf dem Rücken liegen zwölf Zylinder, die fast 400 PS leisten.
Bild: Theo Klein
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Von vorne ist der Achtziger-Italiener etwas weniger kantig. Das Pininfarina-Design hat seinen eigenwilligen Charme, was auch dazu führte, dass der Testarossa als Modellauto bis heute Lieblingsauto in vielen Kinderzimmern ist.
Bild: Theo Klein
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Mit einem deutlich moderneren Erscheinungsbild kommt 1985 eine neue Generation des Honda Accord auf den Markt. Sein kantiges und sachliches Design samt Klappscheinwerfern unterstreicht seinen sportlichen Anspruch.
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Ein Auto gewordener Tarnkappenbomber: Radikal kantig kommt der Lamborghini Countach daher. Mit den rassigen Rundungen des Vorgängers Miura ist Schluss. Klar, der Türkeil mit den Scherentüren ist ein Kind der blumigen 70er, ...
Bild: Christian Bittmann
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... doch obwohl Lamborghini in den 80ern unter chronischer Finanznot leidet, hält der Sportwagenbauer sein Flaggschiff mit regelmäßigen Upgrades frisch. Zum Beispiel für den Motor: Im LP500S (ab 1982) leistet der 4,8-Liter-V12 stramme 375 PS.
Bild: Christian Bittmann
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Mäßige Rundumsicht? Ach was, gar keine. Doch hat es der Torero erst einmal über den Türschweller in den Innenraum des Kampfstiers geschafft, sollte sich sein Blick sowieso nur noch auf das konzentrieren, was vor ihm geschieht. Auch deshalb, weil das mit dem Geo-Dreieck gezeichnete Armaturenbrett heute wirklich aus der Zeit gefallen scheint.
Bild: Christian Bittmann
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Flach, breit und schnell: Der Countach ist längst eine Designikone. Ohne den überdimensionierten Heckflügel (Lamborghini lieferte ihn gegen Aufpreis) kommt seine die vollendete Kantenform noch besser zur Geltung.
Bild: Christian Bittmann
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Für seine Fans ist er der letzte "echte Alfa": Der Enkel der Giulia heißt Alfa 75und rollt zur Mitte der 80er mit allem an, was Alfisti erwarten: dynamische Vier- und Sechszylinder, Transaxle-Bauweise und ein äußerst agiles Fahrwerk. Und einem Stil, bei dem die Karosserie geraden Linien folgt.
Bild: Andrea Schick-Zech
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Das 75er-Design mit der ansteigenden Gürtellinie polarisiert, doch seinem Verkaufserfolg schadet das kaum. Und ja: Claus Theo Gärtner (alias Matula aus "Ein Fall für zwei") fuhr auch einen.
Bild: Andrea Schick-Zech
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Als der kantige Citroën CX 1975 in die Fußstapfen der Citroën DS tritt, sieht er aus wie das Auto von morgen. Deshalb wirkt er auch Jahre später noch frisch. Heute besonders gesucht: der Progressiv-Laster CX Break (Foto) und der 220 km/h schnelle CX GTI Turbo.
Bild: Juergen Christ
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Blick ins Cockpit mit Einspeichenlenkrad und Bediensatellit. Am Armaturenbrett finden sich auch runde Formen, der CX wird durch seine Gegensätze lebendig.
Bild: Juergen Christ
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Der Citroën Visa soll den 2 CV beerben, doch die Rolle des Entenmörders bleibt dem Schrägheck-Zwerg erspart. 1988 ist Schluss für den designierten Nachfolger – das 2CV-Schnabeltier rollt dagegen noch bis Ende Juli 1990 in Portugal vom Band.
Bild: Werk
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Nur zwei Jahre (1983 – 1985) lang bieten die Franzosen den Visa als viertürige Frischluftlimousine in der Version "Décapotable" an.
Bild: Werk
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Citroën BX, der Spießer unter den Avantgardisten? Die strömungsgünstige Karosserie gerät konformer, als es die Fans von ihrer Marke erwarten. Der hier abgebildete BX (mit Facelift) war eine ziviliere Ausgabe der abenteuerlich wilden Urvariante, die von 1982 bis 1986 produziert wurde.
