Opel Diplomat B: Klassiker des Tages
Der Diplomat B war ein echt imposanter Opel
An der Spitze der großen Wagen von Opel stand einst der Diplomat B – mit Corvette-V8, staatstragendem Auftritt und beeindruckender Fahrdynamik!
Der Opel Diplomat B V8 hatte alles, was es 1969 zum Erfolg in der Oberklasse brauchte: einen sanft grollenden Achtzylinder, den Auftritt einer Staatskarosse und die feine Dynamik seiner aufwendig konstruierten De-Dion-Hinterachse.
Ein echter Gegner für die Mercedes S-Klasse wurde er trotzdem nicht. Dafür eine Ikone, die stellvertretend für die goldenen Zeiten des Rüsselsheimer Autobaus steht. Und unser Klassiker des Tages!

Corvette-Technik: Unter der Diplomaten-Haube brabbelt der 230 PS starke 5,4-Liter-Motor des Ami-Sportlers.
Bild: Christian Bittmann
Entwickelt wurde das Aggregat für die Sportwagen-Ikone Chevrolet Corvette. Nachdem die Opelaner beim Vorgänger Diplomat A V8 mit der Langlebigkeit eines US-Aggregats gemischte Erfahrungen gemacht hatten, musste dieses Mal ein Sportwagenmotor her. Der war für höhere Drehzahlen ausgelegt und hielt den Autobahnfahrten der deutschen Kunden stand.
Der Clou des Diplomat B ist dennoch seine De-Dion-Hinterachse. Unter dem Auto hängt anstelle einer schweren Starrachse ein leichtes Achsrohr mit den Bremsen, das Differenzial ist am Wagenboden festgeschraubt. Daraus resultieren eine Straßenlage und eine präzise Reaktion auf Lenkbefehle, die zur Zeit des Diplomat ihresgleichen suchten und bis heute die Fahrer verblüffen. Doch schon 1977 endete die Bauzeit des Diplomat B.
Im Diplomat gibt es Komfort wie in Omas guter Stube
Der Innenraum zeigt den Zeitgeist der frühen 70er-Jahre. Dazu gehören Rundinstrumente, Holz-Imitat, schwarzer Kunststoff und Plüsch-Velours in knalligen Farben. Der Sitzkomfort gleicht dem auf dem Sofa in Omas guter Stube.

Die Einrichtung ist so bequem wie Omas Sofa. Dazu kommt der skurrile Zeitgeist der 70er-Jahre.
Bild: Christian Bittmann
Am besten genießt man hinterm Steuer den dezent brabbelnden V8, lässt sich vom sanften Schub der Dreigang-Automatik in die Einzelsitze drücken und cruist von dannen. Wenn der Gasfuß juckt, braucht man den Achtzylinder bloß kurz zu kitzeln: Dann hebt sich der Vorderwagen aus den Federn, bei 80 km/h legt sich die zweite Fahrstufe ein, nach neun Sekunden ist der mächtige Diplomat auf hundert Sachen.
Wer auf der Suche nach einem Diplomat B V8 ist, der sollte genau hinsehen. Gute Autos kosten! Optik-Tuning ist beliebt und verfeinert den Wagen in vielen Fällen. Unsachgemäßes Basteln kann aber zu unvorhergesehenen Kosten führen. Über Foren, Klubs und ähnliche Quellen sind Teile relativ problemlos zu beziehen, jedoch nicht immer für kleines Geld.
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