Mercedes AMG 300 CE 6.0: Klassiker des Tages
Brachialer Breitbau-Benz mit 385 PS
AMG nannte ihn schlicht den "Hammer": 385 PS aus sechs Liter Hubraum, 289 km/h schnell, 335.550 Mark teuer. Das war 1988. Heute ist der AMG 300 CE 6.0 unser Klassiker des Tages!
- Matthias Techau
Sein Spitzname ist der "Hammer". Aus gutem Grund. AMG verbaute in ein elegantes Mercedes E-Klasse Coupé der 124er-Baureihe einen getunten V8-Motor mit sechs Liter Hubraum und 550 Newtonmeter Drehmoment. Wow!
Der Hammer gibt sich wenig dezent. Ein geschwärzter, plakettenloser Grill und ausladende Spoiler verleihen der ansonsten grazilen Karosserie des W 124 ein düsteres und bedrohliches Aussehen. Zwei kantige Zusatzscheinwerfer lassen sein bekanntes Gesicht massiv erscheinen. Die Kotflügel wurden mit Beplankungen nach außen gezogen, sodass 17-Zoll-Felgen mit Tiefbett Platz fanden.

Die Ledersitze sind voll elektrische Sportstühle von Recaro. Der Seitenhalt ist vorbildlich.
Bild: Tom Wood ©2019 Courtesy of RM Sotheby's
Das Heck ziert ein aufgeklebter Spoiler mit einer geänderten Abrisskante. Der Grundmotor (M 117) stammt von der S-Klasse, der Zylinderkopf wurde von AMG verfeinert. Anstelle von zweien sorgen vier Ventile für besseren und schnelleren Gasaustausch.
Topspeed des AMG: 289 km/h
Der Achtzylinder mit 385 PS grollt zornig und bringt den AMG in 6,0 Sekunden auf Tempo 100. Eine elektronische Abregelung bei 250 km/h war beim Hammer nicht vorgesehen – und so läuft er respektable 289 km/h.

Dunkler Dämon: schwarzer Grill, zwei Zusatzscheinwerfer und ausladende Spoiler.
Bild: Tom Wood ©2019 Courtesy of RM Sotheby's
Dreistufige Dämpfung schon 1988 einstellbar
Dem Anspruch folgend, einem Reisewagen sportwagenähnliche Fahrleistungen zu verleihen, installierte AMG schon 1988 eine elektronische Fahrwerksregulierung, die sowohl niveauregulierend als auch dämpfend wirkt. Drei Stufen sind wählbar, doch selbst die weichste ist immer noch hammerhart.
So heftig wie der Preis anno 1988: stolze 335.550 Mark. Etwa 100.000 Mark teurer als der Ferrari Testarossa. Insgesamt wurden nur zwölf Exemplare vom "Hammer" gebaut, doch für AMG zahlte er sich aus. Mit dem modifizierten V8 im W 124 feierte die damals noch recht kleine Tuningschmiede ihren Durchbruch in den USA.
Auch Mercedes schaute nun aufmerksamer auf den kleinen Veredler aus Affalterbach, der seit 2005 zu Daimler gehört.
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