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H-Kennzeichen

H-Kennzeichen

Sobald sich die Erstzulassung eines Autos zum 30. Mal jährt, kann das historische Kennzeichen - kurz H-Kennzeichen - beantragt werden. Damit dient das Auto zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts und der Halter profitiert von einer niedrigen KFZ-Steuer und günstigen Versicherungskonditionen. Voraussetzung für das H-Kennzeichen ist ein Experten-Gutachten durch TÜV, GTÜ, KÜS oder die Dekra. Die Prüfung kostet etwa 100 Euro. Um nachzuweisen, dass sich der Wagen in einem technisch einwandfreien Zustand befindet, ist eine Hauptuntersuchung obligatorisch. Hierfür sind 70 Euro zu veranschlagen. Hinzu kommen Kosten für die Anmeldung (28 Euro) und das Wunschkennzeichen (11 Euro). Neben der Verkehrssicherheit wird bei der Begutachtung nach Paragraf 23 der StVZO die Originalität bewertet.
Ein Zustand wie zur Auslieferung wird nicht erwartet, trotzdem sollten die Autos annähernd dem Originalzustand entsprechen und in einem "guten" Zustand sein. Note 2 bedeutet etwa, dass der Wagen leichte Gebrauchsspuren haben darf, aber technisch mängelfrei sein muss. Hat das Fahrzeug leichte Mängel und Alltagsspuren, ist aber noch gebrauchsfertig und rostfrei, bekommt es die Note 3. Ein normales, gut gepflegtes Alltagsfahrzeug bewegt sich in dieser Skala meist zwischen den Noten 2 und 3. Oldtimer mit Bestnoten sind aufwendig restauriert und oft besser in Schuss als am Verkaufstag.

Das Fahrzeug darf durch Tuning nicht seinem Charakter entfremdet worden sein. Umbaumaßnahmen wie Sportlenkräder oder andere Felgen sind in Ordnung, allerdings muss solches Tuning dem Zeitgeist entsprechen. Als Originalitätsnachweis können Betriebsanleitungen, Originalprospekte oder Testberichte in Presseveröffentlichungen angeführt werden. Veränderungen im Sinne der Verkehrssicherheit sind ebenfalls erlaubt. Das gilt zum Beispiel für den nachträglichen Einbau von Gurten.

Hat das Fahrzeug das H-Kennzeichen bekommen, lassen sich ordentlich Kosten sparen. Für Oldtimer mit vier oder mehr Rädern wird unabhängig von Hubraum und Schadstoffklasse eine pauschale Kfz-Steuer von 191,73 Euro pro Jahr veranschlagt. Versicherer bieten günstige Tarife für Haftplicht- und Kaskoversicherung. Diese sind allerdings oft an Bedingungen geknüpft, zum Beispiel an eine maximale jährliche Fahrleistung von 5000 bis 10.000 Kilometern. Feinstaub-Plakette und städtische Umweltzonen spielen für Oldtimer keine Rolle. Wagen mit H-Kennzeichen können ohne weiteres beispielsweise für den täglichen Weg zur Arbeit genutzt werden.

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