Opel Omega A 2.0i Caravan
Großer Kumpel zum Kuscheln

Unter Oldie-Freunden ist der Opel Omega 2.0i Caravan sicher nicht erste Wahl. Vielleicht weil er sich so modern anfühlt. In unserem klassischen Vergleich sorgt der Caravan trotzdem für angenehme Überraschungen.
- Andreas Borchmann
Große Kombis heißen Caravan. Zumindest bei Opel. Und der Omega A, 1986 bis 1993 Rekord-Stammhalter, ist ein mustergültiger Caravan. Sein einladendes Wesen ist es, das schon beim ersten Blick durch die große Heckklappe beeindruckt. Da tut sich kein Kofferraum auf, sondern eine Art fahrbarer Turnsaal, glatt und schnörkellos, über eine 60 Zentimeter niedrige Ladekante kinderleicht zu beladen. Und vor allem: praktisch. Wie schon die geteilte Rücksitzlehne vorklappt: Es reicht ein Druck auf den Entriegelungsknopf (Achtung, Fingernägel!), dann ein Schubs, schon liegt die Lehne flach und eine 1,98 Meter lange Liegefläche vor einem – das reicht zum Übernachten zu zweit.
Test Mercedes-Benz 200 TE und Volvo 240 Kombi

Bild: Markus Heimbach
Hier finden Sie das Testergebnis aus dem Kombi-Vergleich

Bild: Markus Heimbach
Ersparen wir uns endlose Kurven-Diskussionen, Old Omega liebt die Gerade. Unseren Test-Parcours umrundete er in einem grandiosen Schwänzeltanz mit heraushängendem, aber gut kontrollierbarem Heck – die zielgenaue Servolenkung macht’s möglich. Viel besser geht es nicht mit angetriebenen Hinterrädern, schwerem Hinterteil und weicher Federung. Letztere ist für den rundum angenehmen Komfort verantwortlich. Der Omega schaukelt freundlich über schlechte Wege, richtig schön ist das, typisch alter Opel. Und wir hatten es in den letzten Jahren schon fast vergessen, dieses Fahrgefühl aus schwebender Leichtigkeit.
Ein Blick in die Tabelle zeigt: Steuer und Versicherung sind so günstig wie der heutige Anschaffungspreis. Wie bei Opel üblich, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern, bis der Omega A Caravan die Taschen der Fans weiter öffnet.
Fazit
Ein gutes Auto – auch aus heutiger Sicht. Praktisch durchdacht, geräumig und mit eigenständigem Charakter: Umso bedauerlicher, dass der Ur-Omega vom Aussterben bedroht ist. Wer es komfortabel liebt und aufs Premium-Image pfeift, wird mit diesem Youngtimer glücklich. Gute Exemplare sind aber schwer zu finden: Export und gewerbliche Schwerarbeit haben den Groß-Opel erledigt.
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