Golf machte den Klassenunterschied in den 70er- und 80er-Jahren. Mancher hatte sicher eine Chance, in einem Traumcoupé mitzufahren, als es noch seinen typischen Neuwagen-Duft verströmte. Golf spielen war in den 70er-Jahren viel teurer als Golf fahren und unsere etwas andere Golf-Klasse elitär gestrickt. Gebaut für Menschen, die sich gern zum Einlochen auf dem Grün trafen und auch sonst im Leben einen einfachen Geschmack teilten: immer nur das Beste. Ein teurer Spaß. Ein BMW 635 CSi parkte 1978 für beeindruckende 54.000 D-Mark in der Preisliste. Jaguar und Mercedes kosteten 54.476 und 68.365 D-Mark. Für den roten Porsche 928 S kassierte der Händler 1979 stolze 75.750 D-Mark. Viel Geld. Aber die süßen Früchte sollten ja etwas höher hängen, damit nur die großen Tiere ... Ein kleines Zahlenspiel zur Verdeutlichung, wie unerschwinglich diese Coupés waren: Für einen 928 S hätte man sieben VW Golf kaufen können, zusammen 350 PS stark – der Porsche "nur" 300. Die großen Tiere handelten also ein schlechtes Geschäft ein. Aber lachen wir nicht zu früh, die Zeiten ändern sich. Heute treffen sich Golf-Fahrer auf dem Grün zum Einlochen oder parken als Hobby in der Garage Jaguar XJ, 6er-BMW, 450er-Benz oder Porsche 928. Denn die sind billiger als (ein) Golf.

Es geht auch günstiger: Klassische Coupés bis 10.000 Euro


Fazit

von

Andreas Borchmann
1046 PS verteilt auf vier Autos – da bekommt man ganz schnell dieses spezielle Kribbeln im Bauch. Der Porsche entscheidet ein Kapitel für sich, der Jaguar auch. Sie sind die Extremisten. Supersportlich der 928 S, extra komfortabel der XJ 5.3 C. Den Vergleich gewinnen aber BMW und Mercedes. Zugegeben: Das Ergebnis ist knapp. Doch 635 CSi und 450 SLC 5.0 leisten sich keine Schwächen, sammeln mehr Punkte auf ihrem Konto.

Von

Andreas Borchmann