Marktanalyse Porsche: Elfer-Preise völlig abgehoben

Marktanalyse 911 und andere klassische Porsche

— 16.09.2016

Porsche werden immer wertvoller

Der Markt für klassische Porsche ist erhitzt. Eine Blase? Doch die Preise für den 911 und seine schnellen Brüder streben weiter nach oben. Marktanalyse!

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'Porsche-Klassiker immer teurer: Ihre Meinung?'

Wer im Frühjahr über eine der großen Old­timermessen schlenderte, kam sich bisweilen wie in einem Porsche-Verkaufsraum vor. Das Angebot an klassischen 911 war riesig. Und immer noch drängen viele vollrestaurierte Elfer auf den Markt. Nur bei den aufgerufenen, gipfelstürmenden Prei­sen fragen sich viele: Wie soll das noch weitergehen? Der Variantenreichtum bei Deutschlands Sportwagen-Iko­ne Nummer eins macht pauschale Prognosen schwierig. Marius Bru­ne vom Marktbeob­achter Classic Data glaubt im Gegensatz zu vielen anderen jedoch nicht an eine Blase: "Die Preise werden weiter steigen, wenn auch nicht ganz so stark wie zuletzt."

Gebrauchtwagensuche: Porsche 911

Alle Porsche-Modelle legen an Wert zu

629 Prozent Wertzuwachs in zwei Jahren. Der 959 zeigt eindrucksvoll, dass der Markt nicht rational arbeitet.

Die Händler, so sein Eindruck, "loten aus, was geht". Wie viel tatsächlich gezahlt wird, bleibt zwar meist im Dunkeln, aber offenbar bleiben nur wenige Elfer stehen. Und selbst wenn der Verhandlungsspielraum fünfstellig ist, ändert das nichts an den heftigen Preisen: 180.000 Euro für einen 964 RS, 170.000 für einen 911 Speedster. Die Liste solcher Preisvorstellungen läßt sich fortsetzen. Selbst bei vergleichsweise jungen 911 erreicht der Wertzuwachs zuletzt atemberau­bende Dimensionen. So stie­gen die Preise für die letzte luftgekühlte Baureihe 993 seit 2013 um mehr als 20.000 Euro; Top-Autos kosten mittlerweile über 60.000 Euro. Auch der lange ungelieb­te Vorgänger 964 ist bei den Elfer-Fans stark im Kommen, und wird entsprechend teurer.

Porsche 911 (996) - der günstigste Elfer

Porsche 911 (996): pures Sportwagen-Feeling und attraktives Preisniveau.

Der von 1997 bis 2005 produzierte Typ 996 ist aktuell klar die günstigste Möglichkeit, einen 911 zu fahren. Als erster Porsche 911 hatte der 996 nicht nur einen wassergekühlten Boxermotor, er war auch noch technisch eng mit dem günstigen Einsteigermodell Boxster 986 verzahnt. Aktuell starten die Angebote bei unter 15.000 Euro. Gepflegte Exemplare mit Scheckheft beginnen bei rund 25.000 Euro. Und auch der 996 wird kurz über lang seinen Platz in der Klassiker-Szene finden. Die ältesten 996 auf unseren Straßen werden bereits in diesem Jahr 20 Jahre alt, also dauert es nur noch gut zehn Jahre bis zur Zuteilung des H-Kennzeichens.

Klassische Porsche 911 im Vergleichstest

Porsche 911 2.0 Porsche 911 Turbo 3.3 Porsche 911 T

924 und 944 mit Glück noch vierstellig

Der Günstigste: 10.600 Euro kostet ein 944 Coupe. Die Preise steigen aber auch hier.

Einen günstigen Einstieg ins Porsche-Vergnügen ermöglichen auch wie vor die Frontmotor-Modelle 924 und 944. Sie sind die einzigen Por­sche, die mit Glück noch zu vierstelligen Preisen zu haben sind. Gute, originale 924 haben allerdings mit dem lange etwas teureren 944 gleichgezogen. Für Ren­ditejäger eignen sich diese "Volksporsche" zwar weniger, dazu ist der Wertzuwachs zu gering. Aber wer Fahrspaß sucht, könnte mit einem Transaxle-Porsche glücklich werden. Interessenten sollten nicht mehr lange fackeln: Was die Preise angeht, arbeitet die Zeit auch hier lang­fristig gegen sie.

Ein Blick auf die Marktpreise für klassische Porsche, vom 911 bis zum 928.

Preis-Check Porsche: Elfer-Preise abgehoben

Autoren: Martin G. Puthz, Matthias Techau

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