Ende der 80er wollte die DDR den Trabi modernisieren, ein Viertaktmotor von VW sollte der Rennpappe frische Kraft für ein weiteres Produktionsjahrzehnt geben. Doch mit der DDR war es 1989 vorbei, und auch der 41-PS-Motor aus dem VW Polo 86C konnte den Sachsenring  Trabant nicht vor dem Untergang bewahren.
Im Gegenteil, da die anvisierten Kunden kurz nach dem Marktstart die Möglichkeit bekamen, Westautos zu kaufen, verlachten viele die "Mumie mit Herzschrittmacher". Das ist schade, denn das Leistungsplus macht den leichten Trabi zum Spaßmobil.
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Dank Vierzylinder-Viertakt 125 km/h Höchstgeschwindigkeit

Allerdings gehört auch etwas Mut dazu, die verbesserten Möglichkeiten des Trabant 1.1 auszuschöpfen. Schließlich sitzt man wie eh und je in einer zarten Duroplast-Karosse. Doch der Kleine dankt es dem engagierten Lenker mit Fahrleistungen, für die Trabis mit Zweitakter erst aufwendig frisiert werden mussten. Regulär ist beim 1.1 eine Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h eingetragen. Den Berg hinunter schnurrt der 700 Kilo leichte "Eins Eins" runter sogar bis an 150 km/h.
Trabant 1.1
Erkennungszeichen: Der Tankdeckel im Kotflügel hinten rechts verrät den Viertakter.
Bild: Thomas Starck
Beim Zwischenspurt schiebt der VW-Motor im Vergleich zum 26-PS-Aggregat des Vorgängers nachdrücklich an. In schnellen Kurven gilt es schließlich genau aufzupassen! Lupft der Fahrer an der falschen Stelle das Gaspedal, kommt der Trabi quer.

Wie erkenne ich den Trabant 1.1 von außen?

Von außen unterscheidet sich der 1.1 vor allem in Details von seinem Vorgänger. Neben den Typenschildern am Heck und den unlackierten Plastik-Stoßstangen (das Auto auf den Bildern ist ein Vorserienmodell) sind da vor allem die Kante in der Motorhaube und der Tankstutzen im Kotflügel hinten rechts. Auch der asymmetrische Kühlergrill mit links angeordneten Luftschlitzen ist Kennzeichen des Trabi 1.1.

Was unterscheidet den Innenraum von anderen Trabis?

Auf den Vordersitzen geht es enger zu als im Zweitakter. Dafür sind die verstärkten A-Säulen und der Schalthebel in der Mitte des Fußraums verantwortlich. Was man zum Fahren braucht, ist da, alles andere nicht. Highlight im Innenraum ist das gemütliche Gestühl, auf dem man auch längere Strecken recht entspannt unterwegs ist. Man möchte bloß nicht mit dem Kopf gegen die Hartplastik-Kopfstützen knallen.
Trabant 1.1
DDR-Chic im Innenraum: Wer sich an die Einrichtung gewöhnt hat, will sie nicht mehr missen.
Bild: Thomas Starck

Auf welchen Zustand sollte man beim Trabi-Kauf achten?

Wer einen Trabi 1.1 sucht, sollte sich Zeit bei der Suche nehmen und sich idealerweise an Kenner wenden. Die haben den Sonderling längst ins Herz geschlossen. Die wichtigste Untersuchung vor dem Kauf gilt wie immer dem Rost! Korrodierte Teile des Rohrrahmens sind typisch. Zum Ausgleich macht die Technik dagegen fast nie Probleme. Kennertipp: Als besonders rar gilt der zivile Kübel Trabant 1.1 Tramp.
Die zentrale Herausforderung: Autos in gutem Originalzustand gibt es kaum. Viele Trabant 1.1 wurden in fast 30 Jahren Alltagseinsatz verschlissen. Das gilt auch für Exemplare, die nach Osteuropa gingen, etwa nach Ungarn oder Polen. Aber auch dort findet sich noch manches Exemplar, zeigt der Blick in die Autobörsen.