1987 kam der Audi S1 auf dem Zenit seiner Karriere an. Da fuhr Walter Röhrl mit einer Spezialversion beim Pikes-Peak-Rennen und besiegte nicht nur seinen Konkurrenten Ari Vatanen auf Peugeot 205 T16 E2. Er stellte einen Streckenrekord für die Ewigkeit auf.
Das Rennen "in die Wolken" (engl. Race to the Clouds) ging 1987 also in die Geschichtsbücher ein. Und nicht nur das! Walter Röhrl bewies mit dem Über-Audi, dass er in einer anderen Liga als der Rest der Motorsport-Welt unterwegs war.
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Die Strecke am 4301 Meter hohen Pikes Peak in den Rocky Mountains ist nur was für absolute Könner. Es handelt sich um einen 19,984 Kilometer langen Straßenkurs mit 156 Kurven ohne Auslaufzonen. Heute ist die Oberfläche beinahe komplett asphaltiert, 1987 war ein gutes Stück noch unbefestigt. Seit 1916 wird an diesem Berg eins der berühmtesten Rennen der Welt ausgetragen.

Wer am Pikes Peak antritt, sollte besser Auto fahren können

Die Fahrt auf den Berg hinauf ist aus unterschiedlichen Gründen eine Herausforderung. Es beginnt mit dem unebenen, wettergegerbten Belag einer durchschnittlichen amerikanischen Straße im Hochgebirge. Die Kurven sind extrem verschieden. Einige kurz vor dem Gipfel wirken auf den ersten Blick so scharf, dass man damit rechnen würde, nur in zwei Zügen herumzukommen. 
Audi S1 Pikes Peak
Das mächtige Spoilerwerk des Pikes-Peak-Audi ist alles andere als nur Zierde. Die Kraft muss ja auf die Erde.
Bild: Christian Bittmann
Dazu kommt die Sonne, die im Juni in der Gegend von Colorado Springs ausgiebig vom Himmel lacht und die Rennfahrer gerne mal frontal durch die Frontscheibe ins Gesicht blendet. Nicht zu sprechen vom Höhenunterschied, der vom Start bis zum Ziel überwunden werden muss. Oben am Berg ist die Luft so dünn, dass von den ursprünglichen 600 PS des Audi S1 Pikes Peak nur noch geschätzte 450 PS übrig waren.
Audi S1 Pikes Peak
600 PS trafen beim Spezial-Audi auf 1000 Kilogramm Gewicht. Das machte den Über-Audi zum Über-über-Audi.
Bild: Christian Bittmann

Der Audi S1 Pikes Peak war ein wildes Tier

Thema Leistung: Die war in Hülle und Fülle vorhanden. Audi hatte den eh schon brachialen Audi S1 E2 für den Pikes Peak noch mal ordentlich nachgeschärft. Der 2,1 Liter große Fünfzylinder-Turbo unter der Haube leistete heftige 600 PS. Diese mächtige Leistung traf auf gerade mal 1000 Kilogramm Fahrzeuggewicht. Vierradantrieb, eine Einspitzanlage von Bosch und KKK-Turbolader verstehen sich von selbst.
Audi S1 Pikes Peak
Drinnen geht es zu wie in jedem Rennwagen. Alles, was Gewicht auf die Waage bringt, ist nicht da.
Bild: Christian Bittmann
Die Höchstgeschwindigkeit soll bei knapp 200 km/h gelegen haben. Auf einer gewundenen Landstraße einen 4000er hinauf! Und der Topspeed ist vermutlich gar nicht das, was wirklich beeindruckt. Der Mega-Audi konnte in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Zum Vergleich: Ein Eurofighter ist nicht viel schneller. Der Kampfjet braucht 2,4 Sekunden!
Doch was wundern wir uns? Der Audi S1 Pikes Peak war schließlich der noch mal deutlich bösere Zwilling des Autos, über das Walter Röhrl selbst sinngemäß gesagt hat: "Wenn Du denkst, bist Du schon zu langsam."

So schnell war Walter Röhrl im Vergleich

Röhrl hat 1987 10:47,85 Minuten für seinen Ritt mit dem S1 auf den Pikes Peak gebraucht. Damit war der Bayer 20 Sekunden schneller als Bobby Unser ein Jahr vorher. Ari Vatanen brauchte am gleichen Tag wie Röhrl mit seinem Peugeot 10:54,83 Minuten.
Der aktuelle Rekord gehört Romain Dumas. Er bezwang den Berg 2018 im VW ID.R in 7:57.148 Minuten.
Übrigens: Wer den S1 Pikes Peak mal live sehen möchte, der hat die größte Chance im Audi-Museum in Ingolstadt. Dort genießt der Rekordwagen seinen Ruhestand und wird immer wieder ausgestellt. Seltener sind Einsätze bei Motorsport-Veranstaltungen wie dem FOS in Goodwood.
Ein monströses Auto, zugeschnitten auf das einzigartige Können des besten Rallyefahrers. Dazu knallharte Konkurrenz und bestes Wetter. Als Walter Röhrl seinerzeit in den S1 Pikes Peak stieg, waren alle Voraussetzungen für eine Legende gegeben. Und "der Walter" lieferte ab, war nicht einfach schneller als alle anderen Teilnehmer, sondern pulverisierte schlicht den bestehenden Rekord.