Mercedes C 56 von Carlsson: Klassiker des Tages
Einzigartige Mercedes C-Klasse mit V8 und 380 PS
Der Mercedes C 56 ist ein absolutes Einzelstück: Die Tuner von Carlsson packten einen E-Klasse-V8 in einen C 180 und bohrten ihn auf 5,6 Liter auf. Ergebnis: 380 PS!
- Julian Rabe
Im Jahr 1995 kam die stärkste Variante der Mercedes-C-Klasse von AMG auf den Markt und hieß C 36. Ein Sechszylinder mit 3,6 Litern Hubraum und 280 PS – mehr gab's nicht. Acht Zylinder in der C-Klasse? Fehlanzeige.
Bis die Benz-Tuner von Carlsson kamen und einen mächtigen E-Klasse-V8 in einen schmalen C 180 Sport pflanzten. Der 4,2 Liter große M119-Motor stammte aus einem Mercedes E 420 der Baureihe W 124, dessen Innenraum ausgebrannt war, während der C 180 gerade frisch vom Band lief.
Die Carlsson-Spezialisten bohrten den M119 auf gewaltige 5,6 Liter auf, der nun satte 380 PS leistete. Der Mercedes C 56 Carlsson war geboren.
Der C 56 Carlsson ist ein richtig teurer Umbau
Carlsson präsentierte das Fahrzeug auf der IAA 1995 in Frankfurt der Weltöffentlichkeit. Der Umbau war so faszinierend wie teuer. Die Tuner aus Saarlouis modifizierten neben dem Motor auch Technik, Innenraum und Karosserie der C-Klasse. AUTO BILD liegt eine Liste der Umbauten vor, die Carlsson am C 56 vornahm.
Kostete das Basisfahrzeug, der C 180 Sport, schon 66.717 Mark (umgerechnet 34.111 Euro), verschlang der komplette Umbau zusätzlich satte 134.981 Mark (rund 69.000 Euro). Die Entstehung des C 56 war der Firma insgesamt 201.698 Mark (103.126 Euro) wert!

Besondere C-Klasse: Der C 56 glänzt mit Chromfelgen und Doppelrohrauspuff aus Edelstahl.
Bild: Privat
Das neue Aerodynamikpaket (Frontspoiler, Seitenschweller, Heckschürze) kostete rund 5000 Mark, die Sportbremsen und die Auspuffanlage aus Edelstahl mit Kat insgesamt 10.000 Mark. Zudem wurde ein Sportfahrwerk eingebaut, das Interieur mit Vogelaugen-Ahorn-Holz aufgewertet.
Der neue Tacho reicht bis Tempo 300. Das ist auch nötig, denn die tatsächliche Höchstgeschwindigkeit des C 56 soll bei 279 km/h liegen.
Die Carlsson-C-Klasse wäre fast ein Polizeiauto geworden
Der aktuelle Besitzer kaufte den Wagen 2017 mit nur 82.000 Kilometern. 2002 bis 2004 war das Auto im Besitz des Zolls, der hatte ihn aufgrund von Steuerschulden des früheren Besitzers eingezogen. Die Beamten überlegten damals wohl, den Wagen zu einem Video-Fahrzeug der Autobahnpolizei umzubauen.
Dieses Vorhaben wurde nicht umgesetzt, und so ist diese einzigartige C-Klasse heute wieder in Privatbesitz. Was sie wert ist? Das mochte der Besitzer gegenüber AUTO BILD nicht schätzen.
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