60 Jahre Citroën DS: Lieber frühe oder späte DS kaufen?
Schöne Göttin wird 60

Bei ihrer Premiere knieten Kunden wie Konkurrenz nieder vor der Citroën DS, so futuristisch war der Entwurf. Zum 60. Jubiläum der Göttin zeigen eine frühe und eine späte DS im Vergleich.
Bild: G. von Sternenfels
Video: Citroën DS 20
Beziehungskiste: Die DS 20 von Frank B. Meyer
Umjubelte Premiere 1955

Die Farbe von einst wäre auch heute noch aktuell: Eine Citroën DS 21 von 1966.
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Video: Citroën DS/DS5
Generationen-Duell zwischen Citroën DS 20 und DS 5
Entspannen und mit den Fingerspitzen lenken

Das Urmodell (l.) wirkt ein bisschen fischig. Die späte DS schaut eher entschlossen drein.
Grande Nation: Citroën DS Présidentielle
DS 23: beste und schnellste Göttin

Das Cockpit der DS 19 wirkt noch heute wie eine Konzeptstudie und duftet dabei nach Plastik.
Historie

Gleiche Silhouette, aber Unterschiede im Detail bei später DS (l.) und zwanzig Jahre älterer Schwester.
Plus/Minus
Bei der DS gilt das umgekehrte Lada-Prinzip: Wo viel dran ist, kann auch viel kaputtgehen. Was nicht heißt, dass ein hydropneumatischer Citroën ständig in der Werkstatt steht – ganz im Gegenteil, denn eigentlich funktioniert das Leitungs- und Pumpengewirr einer DS sehr zuverlässig. Es sei denn, der Faktor Mensch pfuscht ins Technik-Idyll oder lässt es an regelmäßiger Wartung fehlen. Doch auch wer sich zum Schrauber berufen fühlt, tut seiner DS oft nichts Gutes: Verbastelte Fahrzeuge sind häufig anzutreffen (etwa ehemalige ID mit DS-Pallas-Ausstattung), kaputtreparierte ebenfalls. Aus dem riesigen Angebot am Markt ein wirklich originales und technisch gesundes Fahrzeug herauszuschälen, erweist sich daher als verdammt schwierig – und hat noch nicht mal etwas mit dem Preis zu tun, der nur selten zum dargebotenen Zustand passt. Selbst auf teure Autos kann dies zutreffen, zumal alle DS früher oder später dem Rost anheimfallen: Eine Art "Visitenkarte" ist der obere Windschutzscheibenrahmen unter der Gummidichtung der Frontscheibe. Besonders anfällig ist die Karosserie zudem im Heckbereich und prinzipiell in allen nicht sichtbaren Arealen. Mit der nötigen Vorsicht, ausreichender Sachkenntnis und/oder einem Spezialisten an der Hand lässt es sich mit einer DS aber gut leben: Wer einmal das außergewöhnliche Ensemble aus Design und Fahrgefühl gekostet hat, wird so schnell nicht mehr davon lassen können.
Ersatzteile
Spezifische Teile für die Ur-Modelle bis Baujahr 1961 sind besonders selten und gesucht. Das gilt für Armaturenbretter (deren Kunststoff zerbröselt oder sich verfärbt und verzieht) ebenso wie für Auspuffanlagen, Kotflügel oder die Schwellerverkleidungen, die sich weder für Geld noch gute Worte auftreiben lassen. Jüngere DS und ID sind dagegen gut versorgt und leiden lediglich an einem generellen Qualitätsproblem: Schlampig überholte Pumpen und minderwertige Gummiteile führen zu Folgeschäden und Leckagen.
Marktlage

Mit dem Vierzylinder des Traction Avant leistet die DS 19 75 PS bei 1911 Kubikzentimetern.
Empfehlung
Sie ahnen es schon: Eine DS vor Baujahr 1960 ist nur was für Sammler, die schon alles haben und sich durch gute Kontakte in die Szene auch seltene Teile beschaffen können. Wer trotzdem Wert auf das ursprüngliche DS-Design legt, ist mit einer DS der Baujahre 1961 bis 1966 am besten bedient: Verfügbarkeit und Leistung sprechen für sich. Anfänger und Selberschrauber sollten sich in den späten 60er- und frühen 70er-Jahren umschauen: Gute ID bzw. DSuper sind am besten beherrschbar. Sind sie beim Kauf nicht perfekt, lassen sie sich gut in den Griff bekommen. Eine DS mit Einspritzmotor ist hingegen nur etwas für all jene, denen der regelmäßige Besuch beim Spezialisten nicht allzu sehr aufs Portemonnaie drückt: Im Motorraum des Topmodells fehlt es schon für simpelste Arbeiten an Platz. (Mit dpa)
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