Mercedes 190 Typ W201 (1983) Redaktionsfahrzeug bekommt das H-Kennzeichen
Wertvolle Auszeichnung: Immer mehr Oldie-Halter wollen ein H-Kennzeichen am Auto.
Bild: Christian Bittmann / AUTO BILD
Mehr und mehr Autoliebhaber in Deutschland machen einen Oldtimer zum rollenden Familienmitglied. Dieser Trend hat sich auch 2017 bestätigt: Laut Zahlen des VDA waren zum Jahreswechsel 2017/2018 genau 422.213 Pkw mit H-Kennzeichen in Deutschland gemeldet. Mit elf Prozent lag der Zuwachs auf Vorjahresniveau (10,8). Die Gesamtzahl aller historischen Kraftfahrzeuge mit H-Kennzeichen – dazu zählen neben Pkw auch Nutzfahrzeuge, Zugmaschinen und Motorräder – erreichte zum Jahreswechsel die Marke von 477.386. Damit liegt der Anteil am Gesamtbestand der in Deutschland gemeldeten Kfz bei rund einem Prozent. Das historische Kennzeichen wird Fahrzeugen erteilt, die technisch einwandfrei sind, sich im originalen Zustand befinden und mindestens 30 Jahre alt sind. Durchschnittlich sind die Fahrzeuge mit H-Kennzeichen 42 Jahre alt. Nicht zu diesen Oldtimern zählen die rund 60.000 Fahrzeuge mit roter 07er-Nummer, denn diese Art der Kennzeichnung gilt nicht als permanente Zulassung.

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Verboten Oldtimerkennzeichen im Retro-Stil
Matra 530 SX
Achim Kupplinger, DEKRA-Lackgutachter
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Infos zum H-Kennzeichen

Die Deutschen lieben deutsche Klassiker

In der Gunst der Oldtimer-Liebhaber stehen die deutschen Marken weiter deutlich im Vordergrund. An der Spitze hat sich im Vergleich zu 2016 nichts verändert. Daimler führt, Volkswagen verteidigt Platz zwei, an dritter Stelle folgt Porsche. In der Rangliste der Marken liegen US-Cars von GM erst auf Platz sieben, darauf folgen Fiat, Alfa Romeo und Citroën.

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Lieblingsoldtimer: VW Käfer und nichts anderes

Die VDA-Modellrangliste der Oldtimer 2017 wird seit vielen Jahren vom VW-Käfer angeführt: 36.258 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen bedeuten ein Plus von rund 1600 Anmeldungen. Der Mercedes-Benz W 123 folgt mit 19.718 Fahrzeugen (2016: 18.578) mit respektvollem Abstand auf Platz zwei. Dahinter: Porsche 911 und 912 mit 15.840 zugelassenen Exemplaren (Vorjahr: 14.052). Zunehmend an Bedeutung als Oldtimer gewinnt der VW Golf. Er hat in der Rangliste im Vergleich zu 2016 gleich zwei Plätze gewonnen. Und das, obwohl nur 30 Prozent der Gölfe, die älter sind als 30 Jahre, ein H-Kennzeichen tragen. Unglücklicherweise bricht der VDA die Golf-Zahl nicht auf die Generationen 1 und 2 herunter. Auch beim BMW 3er gibt es leider keine Zahlen von E 21 und E 30, ebenso wenig beim VW-Bus oder beim Opel Kadett.

Automobiles Kulturgut soll geschützt werden

VDA-Präsident Bernhard Mattes spricht sich dafür aus, dass Oldtimer mit H-Kennzeichen auch in Zukunft uneingeschränkt in Deutschland unterwegs sein dürfen, auch wenn sie modernen technischen Standards nicht entsprechen. Schließlich seien sie "automobiles Kulturgut und hätten eine sehr geringe Jahreslaufleistung".