Alle zwei Jahre – bei Neuwagen sind es drei – muss ein Auto zur Hauptuntersuchung (HU) bei einer Überwachungsorganisation wie TÜV, DEKRA und Co. Bei dieser Pflichtveranstaltung werden alle Fahrzeuge auf ihre Verkehrssicherheit überprüft. Hier erfahren Sie, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, wer die Plakette vergibt und was einem droht, wenn der HU-Termin nicht eingehalten wird!

TÜV-Kosten 2022

Die Gebühren für die HU können sich je nach Prüforganisation und Bundesland geringfügig unterscheiden. Beim TÜV SÜD etwa betragen die Kosten für die HU derzeit 89 Euro für Pkw – inklusive Abgasuntersuchung werden 133,90 Euro fällig (Preise in Nordrhein-Westfalen, Quelle: TÜV SÜD). Für Motorräder sind es 54 Euro bzw. 76 Euro inklusive Abgasuntersuchung.
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Die Abgasuntersuchung (AU) kann übrigens unabhängig von der Hauptuntersuchung durchgeführt werden. Auch in diesem Fall sind Prüforganisationen wie TÜV, DEKRA, KÜS, aber auch zertifizierte Werkstätten die richtigen Ansprechpartner. Der HU-Termin muss dann innerhalb von zwei Monaten nach der (bestandenen) AU stattfinden. Die AU-Bescheinigung wird einfach bei der Hauptuntersuchung vorgelegt. Wird die Frist zwischen AU und HU überschritten, ist die AU ungültig und muss im Zusammenhang mit der HU wiederholt werden.

Kosten für die Nachuntersuchung 

Gibt es bei der Hauptuntersuchung aufgrund erheblicher Mängel keine Plakette, hat der Besitzer einen Monat Zeit, die Defekte beheben zu lassen und das reparierte Fahrzeug bei der Nachuntersuchung vorzustellen. Diese kostet dann durchschnittlich 15 bis 20 Euro, auch hier variieren die Preise je nach Bundesland und Prüforganisation.
Empfehlenswert ist es, den Termin für die Nachuntersuchung rechtzeitig anzumelden. Denn wer sich mehr als einen Monat Zeit lässt, der muss die gesamte Hauptuntersuchung erneut durchführen lassen und auch die gesamten Gebühren abermals zahlen. Eine Verlängerung der einmonatigen Frist zur Nachuntersuchung ist nicht möglich.
Wo die Nachuntersuchung durchgeführt wird, lässt sich frei entscheiden. Es muss nicht die Prüfstelle sein, wo die Hauptuntersuchung durchgeführt wurde. Und was passiert, wenn das Fahrzeug die Prüfer auch in der Nachprüfung nicht überzeugt? In diesem Fall kann die Nachuntersuchung innerhalb von vier Wochen erneut wiederholt werden.

Kosten für die Änderungs- oder Einzelabnahme

Wird das Fahrzeug nach eigenen Wünschen und Vorstellungen (über die vom Fahrzeughersteller angebotenen Extras hinaus) angepasst oder umgebaut, erfordert jede Änderung eine Genehmigung. Andernfalls erlischt die Betriebserlaubnis, und das Fahrzeug ist nicht mehr für den Straßenverkehr zugelassen.
Um sich die Änderungen genehmigen zu lassen, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder die Änderungs- oder die Einzelabnahme. Die Änderungsabnahme ist die unkompliziertere und günstigere Variante. Voraussetzung: Man verfügt über ein Prüfzeugnis – also ein Teilegutachten, eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder eine EG-Typgenehmigung.
Wer beispielsweise eine Sportauspuffanlage einbaut, der erhält beim Kauf ein Teilegutachten, das bei der Abnahme in einer anerkannten Prüforganisation (DEKRA, KÜS, GTÜ, TÜV) vorgelegt wird. Dadurch erhält man das für die Zulassungsstelle benötigte Dokument. Nur dann wird die Änderung in die Papiere eingetragen. Die Kosten sind vom Einzelfall abhängig, in der Regel werden für eine Änderungsabnahme 30 bis 50 Euro fällig.
Die zweite Variante ist umgangssprachlich als Einzelabnahme, Sonderabnahme oder Vollabnahme bekannt. Die amtliche Bezeichnung lautet "Begutachtung nach Paragraf 21". Diese Abnahme darf nur ein amtlich anerkannter Sachverständiger durchführen, in den meisten Fällen führt der Weg zum TÜV, manchmal auch zur DEKRA.
Eine Begutachtung ist dann nötig, wenn kein gültiges Prüfzeugnis vorliegt. Dann wird vom Sachverständigen ein Gutachten erstellt, mit dem man anschließend bei der Zulassungsstelle eine neue Betriebserlaubnis für das gesamte Fahrzeug erhält. Weil das Fahrzeug komplett auf geltendes Recht geprüft wird, ist der Umfang und somit letztlich auch die Rechnung deutlich höher. Nicht selten beträgt diese mehrere Hundert Euro.

