Ferrari F50 (1995) von Ralph Lauren wird versteigert
Ralph Laurens Ferrari F50 soll Rekordpreis erzielen

Bild: Jorge Guasso / Courtesy Of RM Sotheby´s
1967 startete Ralph Lauren mit einem Kredit sein Unternehmen Ralph Lauren Corporation. Knappe 60 Jahre später macht sein Mode-Imperium mit mehr als 20.000 Mitarbeitern Milliardenumsätze.
Einen kleinen Teil des Geldes investierte der amerikanische Designer in Autos, denn der mittlerweile 86-Jährige ist ein passionierter Petrolhead mit einer beeindruckenden Sammlung!
Eines seiner ehemaligen Autos – ein sehr seltener Ferrari F50 – wird im August im Rahmen der Monterey-Auktion vom renommierten Auktionshaus RM Sothebys versteigert. Der F50 kam 1995 als Nachfolger des legendären F40 anlässlich des 50. Firmenjubiläums auf den Markt und wurde nur 349 Mal gebaut – womit er deutlich seltener ist als der F40.
Bei seiner Präsentation war der F50 das Beste, was Ferrari damals zu bieten hatte. Der 4,7 Liter große V12-Saugmotor ist in seinen Grundzügen von einem Formel-1-Motor abgeleitet, der bis 1993 zum Einsatz kam. Für den Straßenverkehr wurde die Maximaldrehzahl von irrwitzigen 15.000 auf maximal 8500 U/min reduziert, gleichzeitig wurde der Hubraum von 3,5 auf 4,7 Liter erhöht. Das Ergebnis sind 520 PS und ein maximales Drehmoment von 471 Nm. Von 0 bis 100 km/h beschleunigt der F50 in 3,9 Sekunden, der Topspeed wird mit 325 km/h angegeben.

Der Ferrari F50 war in den fünf Farbtönen "Rosso Corsa", "Rosso Barchetta", "Giallo Modena", "Nero" und "Argento Nürburgring" erhältlich. Von den 349 gebauten Exemplaren waren nur 31 gelb lackiert.
Bild: Jorge Guasso / Courtesy Of RM Sotheby´s
Gelb ist selten beim F50
Bei nur 349 gebauten Exemplaren ist jeder F50 ein Sammlerstück – doch dieser gelbe F50 ist etwas ganz Besonderes: Ab Werk war der F50 lediglich in Rot, Gelb, Schwarz und Silber bestellbar. Ein Großteil der Kunden entschied sich für die Farbe "Rosso Corsa", also Ferrari-Rot. Von den 55 in die USA gelieferten F50 wurden lediglich zwei in "Giallo Modena" bestellt. Eines der beiden gelben Exemplare wurde am 14. Juni 1996 an seinen Erstbesitzer Ralph Lauren ausgeliefert, der den Ferrari für die nächsten gut sieben Jahre behielt und in regelmäßigen Abständen auch fuhr.
Laut der vollständigen Dokumentation wurde der F50 im Mai 2003 mit umgerechnet rund 5300 Kilometern von einem Händler übernommen, der ihn noch im selben Jahr verkaufte. In den frühen 2000er-Jahren war der F50 auf einigen Events in den USA zu Gast, ehe er von der Bildfläche verschwand. Der letzte öffentliche Auftritt des F50 mit der Fahrgestellnummer ZFFTG46A2S0104798 datiert aus dem Jahr 2009.

Das Foto ist ein subtiler Hinweis auf den prominenten Erstbesitzer dieses Ferrari F50: Modedesigner Ralph Lauren ("Polo by Ralph Lauren").
Bild: Jorge Guasso / Courtesy Of RM Sotheby´s
Unter 9000 Kilometer auf dem Tacho
Seitdem wurde der F50 von seinem Zweitbesitzer als Highlight seiner Sammlung genossen und nur ganz selten bewegt. Das erklärt auch, warum 29 Jahre nach der Auslieferung umgerechnet gerade mal 8628 Kilometern auf dem Tacho stehen hat.

Kaum zu glauben, dass der F50 ab diesem Jahr in Deutschland ein H-Kennzeichen tragen könnte.
Bild: Jorge Guasso / Courtesy Of RM Sotheby´s
Kein Wunder, dass der Ferrari sich praktisch im Neuwagen-Zustand befinden soll. Über die Jahre wurde er penibel gepflegt und regelmäßig gewartet – alles fein säuberlich dokumentiert. Erst Ende 2024 wurde ein umfangreicher Service bei Ferrari Central Florida durchgeführt, bei dem neben der Wartung auch die Tanks erneuert und die Bremsen sowie die Reifen getauscht wurden.
So viel könnte der F50 bringen
Angeboten wird der F50 mit dem prestigeträchtigen Ferrari Classiche-Zertifikat, das direkt über Ferrari angefordert und bei erfolgreicher Prüfung herausgegeben wird. Pünktlich zum 30. Jubiläum des Ferrari F50 wird hier ein Exemplar angeboten, das nicht nur durch eine seltene Farbe, den sehr guten Zustand und die extrem niedrige Laufleistung besticht – es hat zudem einen prominenten Erstbesitzer.
Vor diesem Hintergrund scheint der angegebene Schätzpreis von umgerechnet 5,5 bis 6,4 Millionen Euro nicht überzogen. Während F50-Modelle noch vor einigen Jahren vereinzelt für 1 bis 1,5 Millionen Euro angeboten wurden, sind die Preise in den letzten drei bis vier Jahren regelrecht explodiert. Auktionsergebnisse von mehr als vier Millionen Euro sind mittlerweile die Regel – und das bei roten Exemplaren mit höherer Laufleistung, die nicht einem Prominenten wie Ralph Lauren gehört haben.
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