VW Golf 3 Harlekin: Klassiker des Tages
Das ist der Harlekin-VW, den bei uns kaum jemand kennt
Europäische VW-Liebhaber kennen den VW Polo Harlekin. Aber wie sieht es mit dem Golf 3 Harlekin aus? AUTO BILD KLASSIK hat das Sondermodell aufgespürt.
Der VW Polo Harlekin ist nicht der einzige skurrile bunte Vogel, den Volkswagen Mitte der 90er-Jahre gebaut hat. Als die Nachfrage nach dem Polo 6N mit den vielen verschiedenen Karosserieteilen bei uns 1995 größer war als erwartet, entschied sich VW, auch ein Harlekin-Modell für den amerikanischen Markt aufzulegen.
Dieser Gebrauchtwagenhändler ist Harlekin-Fan
Ein Gebrauchtwagenhändler aus Belmont (US-Bundesstaat New Hampshire) wurde Fan des Golf 3 Harlekin. 1997 kaufte sich Ross Cupples seinen ersten Golf Harlekin und war bereits nach kurzer Zeit so von dem bunten Auto begeistert, dass er beschloss, sich alle vier Versionen zuzulegen.
Vier Versionen deshalb, weil der Golf Harlekin (wie der Polo auch) immer eine Basisfarbe hat. Die Karosserie ist entweder grün, gelb, rot oder blau. Von außen sieht man das am Schweller, an der C-Säule und am Dach. Alle anderen Karosserieteile von der Frontstoßstange bis zur Heckklappe sind angeschraubt und daher in anderen Farben lackiert.
Sie wurden jedoch nicht nach dem Zufallsprinzip zugeordnet. Die Türen haben an beiden Seiten des Autos zum Beispiel die jeweils gleiche Farbe. Zu einer Basisfarbe gehören immer eine Motorhaube und vordere Türen in einer bestimmten Farbe. Ähnliches gilt für die hinteren Türen und die hintere Stoßstange. Innen wartet die "Joker"-Innenausstattung. Sie beinhaltet alle vier Farben.
VW USA beschreibt den Entstehungsprozess des Golf Harlekin als sehr aufwändig, weil sämtliche geschraubten Karosserieteile manuell angebaut werden mussten. Das dürfte ein wichtiger Grund für die überschaubare Anzahl an gebauten Fahrzeugen sein.
Mit manuellem Getriebe hat so ein VW Golf Harlekin neu etwa 13.000 Dollar (nach aktuellem Kurs knapp 12.000 Euro) gekostet. Laut Ross Cupples bewegen sich die heutigen Preise nur knapp darunter. Hier geht es zu Cupples' Harlequin-Registry.
Deshalb kam es zum VW Golf Harlekin
VW stellte den Polo Harlekin 1994 vor. Die Wolfsburger wollten für das Baukastensystem des Polo 6N Werbung machen und bauten deshalb auf die Idee einiger Azubis hin 20 Polo Harlekin.
Diese Promo-Fahrzeuge fanden aber so viele Fans, dass VW ab 1995 erst 1000 Polo Harlekin produzierte. Am Ende rollten sogar 3806 Exemplare vom Band, die bis heute eine treue Fangemeinde haben. Seine persönliche Farbkombination wählen konnte kein Käufer damals. Für 22.795 Mark musste er (oder sie) nehmen, was kam.
Die ursprüngliche Idee, einen VW aus vielen bunten Karosserieteilen zusammenzuschrauben, ist VW USA zufolge tatsächlich noch deutlich älter. Demnach warb der Konzern bereits 1964 mit einem Käfer "Harlekin" dafür, wie leicht sich die Karosserieteile am Wolfsburger Krabbeltier tauschen ließen.
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