TÜV in der Werkstatt 

Die Hauptuntersuchung muss nicht zwingend vor Ort bei einer der Überwachungsorganisationen erfolgen. Akkreditierte Werkstätten bieten die HU und AU ebenfalls an. Ein Vorteil der zertifizierten Werkstätten ist, dass sich dort festgestellte kleinere Schäden noch vor der Abnahme eines amtlich anerkannten Prüfers beheben lassen.
Wer dagegen direkt zur Prüforganisation fährt, der hat im Zweifel das Risiko des höheren Kosten- und Zeitaufwands, falls die Plakette doch nicht erteilt wird.

TÜV überziehen: Was kann passieren?

Wer den HU-Termin nicht einhält, der muss mit zusätzlichen Kosten rechnen. Gerät man in eine Verkehrskontrolle, drohen ein Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.
Auch wenn der Terminverzug von der Polizei unbemerkt bleiben sollte, fallen spätestens bei der Hauptuntersuchung möglicherweise zusätzliche Kosten an. Denn die Prüforganisationen sind verpflichtet, bei einem Verzug von mehr als zwei Monaten eine "erweiterte Prüfung" durchzuführen, wodurch sich TÜV-Kosten um 20 Prozent erhöhen.

Tipps: Geld sparen bei den TÜV-Kosten

Um Geld zu sparen, ist es sinnvoll, vorab die regionalen Preise für die HU und die AU bei verschiedenen Organisationen zu vergleichen. Wer Defekte an seinem Wagen befürchtet, der kann sein Auto vorher in der Werkstatt seines Vertrauens überprüfen lassen.
So können die Gebühren für die Nachprüfung vermieden werden. Neben dem Preisvergleich lässt sich aber auch mit etwas Vorarbeit Zeit sparen. So kann jeder beispielsweise die Profiltiefe der Autoreifen oder auch den Zustand der Frontscheibe selbst kontrollieren.

Diese Dinge können Sie selbst schon vor dem TÜV-Termin überprüfen:

Allgemein

Pfeil
- Fahrzeugschein und ggf. weitere Unterlagen einpacken (Nachweis einer Änderungsabnahme, Allgemeine Betriebserlaubnis)
- Autokennzeichen ist gut lesbar und befestigt
- Fahrzeug-Identifikationsnummer stimmt mit denen in den Papieren überein
- Tachometer funktioniert 
- Verbandskasten ist vorhanden und das Haltbarkeitsdatum gilt
- Warndreieck und Warnweste sind an Bord

Scheiben und Spiegel

Pfeil
- Frontscheibe ist unbeschädigt
- Zustand der Scheibenwaschanlage und Scheibenwischern ist gut
- Rückspiegel sind intakt

Beleuchtung und elektrische Ausrüstung

Pfeil
- Leuchten und Kontroll-Leuchten funktionieren
- Keine Fehlermeldungen zu elektronischen Fahrdynamik-Systemen
- Reflektoren und Scheinwerfer sind in Ordnung 
- Leuchtweitenregelung funktioniert
- Alle Lampen leuchten 
- Batterie ist fest verankert und in einem guten Zustand
- Hupe und Heizgebläse funktionieren

Lenkung

Pfeil
- Lenkung funktioniert geräuschlos, und das Lenkspiel ist gering
- Lenkung ist beim Einschlag leichtgängig und zielgenau

Bremsen

Pfeil
- Bremsen sind freigängig
- Handbremse rastet sicher ein und lässt sich leicht wieder lösen
- Bremsanlage ist dicht
- Bremsflüssigkeitsstand stimmt

Räder und Reifen

Pfeil
- Mindestprofiltiefe beträgt mindestens 1,6 Millimetern 
- Reifen sind gleichmäßig abgefahren
- Reifen weisen keine Schäden wie Beulen oder Risse auf
- Vorgegebene Laufrichtung der Reifen stimmt
- Felgen ohne Schäden und sicher befestigt

Antrieb, Fahrgestell und Aufbau

Pfeil
- Rahmen oder tragende Teile sind nicht durchgerostet
- Kraftstoffleitungen und -schläuche sind dicht

Abgas und Geräuschverhalten

Pfeil
- Auspuff ist dicht und richtig befestigt
- Es blinken keine Warn- oder Kontrollleuchten
- Es kommt kein blauer Rauch oder Ruß aus dem Auspuff
Quelle: TÜV Süd

TÜV-Kosten für Anhänger

Auch Autoanhänger müssen in regelmäßigen Abständen überprüft werden. So muss ein Anhänger bis 0,75 Tonnen oder ohne eigene Bremsleistung 36 Monate nach der ersten Zulassung und anschließend in zweijährlichen Abständen zur HU. Geprüft werden auch hier die Profiltiefe, das Alter sowie der Zustand der Reifen.
Licht, Blinker, Rückscheinwerfer und die Kennzeichenbeleuchtung müssen funktionieren, es darf kein Rost am Rahmen oder Löcher im Ladeboden sein. Ist eine Plane vorhanden, muss diese frei von Löchern und Rissen sein. (HU und AU: Diese Dinge werden geprüft!)

Von

Adele Moser