Ford Mustang Boss 302: Klassiker des Tages
Boss 302: der Mustang für die Rennstrecke
Der Ford Mustang Boss 302 wurde als Rennwagen für die Straße konzipiert. Wehe dem, der den Brutalo-Ami von der Kette lässt. Klassiker des Tages.
Mit dem Facelift von 1968 wuchs der Ford Mustang vom Pony Car zum waschechten Muskelauto heran.
1969 kam der Mustang Boss 302. Und der konnte etwas bis dahin völlig Unbekanntes: Drehen und um die Kurven fetzen wie ein Rennauto.

Wer hinter dem Steuer bestehen will, muss kräftig hinlangen und schnell schalten.
Bild: Christian Bittmann
Niemals unkundige Fahrer ans Lenkrad des Boss 302 lassen!
Eigentlich sollte der 69er Mustang Boss 302 mit einem Warnhinweis kommen: Nicht für Anfänger geeignet! Gemütlich gecruist wird mit anderen Autos. Die Federn im Boss sind härter, die Federbeindome verstärkt, die hintere Starrachse hat zwei Stoßdämpfer pro Seite.
Das Highlight des bösen Wagens ist aber der 4,9 Liter große V8-Smallblock mit rund 290 PS. Nicht, weil er exorbitant viel Leistung hätte. Sondern, weil er bis 6150 Touren drehzahlfest ist und spielend leicht in diese Regionen dreht!
Der V8 ist ein wutschnaubendes Tier, das den Wagen schneller auf illegale Geschwindigkeiten bringt, als es dem Fahrer lieb sein kann. In 9,2 Sekunden rennt dieser klassische Mustang von 0 auf 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt jenseits der 200 km/h. Fahrfehler jeder Art begeht man da besser nicht.

Der Motor des Boss ist kein blubbernder Kraftprotz, sondern ein bis 6150 Touren drehzahlfester Rennmotor.
Bild: Christian Bittmann
Das A und O beim Renn-Mustang: Viel schalten!
Das ideale Revier für den Boss 302 sind schön gewundene Landstraßen mit vielen Kurven. Da kann er sich bei jedem Herausbeschleunigen nach Herzenslust in ein Inferno aus Drehzahlen brüllen.
Der erste Gang ist lang übersetzt. Dann folgen drei weitere, die erstaunlich nah beieinander liegen. Der Hurst-Schalthebel sollte mit wissender Hand geführt werden. Faustregel: Je öfter, desto besser. Denn der Lastwechsel kommt so heftig wie der Haken eines Profiboxers.
Wer den wilden Gaul halbwegs sanft einfangen will, verlässt sich besser rechtzeitig auf die Motorbremse.
Grund dafür, die böse Seite des Mustang nach außen zu kehren, war die Popularität der US-Rundstreckenmeisterschaft Trans Am Ende der 60er-Jahre. 1628 Boss 302 entstanden zur Homologation. Wer heute einen Ford Mustang Boss 302 kaufen will, muss Geduld haben. Originale werden selten angeboten. Steht mal einer zum Verkauf, können schon mal bis zu 100.000 Euro fällig werden.
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