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Die Heckklappe ist hier bunt, doch meist schwarz. Mit dem Y10 wagt es Lancia, einen Kleinwagen für designorientierte Menschen anzubieten. Der kantige Lifestyle-Zwerg kommt 1985 auf den Markt und basiert auf dem Fiat Panda.
Bild: AUTO BILD / Holger Schaper
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Der Franzosenkeil Renault Fuego, auf Spanisch "Feuer", wirkt äußerlich sportlich-elegant, innen ...
Bild: Markus Heimbach
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... bietet das Coupé zeitgemäß viel Plastik. Viele Bauelemente teilt er sich mit seiner Basis, dem Renault 18.
Bild: Markus Heimbach
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Der kantige Franzosen-Zweitürer wird im spanischen Renault-Werk in Palencia gebaut.
Bild: Markus Heimbach
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Erfolglos in der Oberklasse: vom Alfa 6 entstehen zwischen 1979 und 1986 keine 10.000 Stück. Der große Bruder der Alfetta hatte aber auch mit den Vorurteilen der Alfisti gegenüber einem Auto ohne Transaxle-Bauweise zu kämpfen.
Bild: Werk
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Der kleine Stratos: Obwohl der sportliche 128-AblegerX1/9schon seit 1972 vom Band läuft, produziert ihn Fiat bis 1988 fast unverändert in geringer Stückzahl.
Bild: Werk
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Der Fiat Ritmo fiel Zeit Lebens mit Rostproblemen negativ auf. Seine runden Kulleraugen in einer grilllosen Hochwasser-Plastik-Frontschütze geben dem ...
Bild: Werk
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... Italiener in der Golf-Klasse das charakteristisches Aussehen. Und tatsächlich: den Ritmo gab's auch als Cabrio.
Bild: Werk
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Für diejenigen, die ein Auto mit richtigem Kofferraum wollen, liefert Fiat von 1983 bis 1990 den Ritmo auch mit Rucksack. Er heisst Fiat Regata und ist heute nahezu ausgestorben.
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Mit besserer Rostvorsorge und viel Laderraum soll der Ritmo-Nachfolger Tipo glänzen. Die Abarth-Ableger streicht Fiat aus dem Programm, das sportliche Topmodell heißt jetzt Tipo Sport und leistet 146 PS. Die Kante ist der Maßstab für den Kompakten aus Italien.
Bild: Werk
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DerRenault Espacebegeistert bei seinem Debüt die Fachwelt: Platz ohne Ende, variables Sitzkonzept. Er ist ein Auto, dass sich den Bedürfnissen seiner Passagiere, vorzugsweise Familien, anpasst. Ein Kantenmobil par excellence.
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Fünf herausnehmbare Sitze für variablen Stauraum, umhüllt von einer ultraleichten Karosserie mit günstigem cW-Wert. Ohne ihn hätte es Sharan, Zafira und Konsorten nie gegeben. Oder erst viel später.
Bild: Uli Sonntag
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Unter der Regie von Chrysler erlebt der Markenname Talbot, zuvor in Simca aufgegangen, seine Auferstehung. Design und Technik sind auf durchschnittlichem Niveau, glänzen können die Franzosen mit diesem Kompromiss nicht. Der Solara SX ist kein Auto für die Ewigkeit.
Bild: Werk
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Auf Basis des Simca 1100 entwickeln Matra-Ingenieure in den späten 70ern den Rancho (1977-1981). Statt Allrad- kommt aus Kostengründen der bewährte Frontantrieb zum Einsatz. Ab 1977 ...
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... bietet PSA, von da an neuer Chrysler Europa und damit auch Talbot-Eigentümer, das Freizeit-Auto unter der Bezeichnung Talbot-Matra Rancho an. Rauer Umgang und schlechte Rostvorsorge lassen ihn fast aussterben.
