Fiat Coupé (1996): Gebrauchtwagen
Fiat-Zeitkapsel aus erster Hand zu verkaufen

Seit 1999 abgemeldet, aber dennoch regelmäßig bewegt und gewartet: Dieses Fiat Coupé aus erster Hand ist quasi eine unberührte Zeitkapsel!
Bild: Dino Cars
Mit 250 km/h Höchstgeschwindigkeit war das Fiat Coupé 20V Turbo seinerzeit nicht nur das schnellste Frontantrieb-Serienauto der Welt, sondern ist auch bis heute der schnellste in Serie gebaute Fiat!
Dennoch hatte es das kantige Coupé nicht wirklich leicht. Von vielen Leuten als Ferrari des armen Mannes missverstanden und oft verbastelt, hat das Coupé mittlerweile den Weg von Kiesplatzhändlern hin zu Youngtimer-Spezialisten gefunden – vorausgesetzt, es handelt sich um ein originales Auto.
Ein Fiat Coupé, das mutmaßlich zu den besterhaltenen Exemplaren überhaupt zählt, wird momentan vom Händler "Dino Cars" aus Starnberg im Kundenauftrag verkauft. Das Coupé in der eleganten Außenfarbe "Rosso Winner Perleffekt" ist eine wahre Zeitkapsel mit nur 7480 Kilometern auf dem Tacho. Wie es zu diesem außergewöhnlichen Umstand kam, dazu gleich mehr. Zuvor werfen wir einen Blick auf die interessante Geschichte des Fiat Coupé.
Design von Chris Bangle
Das bis heute polarisierende Coupé kam 1994 auf den Markt und sollte zusammen mit dem 1995 vorgestellten Barchetta das Image von Fiat aufpolieren. Die technische Basis des Coupés bildete der Fiat Tipo vom Typ 160. Der größte Irrglaube in Bezug auf das intern Coffango getaufte Coupé ist, dass das Design von Pininfarina stammt. Schließlich finden sich sowohl außen als auch innen gleich mehrere Pininfarina-Schriftzüge. Entgegen dieser Annahme wurde das Auto aber lediglich bei Pininfarina gebaut – gezeichnet wurde es im hauseigenen Centro Stile unter der Leitung eines gewissen Chris Bangle, was auch erklärt, warum das Design des Coupés bis heute so stark polarisiert.

Der Zweiliter-Vierzylinder leistet 139 PS und verfügt über ein maximales Drehmoment von 180 Nm. Die Kraftübertragung an die Vorderachse übernimmt eine Fünfgang-Handschaltung.
Bild: Dino Cars
Trotz unterschiedlicher Vier- und Fünfzylinder-Motoren mit einer Leistungsspanne von 131 (1.8 16V) und maximal 220 PS (2.0 20V Turbo) war das Coupé kein Verkaufsschlager. Bis zum Produktionsende im Jahr 2000 wurden insgesamt 72.762 Stück gebaut, wobei der kantige Fiat in Deutschland schon immer ein Exot war – ein Exot, der übrigens nicht selten mit ein paar Ferrari-Emblemen verziert wurde.
Seit 1999 abgemeldet
Wer ganz genau hinschaut, findet auch beim hier gezeigten jungfräulichen Exemplar das Ferrari-Wappen – glücklicherweise jedoch nur auf dem Kennzeichenträger. Denn, abgesehen von den Distanzscheiben befindet sich der Fiat im unverbastelten Originalzustand, was bei diesem Modell eine Seltenheit ist. Doch das eigentliche Highlight ist nicht die Originalität, sondern der Allgemeinzustand. Nach der Erstzulassung im November 1996 wurde das Coupé bei einem Fiat-Händler eingelagert und nur selten gefahren. 1999, nur drei Jahre nach der Zulassung, wurde es sogar ganz abgemeldet und seitdem auch nicht mehr angemeldet.
Um Standschäden zu vermeiden, wurde das Coupé aber regelmäßig bewegt und gewartet. So wurde erst Anfang des Jahres ein großer Service inklusive Zahnriemenwechsel durchgeführt, und im August wurde der TÜV erneuert. Auch eine Hohlraumkonservierung und eine Unterbodenversiegelung wurden vorsorglich vorgenommen, um das Coupé bestmöglich zu schützen.
Ein Aufwand, der sich gelohnt zu haben scheint, denn auf den Fotos sieht der Fiat tatsächlich aus wie ein Neuwagen. Weder außen noch innen lassen sich auch nur die kleinsten Gebrauchsspuren erkennen. Der Lack funkelt noch wie am ersten Tag, und auf den Fotos kann man die schwarze Volllederausstattung quasi riechen.

Sieht nicht nur aus wie neu, ist es quasi auch: Das Fiat Coupé wurde kurz nach der Erstzulassung eingelagert und nur selten gefahren. Heute stehen nur 7480 Kilometer auf dem Tacho.
Bild: Dino Cars
Die einzige Frage, die sich der neutrale Beobachter stellt, ist: Warum entschied sich der erste und einzige Besitzer 1996, ein Coupé in der Basismotorisierung wegzustellen? Unter der riesigen Haube steckt nämlich nicht etwa der Zweiliter-Fünfzylinder-Turbo mit 220 PS, sondern der Zweiliter-16V mit überschaubaren 139 PS, der später vom 1.8 16V mit 131 PS abgelöst wurde.
19.850 Euro soll der Fiat kosten
Ein Fakt, der sich auch im Preis widerspiegelt, denn wäre das hier das gesuchte 20V-Turbo-Topmodell, läge der Preis locker jenseits der 25.000 Euro – vermutlich sogar eher bei 30.000 Euro. Schließlich werden für gepflegte 20V Turbo mittlerweile bereits 15.000 bis 20.000 Euro aufgerufen – und zwar unabhängig von der Laufleistung. Diese 29 Jahre alte Zeitkapsel ist hingegen für 19.850 Euro inseriert.
Ein Preisvergleich lohnt in diesem Fall kaum. Nicht nur, weil die Spanne beim Fiat Coupé enorm ist und von unter 1000 Euro bis über 20.000 Euro reicht, sondern auch, weil es kein anderes Exemplar mit einer auch nur ansatzweise vergleichbaren Laufleistung (7480 km) auf dem Markt gibt. Für dieses Exemplar sprechen der hervorragende Originalzustand und der Fakt, dass im nächsten Jahr das H-Kennzeichen winkt. Aufgrund des vergleichsweise hohen Preises dürfte das Coupé aber vor allem für Sammler interessant sein.
Fazit
Das Fiat Coupé ist ein Auto aus der Kategorie "Man liebt es oder man hasst es". Bis heute polarisiert sein Design, doch inzwischen haben auch Youngtimer-Fans den besonderen Reiz des Fiat entdeckt. Noch gibt es Exemplare zum kleinen Preis – dieses hier gehört allerdings nicht dazu, dürfte dafür aber aktuell das wohl beste erhältliche sein.
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