Im Jahr 1996 fuhr ein schwarz-weißer Opel Calibra ins kollektive Gedächtnis der europäischen Rennsport-Fans. Das Opel-Team Joest hatte den Sponsor, Duschgel-Hersteller Cliff, überall auf dem Wagen verewigt. Am Steuer saß der Mainzer Rennfahrer Manuel Reuter, der sich mit 218 Punkten am Ende der Saison vor Mercedes-Pilot Bernd Schneider den Titel holte.
Der Sechszylinder unter der Haube des Opel Calibra V6 4x4 DTM/ITC brüllte nach Herzenslust in schwindelerregende Drehzahlregionen. Da konnten die Gegner nur wenig ausrichten. Beim Rennen in Helsinki fuhren Calibra-Piloten auf die Plätze eins bis drei, Ähnliches am Norisring. Reuter gewann in Hockenheim und in der Eifel, in São Paulo sicherte er sich die Meisterschaft. Und das nach dem Desaster des Vorjahres!
Opel Calibra Calibra V6 Classic (II)
6.500
Opel Calibra Calibra V6 Classic (II)
186.404 km
125 KW (170 PS)
10/1996
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Opel Calibra Calibra
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Opel Calibra Calibra
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Opel Calibra V6
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Opel Calibra Calibra Color Selection IV
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137.500 km
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Opel Calibra 2.0i
242.000 km
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Das voran gegangene DTM-Jahr 1995 war schlimm für Opel. Williams hatte das Chassis des Renn-Calibra gebaut, der Motor kam von Cosworth, die Elektronik lieferte Bosch. An der Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten haperte es. Das Ergebnis waren geplatzte Motoren, eine zickende Hydraulik für Getriebe und Stabilisatoren sowie versagende Elektronik.
Opel Calibra V6 DTM Manuel Reuter
Mit mehr als 500 PS aus 2,5 Litern Hubraum war der "Cliff-Calibra" eine Macht. Und ist es heute noch!
Bild: Opel Automobile GmbH

Der "Cliff-Calibra": verbessert und bärenstark

Dann kam 1996: Opel hatte rundum nachgebessert, und plötzlich passten die Puzzleteile. Der 2,5 Liter große V6 konnte jedes einzelne seiner mehr als 500 PS ausspielen.
Die ITC (International Touring Car Championship) gestattete viele technische Spielereien. Daher trat der Calibra mit Allrad und einem aktiven Fahrwerk an. Das ABS konnte dreifach eingestellt werden. Die Schaltsprünge ließen sich programmieren. Der Heckflügel klappte auf der Geraden weg, um Topspeeds jenseits der 300 km/h möglich zu machen.

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Im Kühlerschacht hatten die Ingenieure Jalousien eingebaut, die sich schlossen, um den Luftwiderstand zu senken. Schon im Training wurden Motoren gefahren, die dank hydraulisch gesteuerter Ventile bis jenseits der 15.000 Touren drehten.

Trotz 50 Kilo Ballast schneller war der Opel als die Gegner

Wenn jemand in der ITC gewonnen hatte, musste er beim nächsten Rennen mit 50 Kilogramm Ballast im Auto antreten. Manuel Reuter fuhr dann mit dem Ziel, die Berechnungen der Ingenieure zu schlagen – und siegte sogar trotz des Nachteils.
Die weiteren Opel-DTM-Teams bestanden aus großen Stars verschiedener Rennserien, die sich dem Vernehmen nach regelmäßig Kritik vom Motorsportchef anhören mussten: Warum war Reuter mit dem gehandicapten "Cliff-Calibra" schneller als sie mit ihren Autos?
Auch nach seiner aktiven Zeit ist der Rüsselsheimer Renner noch eine Macht. 1999, drei Jahre nach Eintritt in den Ruhestand, nahm ein DTM-Calibra der favorisierten Zakspeed-Viper beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring fünf Sekunden pro Runde ab. Und noch 2012 waren die damals aktuellen DTM-Autos am Norisring im Durchschnitt nur eine Sekunde schneller als der "Cliff-Calibra".