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Französische Oberklasse: Den großen Peugeot 604 gibt es bis 1985, mit Vier- und Sechszylindern mit 2,3 bis 2,8 Litern Hubraum. Besonders, aber trotzdem erfolglos: der 80 PS starke Oberklasse-Turbodiesel 604 GTD Turbo.
Bild: Werk
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Mit bis zu 185 Turbo-PS und Allradantrieb driftet sich das Lancia-Delta-Topmodell HF Integrale in die Herzen der Lancisti. Als er 1979 erscheint, ist der Delta ein eher farbloser Geselle auf Basis des Fiat Ritmo, ...
Bild: Angelika Emmerling
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... mit dem die Marke ihr Glück in der Golf-Klasse versucht. Im Delta HF Integrale dagegen macht ein Garret-Turbolader dem 2,0-Liter-Vierzylinder Druck. Noch heute erfährt er in Fan-Kreisen glühende Verehrung. Auch wegen des unverwechselbar kantigen Designs.
Bild: Angelika Emmerling
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Seine Lorbeeren verdient sich der Delta in der Rallye-WM. Die Krönung stellen die bis zu 500 PS starken Delta S1 dar. Nach dem Ende der Gruppe B-Ära setzt Lancia sein Engagement mit seriennahen Delta fort.
Bild: DPA
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Der VW JettaII ist ein Imageträger. Zum Leidwesen der Marktstrategen anders, als gedacht. Denn der Golf mit Stufenheck sieht jungen Käufern in der Kompaktklasse zeitlebens zu bieder aus und wurde als Rentnerauto verspottet - auch ein Image. Nur kein gewünschtes.
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Die unspektakulären geraden Linien und nahezu planen Flächen hatten zur Folge, dass der Jetta hierzulande nie die Popularität seines Schrägheck-Bruders erreichte. Die Amerikaner allerdings feiern den VW heute noch total ab. Die Versuche, den Namen loszuwerden (Vento/Bora) misslingen dort.
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Zwar kein Porsche aus Russland, aber wenigstens wurde der Motor des Lada Samara von Porsche entwickelt. Beim Design guckten sich die russischen Konstrukteure dafür eher bei Mitsubishi Colt und VW Golf einiges ab. Was bleibt, ist der Kultfaktor.
Bild: Werk
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Gehobenere Ausstattung, größere Motoren: Diese Merkmale mussten reichen, um den Audi 200 von der Basis Audi 100 abzuheben. Kurios: Die Fahrleistungen des 200 quattro 20V toppten sogar die des Audi-Flaggschiffs V8 3,6. Allerdings war der Typ 44 mit dem gedrosselten quattro-Aggregat nur kurze Zeit lieferbar.
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Kantiger als der Vorgänger, jedoch mit weitgehend gleicher Technik fuhr 1978 die zweite Generation des Audi 80 vor. Erstmals kam eine technische Neuerung, die so zuvor noch nie in einem Serienfahrzeug eingesetzt worden war, zum Einsatz: In der Ausführung "Formel E" verfügte der B2 bereits damals über eine Start-Stopp-Automatik.
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"Bella Figura!" sagten die Bitter-Freunde zum schnittigen Coupé Diplomat, abgekürzt CD. Dass unter der italienisch geschnittenen Karosserie ein Rüsselsheimer steckt, ist nicht zu bemerken. Pietro Frua zeichnet den Karosserie-Entwurf, damit die Technik des Diplomat B drunter passt, schraubt Opel aber noch ordentlich daran herum.
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Fast schon ein Maserati Ghibli von hinten, auch wenn die Rückleuchten vom Fiat 124 stammen. Dieses Rückleuchten-Schicksal teilt sich der rund 350 mal gebaute Bitter mit dem noch exklusiveren Iso Fidia (unter 200 Exemplare) und dem etwas häufiger produzierten Lamborghini Espada (ca. 1200).
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Der Opel Corsa A schaut 1982 aus knuffigen Glas-Quadern in die Welt. Den Kleinwagen gibt es als drei- oder fünftürige Schrägheck-Limousine und als zwei- oder viertürige Stufenheck-Variante. War er zu seinen Anfängen noch eher kantig, wird der Corsa B eine Knutschkugel.
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Konservative Ford-Kunden konnten ab 1983 ihren Taunus durch eine Stufenheck-Version des Escort ersetzen, analog zu VW Golf und Jetta. Für ein Prestige-Plus gab's auch einen eigenen, knackigen Namen: Ford Orion, wie das Raumschiff aus der schwarzweißen TV-Serie der 60er.
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Die zweite Generation des VW Scirocco (II Typ 53B) kam 1981 als Nachfolger des VW Scirocco I (Typ 53) auf den Markt. Der VW Scirocco II war ein dreitüriges Sportcoupé (2+2-Sitzer).
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Ganz schön steil, dieses Heck: Der VW Polo Typ 86c war ein Dauerbrenner und Kassenschlager, der sich 13 Jahre lang gut verkauft. Heute wirkt der Kleine stelzbeinig und fragil, steht auf dem Wendepunkt vom billigen Anfängerauto zum Klassiker – die ersten 86c tragen bereits das H!
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Der Traum aller höheren Töchter: zum Tennisplatz im Golf Cabrio I, aus den Boxen schallt Modern Talking. Das Erdbeerkörbchen steht bis heute sinnbildlich für den Zeitgeist der 80er.
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Das Fließheck gilt in den 70er- und 80er-Jahren als modische Karosserieform, hier am VW Passat B2 in der gefacelifteten Version, gebaut ab 1985. Noch beliebter ist der Lastesel Variant, der wegen seines hohen Nutzwerts aber schneller verbraucht wird.
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In alter Giulia-Tradition: Der Alfa Romeo GTV überlebt bis weit in die 80er-Jahre. Bereits zum Facelift im Jahr 1980 erhält er den 2,5-Liter-V6 aus dem Alfa Sei. Die schwächeren Reihenvierzylinder haben weniger Sex-Appeal und profitieren von der Luxus-Steuer in Italien, die vielen Alfisti kleinere Motoren schmackhaft macht.
Bild: Sabine Schirmer
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In den 80ern ist Alfa Romeo eine ernst zu nehmende Größe in der sportlichen Kompaktklasse. Vom 33 kann Alfa zwischen 1983 und 1994 fast eine Million Stück absetzen. Damit ist er, zusammen mit dem allzeit rostbereiten Sud, das erfolgreichste Modell in der Firmengeschichte.
Bild: Werk
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Dieser Alfa ist auch Fiat, Lancia und Saab. Wie bitte? Der 164 ist das Ergebnis eines Joint Ventures, das für die Alfisti eine harte Zäsur bedeutet: Der 164 ist der erste Alfa mit Frontantrieb. Und ein Kantenmobil.
Bild: Aleksander Perkovic
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1988 löst der Citroën XM den CX ab. In alter Tradition lassen sich auch Frankreichs Staatschefs im DS/CX-Erben chauffieren. Irgendwo zwischen Türkeil, modernem Kunstwerk mit scharfen Kanten und Auto angesiedelt, findet der Franzose hierzulande nicht allzu viele Liebhaber.
Bild: Klaus Kuhnigk
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Mit 300.000 Exemplaren in zwölf Jahren ist der XM kein Verkaufsschlager. Nach seinem Abgang braucht Citroën sechs Jahre, um den Mut für ein neues Oberklassemodell zu fassen.
Bild: Klaus Kuhnigk
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Last, but not least: Kantenstyle aus Großbritannien. Gegen Ende der 70er-Jahre weist der Jaguar XJ40 den Weg in die kantigen Achtziger. Die rechteckigen Frontscheinwerfer waren nur in der "Sovereign"-Ausstattungsvariante ...
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... und für die Daimler-Modelle erhältlich, und doch tauschen viele Besitzer sie ein gegen das Vier-Scheinwerfer-Gesicht der Basisversion. Die Abrisskante am Heck verläuft, natürlich, senkrecht. Noch mehr Achtziger:Die vergessenen Helden des Alltags